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David Brin
Sternenflut

Die Grundidee des SF-Autors David Brin: Genetische Manipulation ist die Basis der galaktischen Zivilisationen. Seit Milliarden von Jahren heben intelligente Rassen Tiere auf ihr eigenes Entwicklungsniveau. Für Millionen Jahre stehen die neuen Spezies dann im Dienst ihrer "Patrone", bevor sie selbst frei werden und eine neue intelligente Art erschaffen dürfen. Die ersten Patrone, die so genannten Progenitoren, sind längst verschwunden - ein Mythos. Und die Menschen? Sie sind ohne Patrone aufgewachsen und mussten ihre eigenen Erfahrungen sammeln. Und das unterscheidet sie grundlegend von den galaktischen Intelligenzen.

Die Menschen als Patrone

Im atemberaubend spannenden SF-Thriller "Startide Rising" - zu deutsch "Sternenflut" - versuchen die Menschen nach dem Kontakt mit den Außerirdischen sich in das System genetischer Hierarchie einzufügen. Ein Unterfangen, das nicht recht gelingen möchte. Denn die Menschen sind selbst Patrone - sie haben vor dem ersten Kontakt mit den galaktischen Völkern bereits Delphine und Schimpansen zu intelligenten Spezies weiter entwickelt. Und gönnen ihren eigenen Klienten den Status als freie und gleichwertige Rassen.

Jagd auf die "Streaker"

In “Sternenflut” entdeckt ein irdisches Raumschiff, das von Delphinen gesteuert wird, uralte mumifizierte Wesen - möglicherweise die mythischen Progenitoren? Sogleich entbrennt ein gigantischer Kampf der galaktischen Zivilisationen um diesen Fund. Das Delphin-Raumschiff "Streaker" droht zwischen den Fronten vernichtet zu werden und begibt sich auf eine atemlose Flucht. Was wird sich durchsetzen? Die Macht und die Erfahrung von Milliarden Jahren alten Kulturen oder die Unberechenbarkeit und Improvisationsgabe irdischer Intelligenz?

Gentechnik und Verantwortung

Brin geht in diesem umfangreichen Entwurf immer wieder auf die Verantwortung ein, die mit der Gentechnik verbunden ist und zeigt, wie sie als zentrales Instrument in einem Milliarden Jahre währenden Kampf um Macht eingesetzt wird. Möglicherweise stehen wir noch in diesem Jahrhundert vor der Entscheidung, aus Tieren weitere intelligente Spezies zu züchten. Würden solche Kreaturen frei leben dürfen oder müssten sie uns zu Diensten sein?

Diese Diskussion jetzt zu führen, erscheint nur auf den ersten Blick verfrüht oder unsinnig. Denn bei den Patentämtern laufen schon Anmeldungen von Gen-Laboratorien auf die Erschaffung von Mensch-Tier-Hybriden ein. Eines steht fest: Mit der Zahl der technischen Möglichkeiten explodierte in der Geschichte der Menschheit immer auch die Zahl der möglichen Katastrophen. Vielleicht ist die Menschheit doch überfordert, ihren Weg als Wölflingsrasse zu finden? Aber bis auf weiteres sind wir alleine. Unsere Rufe nach Patronen verhallen ungehört zwischen den Sternen. Einstweilen.


David Brin: "Sternenflut"
653 Seiten, übersetzt von Rainer Schmidt
Taschenbuchausgabe im
Heyne Verlag
ISBN 3-453-16416-4
Preis: € 10.-
Erstveröffentlichung der amerikanischen Originalausgabe 1983


"Sternenflut" wurde empfohlen von Thomas Laufersweiler
(Der Text erschien in veränderter Form zuerst in der kulturanthropologischen Zeitschrift "&")

Buchcover Sternenflut

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Links

David Brin studierte Raumfahrttechnik und Astrophysik und arbeitete am California Space Institute. Unter anderem verfasste er Analysen über die Wahrscheinlichkeit außerirdischen Lebens.Seine Homepage: www.davidbrin.com

Begeistert von Brin ist auch Peter Kleemann

Überblick über den Uplift-Zyklus bei Uwe Peterson

 




 

 


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