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Gaumenfreuden in Burano

Wenn Sie Venedig nicht mehr sehen können, dann besteigen Sie das Traghetto nach Burano.

Haus am KanalDie Fähre braucht nur eine Stunde und die Fahrt lohnt sich. Burano, das ist das Venedig des 13. und 14. Jahrhunderts, hier stehen keine Adelspaläste, sondern kleine, höchstens zweistöckige, pittoresk bunte Häuser, jedes in einer anderen Farbe; es scheint, jeder will seinen Nachbarn an Farbintensität übertreffen.

Diese vielen buntgescheckten Häuserfassaden entlang der Burano-Kanäle lockten immer wieder Künstler auf die Insel. In einem Lokal waren viele zu Gast: In der Trattoria "Da Romagno"; die Speisekarte listet Dutzende von Künstlern, Stars, Politikern und sonstigen Berühmtheiten auf, die alle hier gegessen haben. Davon zeugen auch die Wände, sie hängen voll mit Bildern der unterschiedlichsten Formate mit den unterschiedlichsten Motiven und selbstverständlich von unterschiedlicher Qualität.

Doch es lohnt sich, in dem großen Raum Platz zu nehmen und zu essen. Vielleicht "Risotto nero di seppie" (schwarzes Risotto von Tintenfischen) als Vorspeise und dann einen "Coda di Rospo" (wörtlich: Krötenschwanz oder Seeteufel) vom offenen Holzgrill. Als Dessert möglicherweise einen Kuchen mit Nüssen, Trockenfrüchten, Pinienkernen. Wer weniger Ausgefallenes essen möchte, der bestellt womöglich ein "Frito misto" mit Aal-Stückchen, Calamari, Shrimps und dem Fisch des Tages, so erhält er einen guten Überblick.

Burano-KanalEin sehr angenehmer Zug des Kellners: Er sah sich nicht veranlasst dem Gast sein Englisch aufzuzwingen. Wer Italienisch sprach, konnte dies tun (auch als Tourist), die anderen sprachen eben Englisch oder ihr Französisch - sie wurden verstanden und in ihrer Sprache bedient.
Das passt zur ungezwungenen Atmosphäre: Hier sitzt die italienische/venezianische Familie in sportlicher Freizeitkleidung neben dem Geldadel aus der Region und daneben Touristen, während am Tresen einige Fischer ihr Getränk kippen.

Die Stadt Burano

Rund 5.000 Einwohner, neben Torcello und Mazzorbo die einzige Ortschaft, die in der nördlichen Lagune überlebt hat. In seiner Blütezeit hatte Burano sogar eigene Handelsvertretungen weit ins Festland hinein und wurde erst 1923 Venedig eingemeindet. Die Pfarrkirche San Martino geht auf das 16. Jahrhundert zurück, der schiefe Turm stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert.
Heute lebt Burano vom Fischfang, Fremdenverkehr und dem Verkauf von Spitzen, die hier seit dem 16. Jahrhundert geklöppelt wurden. Zumeist stammen sie jetzt aus Asien, dort kostet Handarbeit weniger. Aber - schließlich nahm Venedig schon seit dem Mittelalter einen Spitzenplatz ein, wenn es um den Handel mit waren aus China und Fernost ging.

Adresse

Trattoria Da Romano
Via S.M.D. 221
Burano
Tel. 041 - 73 00 30

Anfahrt

ab Station S. Zaccaría Linie Nr. 6 oder 14
ab Station Fondamente Nuove Linie Nr. 12

Preisniveau

Gemessen an venezianischen Verhältnissen: Mittelklasse, Vor- und Hauptspeise, Nachtisch, ½ Liter offenen Wein, Wasser und Kaffee kosten etwa 130.000 LIT.