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Rhodos: Insel der Sonne Ein leise klatschendes, fast plätscherndes Geräusch machen die kleinen Palmen, die großen Palmen rauschen majestätisch wie die Weiden. Die Palmen umgeben die drei Terassen des kleinen Hotels Attiki, mitten in der Altstadt, an der Ecke der Theofiliscu und Charitos - unweit des Großmeisterpalastes. Die Sonne scheint kraftvoll aus dem wolkenlosen Himmel, dennoch ist es dank der starken Brise eher kühl. Willkommen auf Rhodos. Das Maß der Zeit Die Griechen haben eine ganz besondere Art, unpünktlich zu sein. Vieles beginnt früher als vereinbart - etwa fünf Minuten früher. Als Deutscher Tourist in einer Reisegruppe lernt man sehr schnell die Regel: "Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Griechen Pünktlichkeit!" Auch die Fähren lassen sich kaum bis zur vereinbarten Zeit im Hafen halten. Die Fahrer der regulären Linienbusse nehmen ihren Fahrplan nur als grobe Vorgabe: Ist der Bus voll besetzt, beginnt die Fahrt - das kann auch mal eine halbe Stunde vor Fahrplan sein. Also nie den letzten Bus nehmen, sonst sitzt man schnell über Nacht auf einer Reiseetappe fest. Da ist uns der Chef unseres Hotels lieber: Er bringt zuerst seine Kinder zur Schule und ob er dann immer pünktlich - oder fünf Minuten zu früh - das Frühstück servieren kann, ist fraglich. Und sympathisch. Essen auf Rhodos In der Altstadt von Rhodos gibt es so etwas wie eine "rote Zone": ein Tourismusleviathan, der sich von der Sokratou mit seinen tausend Lädchen hinunter schlängelt bis zur Platia Ippokratou und über die Aritotelou zur Platia Martyron Evreon. In dieser roten Zone sollte man nicht Essen gehen: Es ist teuer und man bekommt fast ausnahmslos nichts Gescheites für sein Geld. Ab geht es in die Seitenstraßen. "Relax at Stavros" Drei oder vier Ecken hinter der Sokratou kann man bei Stavros einkehren. "Relax at Stavros" steht über dem Eingang dieser fröhlichen Mischung aus englischem Pub und griechischem Kafelion. Stavros ist ein vergnügter alter Grieche, der auch über Sprachgrenzen hinweg jenen zotigen Humor pflegt, den auch seine Gäste schätzen. Zum Dank gibt es aus der ganzen Welt, vor allem aus England und Deutschland, Wimpel von Fußballvereinen und Fotos glücklicher Gäste. Neben guter Laune und nettem Wirt gibt es auch einen einfachen Käseschinkentoast für zwei Euro, der einem hungrigen Touristen den Tag retten kann. Sie wollen aber nicht in die Seitengassen, weil Sie Angst haben sich zu verirren? Diese Befürchtung ist nicht von der Hand zu weisen, denn es gibt in ganz Rhodos keine wirklich vollständige und genaue Karte der Altstadt. Dann gibt es einen Tipp für die rote Zone: Konstantinos in der Agisandrou 18. Noch mitten im Touristenbereich, aber wirklich lecker: Die Portionen sind groß und von Köchen mit Selbstachtung und Respekt vor den Kunden zubereitet - die große Ausnahme in der roten Zone. Im Schatten der Bäume
An jedem besetzten Tisch wartet eine andere der tausend streunenden Katzen geduldig auf einen Happen. Satt und glücklich schweift unser Blick über maurisch anmutende Fassaden, auf der anderen Seite des Platia Dorieos erhebt sich die langsam zerfallende Redjep Pascha-Moschee. Langsam versinkt auch der Umriss der winzigen Agios Fanourios, der ältesten Kirche auf Rhodos, in der Dunkelheit. Auf den Tischen flackern kleine Lämpchen, und als Nikos einen süßen Likör zum Abschluss serviert sind alle Sorgen schon längst sehr weit weg, hinter den Meeren und hinter den Bergen verschwunden. |
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