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Erste
Wanderung: Montmartre
Montmartre
- der Berg der Leiden. Die einzigen Beschwerden können entstehen,
wenn man zu Fuß zur Sacre Coeur hinaufsteigt - aber nur bei sehr schlechter
Kondition.
Dort
angekommen hilft eine gewisse Schwerhörigkeit - nicht nur, um die
rasselnde Lunge zu überhören, sie verschafft auch die notwendige Resistenz
gegenüber dem Lärmpegel vor der Kirche. Denn hier geht es sehr weltlich
zu. Drehorgelspieler
(elektrisch verstärkt), Imbissbuden und selbstverständlich die Touristenscharen;
sie alle sorgen dafür, dass bereits vor der Kirche jegliche Andacht
verschwindet. Innerhalb geht es gedämpfter, aber ähnlich zu.
Dann
heißt es bummeln, den unzähligen Zeichnern ausweichen, deren Muse
sie dazu zwingt, jeden zu portraitieren, der ihnen über den Weg
läuft und aufzupassen, dass man nicht von einer Touristengruppe
absorbiert und gegen seinen Willen einfach mitgeschleppt wird.
Doch sobald man etwas weiter gelaufen ist, hat man wieder freien
Blick auf die netten Brasserien und Bistros. Sogar auf La Mere
Catherine am Place du Tertre. |
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Es
war 1814 das Lieblingslokal russischer Besatzer, die ungeduldig
auf die Tische hieben und mit dem Ruf "Bistro" ("Schnell!")
prompte Bedienung forderten. Der Begriff hat sich, wie man sieht,
durchgesetzt ... Wenige Gehminuten weiter liegt das Traditionscabaret
"Lapin Agile", das von Aristide Bruant zu einem beliebten Anlaufpunkt
Anfang des 20. Jahrhundert gemacht wurde. |
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Mittagessen
gibt es im "La Maison Rose", einem kleinen Restaurant zwischen
Place du Tertre und dem Lapin. Die Preise sind nicht zu hoch,
die Bedienung freundlich
(3-Gänge-Menu: 14.- €).
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Danach empfiehlt
sich zur Verdauung ein Spaziergang über den Friedhof von Montmartre.
Hier liegen etliche, die das kulturelle Leben der beiden vergangenen
Jahrhunderte geprägt haben: Emil Zola, Edgar Degas, Jacques Offenbach,
die Erfinderin des Cancan, Stendhal und Alphonse Sax, der Erfinder
des Saxophons. |
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Auch weniger bekannte, wie der Maler und Chemiker Ferdinand Mortelèque,
der erstmals Farben und Emaille zusammen brachte. Auch ohne diese
Namen - der Friedhof strahlt eine eigene Stimmung aus, vor allem
in der Dämmerung. Schade nur, dass direkt darüber eine neuzeitliche,
stark befahrene Straßenbrücke gebaut wurde. |
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In der Metro
warnte uns eine Lautsprecherdurchsage und ein Mann vor Taschendieben
- prompt waren unsere beiden Rucksäcke innerhalb von Sekunden
durchsucht worden. Es fehlte nichts, aber wir hatten nichts
von der Visitation bemerkt. Die beiden Jugendlichen neben mir
stiegen auch gleich wieder aus ...
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