Hafeneinfahrt von Lindau mit Leuchtturm (Foto: SLO)

Unsere neueste
Landpartie
Gruppen- Sightnotseeing in Sweden

Frankreich
Wanderungen
durch Paris

Italien
Apulien
Sizilien
Cinque Terre
Padua
Veneto
Venedig
Burano
Ischia

Griechenland
Rhodos: Insel der Sonne

Malta
Goldene Falken, reiche Ritter

Deutschland
An Ems und Hase
Bad Liebenzell
Maximiliansweg
Moselreise
Nordsee in der Nebensaison

Luxemburg
An der Obersauer

England
Cambridge
Peak-District
Norfolk Broads

Zypern
Die Insel entdecken

Schweden
Gruppensightnotseeing

Am Wegesrand
Italienische Autofahrer
Wellnessfrust
Schlafwandler

Mischbatterien
Bedürfnisse, drängende

Tai Chi
Entschleunigungskünste

Home
Kontakt/Impressum

 

Wandern im Voralpen-Glühn
Auf dem Maximiliansweg bei höchstsommerlichem Klima

"Der bayrische König wollte seine Berge sehen. Deshalb unternahm er im Jahre 1858 eine fünfwöchige Reise, die ihn von Lindau am Bodensee bis hinüber nach Berchtesgaden führte. Quer durch die bayrischen Alpen und natürlich mit großem Gefolge. Wir müssen unser Gepäcke selbst tragen, doch der Genuss ist nicht minder königlich: Der Maximiliansweg – ein Weg über Kämme, Grate und Gipfel, ein königlicher Weg, der die schönsten und attraktivsten Plätze der Alpen zuammenfasst, wie auf einer Perlenkette."
(aus dem Prospekt zum Maximiliansweg)

Maximiliansweg Ausschilderung (Foto: SLO)Ja, wie hätte sich der Tross des Maximilian gefreut, wenn die Wege so wunderbar asphaltiert gewesen wären, wie wir sie vorfanden! Wir hingegen wollten eigentlich eher federnde Grasnarbe oder weiche Tannennadeln unter unseren Wanderstiefeln spüren. Doch nichts da! Viele Kilometer der Etappen zwischen Lindau und Füssen mussten auf hartem Asphalt zurückgelegt werden. Und dann die Etappen: "ca 5 Stunden Gehzeit", das bedeutete für uns mindestens die Hälfte mehr. Wir vermuten, dass bergerprobte Alpini die einzelnen Westrecken abgelaufen haben und dabei einen neuen Rekord aufstellen wollten.

Dabei wollten wir doch Land und Leute auch etwas näher kennen lernen und nicht rasenden Fusses durch Täler, Wälder und Dörfer eilen. Doch von allen diesen Umständen abgesehen, es lohnt sich schon, in der Region der Kühe und Käsehersteller umherzulaufen. Vor allem bei höchstsommerlichen Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius bietet das Niveau über 1000 Meter deutlich kühlere Luftschichten. Im übrigen bewegt sich der Wanderer in einer Region, die auch bei heißestem Wetter noch recht grün ist und relativ viele Stelle zur Trinkwasseraufnahme bietet.

Brunnen in Weiler (Foto: SLO)Des weiteren stößt er allenthalben auf Käse und fragt sich, worin sich Alpkäse, Emmentaler, Bergkäse, etc. unterscheiden. Das erfährt er auf dem Käsewanderweg, der vom Pfänder Richtung Steibis führt. Hier wird mit freundlicher Unterstützung einer Privatkäserei der Werdegang des Käses sowie wirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkung der Käseproduktion im Allgäu auf hitze- und frostbeständigen Metallstandtafeln präsentiert. Zum Einstieg empfehlen wir das „Kleine Allgäuer Käselexikon“ unter www.dein-allgaeu.de/regionen/regionen_kaeselexikon.html. Dort finden sich weitere Infos über lebenswichtige Produkte wie Milch und Fleisch sowie selbstverständlich Bier.

Doch von Anfang an ...

„Rauche nicht im Bett, denn die Asche am nächsten Morgen könnte Deine sein“. Diesen löblichen Spruch fanden wir in unserem Dachgeschoss-Zimmer im Lindauer Gästehaus „Lädine“ vor, unter dem Waschbecken eine große ehemalige Kaffeeblechbüchse mit Plastikdeckel und der Aufschrift „für Asche“. Lädine – eine einfache Pension in einem schmalen, aber steilen Haus, zentral gelegen, mit einer netten und vor allem sehr urigen Wirtin. Etwa fünf Minuten vom Bahnhof entfernt und ebenso nah ist es zur Seepromenade, wo Terassen und Touristen zu einander finden und der Blick auf Löwe und Leuchtturm rechts und links der Hafeneinfahrt so typisch ist.

Abendstimmung in Lindau (Foto: SLO)Dennoch oder gerade deshalb eignet sich Lindau als Ausgangspunkt für eine Wanderung. Noch in Deutschland, aber schon an der Grenze, noch im Euro-Land, aber die Schweizer Berge zum Greifen nahe. Noch in Gedanken im Berufsalltag, aber hier ist (Bahn-)Endstation, schon ist man von Touristen und Souvenierläden, alten Türmen und Fassadenmalerei umgeben. Die Ausflugsschiffe und Sportboote lassen an Traumschiff-Erlebnisse denken, Sommerhitze und plätschernde Wellen tun ein übriges.

Also, wohl an! Lasst uns das Handy ausschalten, ebenso den PAD und als Kommunikationsmittel die Ansichtskarte wieder entdecken. Und so begeben wir uns auf den Maximiliansweg, der uns von Lindau nach Füssen führen wird. Begleitet von den besten Wünschen unserer Gastgeberin Hedwig Weber, die uns nicht nur ein kleines (glücksbringendes) Geschenk mitgab, sondern auch noch einen herzhaften Kuss. Da stört man sich keineswegs daran, daß Toilette und Dusche nicht en suite, sondern auf dem Flur zu finden sind. Besonders ungewöhnlich war ihr Angebot, daß wir uns vom Frühstückstisch ruhig eine Semmel schmieren könnten, das Pergamentpapier gebe sie gerne dazu.

Der Name des Hauses geht übrigens auf einen alten Holz-Lastensegler namens „Lädine“ zurück, der nun wieder auf dem Bodensee unterwegs ist. Frau Weber ist im Förderverein „Lädine“ und natürlich kann man über sie auch Fahrten auf dem Schiff buchen. Der Weg führt uns von Lindau entlang des Bodensee-Ufers über den Pfänder oberhalb Bregenz nach Scheidegg und von dort Richtung Hochgrat.

Wasserfall Buchenegg (Foto: SLO)Steile Anstiege in einer Mittagshitze, die im Schatten mühelos 37 Grad Celsius erreichte – wir hinterließen im Asphalt Spuren unseres Wanderschuhprofils. Doch wir wollten auf den Hochgrat. Unser Weg führte über die Buchenegger Wasserfälle. Ein steiler, fast alpiner Abstieg und dann wieder nach oben. Aber die Wasserfälle, beeindruckend!

Junge Burschen, die sich acapulco-ähnlich von 8-10 Meter hohen Felsen in das Naturbecken unter dem Wasserfall stürzten. Eine besondere Mutprobe für die einheimische Jugend. An der Bushaltestelle kam pünktlich der Bus Richtung Hochgratbahn (17 Uhr 52).
Aber vorher Fragen kann hilfreich sein, denn die letzte Bahn zur Hütte fuhr um 17.00 Uhr – und einen weiteren Aufstieg von ca. 2,5 Stunden, das ging über unsere angeschlagene Kondition.

Pool Hotel "Himmel auf Steibis" (Foto: SLO)So entdeckten wir in Steibis den „Himmel auf Steibis“ – so heißt ein Hotel mit Felsenschwimmbad. Eine Wohltat nach der Hitze. Ruhige, große Zimmer mit Balkon, gutes Preis-Leistungsverhältnis, großes Frühstücksbüffet. Empfehlenswert für versprengte Wanderer, die eine etwas luxuriöse Nacht nach den Strapazen des Hochsommertages verbringen wollen.

Abendessen gab es im „Goldenen Kreuz“, eine nette Gaststätte mit kerniger, aber freundlicher Chefin. Besonderes Merkmal: Auf der Terrasse hat sie eigens einen Tisch für Wespen reserviert. Hier standen zwei Apfelsaftgläser voller Wespen. Eine originelle Maßnahme, aber immerhin hatten wir noch kein Gasthaus gefunden, das wespenfrei gewesen wäre. Die Gerichte sind bodenständig: Krautspätzle mit gebratenen Speckscheiben und Apfelmus. Also: Spätzle vermischt mit Sauerkraut, oben drauf die Speckseiten. Das Apfelmus setzt einen interessanten Kontrast.

Vils (Foto: SLO)Dann endlich Abkühlung, ja sogar Wetterumschwung, denn am nächsten Morgen war und blieb es bewölkt. Wir erreichten Sonthofen mit einer besonderen Regionalbahn, die zwischen Reutte / Kempten / Sonthofen verkehrt. Ein Schienenbus wurde von österreichischen und deutschen Künstlern gestaltet, außen mit Spray-Graffitis, innen mit Fotoserien von Einheimischen und mit Kunstobjekten. So baumeln von der Decke entlang des Gangs weißgewandete Schlafwandler in blauen Netzen.

Sonthofen wartete mit einer ungewöhnlichen, einmal im Jahr stattfindenden Attraktion auf: Hamburger Fischmarkt – dazu wurde die gesamte Innenstadt gesperrt. Sollte man in Sonthofen kein Hotelzimmer finden, dann vielleicht doch im Haus Oberallgäu. Es ist eigentlich das Soldatenheim neben der Jägerkaserne, das unterschiedlich große Räume für Gruppen oder Veranstaltungen bietet. Daneben ein Restaurant, in dem man preiswert und gut essen kann. Die ehemaligen Angestellten-Wohnungen/Zimmer werden nun vermietet.

Auch am nächsten Morgen kam ab und zu ein heftiger Guss herunter, dann, beim weiteren Anstieg, ein neues Gewitter; wir stellten uns in einer halb verfallenen Scheune unter. Weiter oben entdeckten wir nach drei Tagen endlich den Beweis, dass wir auf dem richtigen Weg waren: Ein Schild „Maximiliansweg / Europäischer Fernwanderweg Nr. 4“.

Landschaft bei Hindelang (Foto: SLO)Wir hätten es sonst nicht mehr geglaubt ... Der E 4 geht übrigens von den Pyrenäen über den Jura zum Neusiedler See. Doch der Maximiliansweg meinte es nicht gut mit uns: Weiter oben in etwa 1200 Metern Höhe kam Weltuntergangsstimmung auf: Dichte Wolken, Regen und näher rückender Donner, dies alles auf einem bewaldeten, steilen Grat, voller rutschiger Tannenwurzeln. Also wieder zurück zu einer Hütte seitlich des Weges, wo wir unter dem Vordach leidlich Schutz fanden. Dies war eine gute und verantwortungsvolle Entscheidung! Wir entschieden uns, den gleichen Weg wieder zurückzugehen und dann in Vorderhindelang eine Pause einzulegen. Von dort gelangten wir mit dem Bus nach Unterjoch.

Das Abendessen wurde dann beinahe british, weil das Restaurant – Guesthouse „Alpenblumen“ - der englischen Familie Black gehört. Mister Black, ein britischer Soldat, war gut ein Dutzend Jahre in Deutschland stationiert und ist hier vor den Alpen hängen geblieben. Eigentlich stammt die Familie aus York, aber jetzt ist er halt pensioniert und betreibt eben das Guesthouse.

Endstation der fünftägigen Wanderung: Füssen, mit mittelalterlichem Ambiente und fußgängerfreundlicher Altstadt. Zur Anreise empfehlen fußmüde Wanderer den Bus von Pfronten nach Füssen, denn die Fahrt bietet eine schöne Rundtour über den Hopfensee und rund um Füssen mit Blick auf die Berge sowie Schloss Hohenschwangau. Kleine, aber feine Unterkunft verspricht das Hotel „Alpenschlössle“, das abseits der Touristenströme liegt.

Zum Abschluss der Wanderung dankten wir inbrünstig dem Alpenkönig Maximilian für die wunderbare Wanderidee entlang des Nordrandes der Alpen und freuten uns königlich, dass wir die Tour ungeschadet überstanden haben. Wir dankten dem Wettergott, daß wir trotz glühender Sommerhitze im Rekordjahr 2003 und grollendem Donner das „Alpine Notsignal“ nie einsetzen mussten (Ein hör- und sichtbares Zeichen – auch Rufen – das innerhalb einer Minute sechsmal abgegeben wird). Und wir dankten dem ÖPNV im Allgäu, dass er immer dann, wenn die Füsse nicht mehr so recht wollten, einen Bus in unsere Richtung lenkte.

Tannheimer Tal (Foto: SLO)


 

Gästehaus "Lädine"
Hedwig Weber
In der Grub 25
88131 Lindau
Tel.: 08382/5326
Fax 1580
Lage: Kurbezirk I,
Planquadrat C/11, Nr. 16
DZ mit Etagendusche/WC inkl. Frühstück: 50.- € (für 2 Pers.)
Verkehrsamt Lindau
Tel.: 08382 - 260030

Himmel auf Steibis
Im Dorf 29
87534 Oberstaufen
Tel.: 08386 – 891-0
Fax: 317
eMail:
info@himmel-auf-steibis.de
www.himmel-auf-steibis.de
DZ mit Balkon und Frühstück 95.- € (Poolbenutzung inkl.)

Goldenes Kreuz
87534 Oberstaufen-Steibis
Tel.: 08386 – 8232

Haus Oberallgäu / Soldatenheim
Richard-Wagner-Str. 14
87527 Sonthofen
Tel.: 08321 – 4675
Fax: 83503
(2 Einzel- und 1 Doppelzimmer, letzteres mit Bad und Frühstück 45.- €, ab 15.00 Uhr beziehbar, Bundeswehrangehörige bekommen Rabatt)
Verkehrsamt Sonthofen
Tel.: 08382 - 615 291

Restaurant – Guesthouse Alpenblumen
Familie Black
87541 Unterjoch
Tel/Fax: 08324 – 973873

Landhaus Sonnenblume
Sonja Hechinger
Am Hausacker 1
87541 Unterjoch
Tel.: 08324 – 77 87
Fax: 7216
www.Landhaus-Sonnenblume.de
Verkehrsamt Unterjoch
Tel.: 08324 – 89 20

Hotel Alpenschlössle
Hermine Hummel
Alatseestrasse 28
87629 Füssen - Bad Faulenbach
Tel.: 08362 – 4017
Fax: 3 98 47,
www.hotel-alpenschlössle.de
( DZ / Frühstück 103.- €)
Verkehrsamt Füssen
Tel.: 08326 – 93 850