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Wandern
im Voralpen-Glühn "Der
bayrische König wollte seine Berge sehen. Deshalb unternahm er
im Jahre 1858 eine fünfwöchige Reise, die ihn von Lindau am
Bodensee bis hinüber nach Berchtesgaden führte. Quer durch
die bayrischen Alpen und natürlich mit großem Gefolge. Wir
müssen unser Gepäcke selbst tragen, doch der Genuss ist nicht
minder königlich: Der Maximiliansweg – ein Weg über
Kämme, Grate und Gipfel, ein königlicher Weg, der die schönsten
und attraktivsten Plätze der Alpen zuammenfasst, wie auf einer
Perlenkette."
Dabei wollten wir doch Land und Leute auch etwas näher kennen lernen und nicht rasenden Fusses durch Täler, Wälder und Dörfer eilen. Doch von allen diesen Umständen abgesehen, es lohnt sich schon, in der Region der Kühe und Käsehersteller umherzulaufen. Vor allem bei höchstsommerlichen Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius bietet das Niveau über 1000 Meter deutlich kühlere Luftschichten. Im übrigen bewegt sich der Wanderer in einer Region, die auch bei heißestem Wetter noch recht grün ist und relativ viele Stelle zur Trinkwasseraufnahme bietet.
Doch von Anfang an ... „Rauche nicht im Bett, denn die Asche am nächsten Morgen könnte Deine sein“. Diesen löblichen Spruch fanden wir in unserem Dachgeschoss-Zimmer im Lindauer Gästehaus „Lädine“ vor, unter dem Waschbecken eine große ehemalige Kaffeeblechbüchse mit Plastikdeckel und der Aufschrift „für Asche“. Lädine – eine einfache Pension in einem schmalen, aber steilen Haus, zentral gelegen, mit einer netten und vor allem sehr urigen Wirtin. Etwa fünf Minuten vom Bahnhof entfernt und ebenso nah ist es zur Seepromenade, wo Terassen und Touristen zu einander finden und der Blick auf Löwe und Leuchtturm rechts und links der Hafeneinfahrt so typisch ist.
Also, wohl an! Lasst uns das Handy ausschalten, ebenso den PAD und als Kommunikationsmittel die Ansichtskarte wieder entdecken. Und so begeben wir uns auf den Maximiliansweg, der uns von Lindau nach Füssen führen wird. Begleitet von den besten Wünschen unserer Gastgeberin Hedwig Weber, die uns nicht nur ein kleines (glücksbringendes) Geschenk mitgab, sondern auch noch einen herzhaften Kuss. Da stört man sich keineswegs daran, daß Toilette und Dusche nicht en suite, sondern auf dem Flur zu finden sind. Besonders ungewöhnlich war ihr Angebot, daß wir uns vom Frühstückstisch ruhig eine Semmel schmieren könnten, das Pergamentpapier gebe sie gerne dazu. Der Name des Hauses geht übrigens auf einen alten Holz-Lastensegler namens „Lädine“ zurück, der nun wieder auf dem Bodensee unterwegs ist. Frau Weber ist im Förderverein „Lädine“ und natürlich kann man über sie auch Fahrten auf dem Schiff buchen. Der Weg führt uns von Lindau entlang des Bodensee-Ufers über den Pfänder oberhalb Bregenz nach Scheidegg und von dort Richtung Hochgrat.
Junge Burschen,
die sich acapulco-ähnlich von 8-10 Meter hohen Felsen in das Naturbecken
unter dem Wasserfall stürzten. Eine besondere Mutprobe für
die einheimische Jugend. An der Bushaltestelle kam pünktlich der
Bus Richtung Hochgratbahn (17 Uhr 52).
Abendessen gab es im „Goldenen Kreuz“, eine nette Gaststätte mit kerniger, aber freundlicher Chefin. Besonderes Merkmal: Auf der Terrasse hat sie eigens einen Tisch für Wespen reserviert. Hier standen zwei Apfelsaftgläser voller Wespen. Eine originelle Maßnahme, aber immerhin hatten wir noch kein Gasthaus gefunden, das wespenfrei gewesen wäre. Die Gerichte sind bodenständig: Krautspätzle mit gebratenen Speckscheiben und Apfelmus. Also: Spätzle vermischt mit Sauerkraut, oben drauf die Speckseiten. Das Apfelmus setzt einen interessanten Kontrast.
Sonthofen wartete mit einer ungewöhnlichen, einmal im Jahr stattfindenden Attraktion auf: Hamburger Fischmarkt – dazu wurde die gesamte Innenstadt gesperrt. Sollte man in Sonthofen kein Hotelzimmer finden, dann vielleicht doch im Haus Oberallgäu. Es ist eigentlich das Soldatenheim neben der Jägerkaserne, das unterschiedlich große Räume für Gruppen oder Veranstaltungen bietet. Daneben ein Restaurant, in dem man preiswert und gut essen kann. Die ehemaligen Angestellten-Wohnungen/Zimmer werden nun vermietet. Auch am nächsten Morgen kam ab und zu ein heftiger Guss herunter, dann, beim weiteren Anstieg, ein neues Gewitter; wir stellten uns in einer halb verfallenen Scheune unter. Weiter oben entdeckten wir nach drei Tagen endlich den Beweis, dass wir auf dem richtigen Weg waren: Ein Schild „Maximiliansweg / Europäischer Fernwanderweg Nr. 4“.
Das Abendessen wurde dann beinahe british, weil das Restaurant – Guesthouse „Alpenblumen“ - der englischen Familie Black gehört. Mister Black, ein britischer Soldat, war gut ein Dutzend Jahre in Deutschland stationiert und ist hier vor den Alpen hängen geblieben. Eigentlich stammt die Familie aus York, aber jetzt ist er halt pensioniert und betreibt eben das Guesthouse. Endstation der fünftägigen Wanderung: Füssen, mit mittelalterlichem Ambiente und fußgängerfreundlicher Altstadt. Zur Anreise empfehlen fußmüde Wanderer den Bus von Pfronten nach Füssen, denn die Fahrt bietet eine schöne Rundtour über den Hopfensee und rund um Füssen mit Blick auf die Berge sowie Schloss Hohenschwangau. Kleine, aber feine Unterkunft verspricht das Hotel „Alpenschlössle“, das abseits der Touristenströme liegt. Zum Abschluss der Wanderung dankten wir inbrünstig dem Alpenkönig Maximilian für die wunderbare Wanderidee entlang des Nordrandes der Alpen und freuten uns königlich, dass wir die Tour ungeschadet überstanden haben. Wir dankten dem Wettergott, daß wir trotz glühender Sommerhitze im Rekordjahr 2003 und grollendem Donner das „Alpine Notsignal“ nie einsetzen mussten (Ein hör- und sichtbares Zeichen – auch Rufen – das innerhalb einer Minute sechsmal abgegeben wird). Und wir dankten dem ÖPNV im Allgäu, dass er immer dann, wenn die Füsse nicht mehr so recht wollten, einen Bus in unsere Richtung lenkte.
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Gästehaus "Lädine" Himmel auf
Steibis Goldenes
Kreuz Haus Oberallgäu
/ Soldatenheim Restaurant
– Guesthouse Alpenblumen Landhaus
Sonnenblume Hotel Alpenschlössle
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