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Arbeiter ohne Menschenrecht
Erster Teil

Seit der Renaissance arbeitet der Mensch an der Verwirklichung seines mechanischen Ebenbildes. Die Entdeckung der Eigenverantwortung und der Wunsch menschenähnliche Maschinen zu konstruieren, haben einen gemeinsamen Ursprung. Das Streben des Menschen nach Perfektion.

Mit zunehmender Komplexität des Alltags und wachsenden technischen Fähigkeiten wuchsen auch die Anforderungen an den Menschen. Die Folge war eine wachsende Kluft zwischen dem Möglichen und dem Machbaren. Maschinen füllten diese Lücke. Zunächst nur mit einfachen Tätigkeiten betraut, verrichteten sie schon bald Aufgaben, die für Menschen zu anstrengend oder zu gefährlich waren. Der Begriff des Roboters wurde geboren. Die Maschine wandelte sich vom Werkzeug zum "Arbeiter", sie wurde "vermenschlicht".

Emanzipierte Roboter?

Trotz der vorwiegend industriellen Nutzung des Roboters wurde die Vorstellung intelligente Maschinen zu entwickeln, nicht aufgegeben. Unterstützt wird dies durch die immer komplexeren Anforderungen der Industrie, die die Weiterentwicklung der Robotertechnik beschleunigen. Die Zeiten in denen Roboter lediglich Schrauben sortierten, scheinen vorbei zu sein. In den nächsten Jahrzehnten werden wir Maschinen konstruieren, die sich wie der homo sapiens vom Neandertaler unterscheiden.

Asimovs Gesetze

Noch gibt es keine Präzendensfälle, die eine solche Entwicklung belegen könnten. Konkrete Fallbeispielen bleiben daher der "Science Fiction" überlassen. Eine der vielleicht bekanntesten Schriften, die sich mit dem Thema "Roboterrechte" beschäftigt, ist Isaak Asimovs Buch "I Robot". Asimov entwirft eine Welt in welcher sich Mensch und Roboter nur noch anatomisch unterscheiden. Aber obwohl zwischen Mensch und Maschine die Unterschiede verschwimmen, haben sie nicht die gleichen Rechte. Roboter unterliegen den Robotergesetzen:


1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird

2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehl gehorchen, es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel Eins kollidieren

3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, so lange dieser Schutz nicht mit Regel Eins oder Zwei kollidiert

Ein Gesetz oder eine Regel ist immer beides: Beschreibung und Einschränkung. Beschreibung indem sie potentielle Fähigkeiten des Objektes aufzählt und Einschränkung durch die Reglementierung seiner Möglichkeiten. Welche Fähigkeiten setzten Asimovs Regeln also voraus?

Zunächst muss ein Roboter die Konsequenzen seines Handelns bzw. Nichthandelns abschätzen können. Er muss fähig sein, eigene Entscheidungen zu treffen, d.h. er muss zwischen verschiedenen Optionen auswählen können. Das aber setzt eine erkenntnisorientierte Lernfähigkeit (im Gegensatz zum reinen Reproduzieren abgespeicherter Daten) des Roboters voraus. Und schließlich, er muss sich seiner selbst bewusst sein, um seinen Wert zu erkennen und um seine "Existenz" beschützen zu können. Was auf den ersten Blick wie eine technische Anleitung aussieht, setzt eine "Maschine" mit komplexen Eigenschaften voraus. Selbsterhaltung, Lernfähigkeit und Bewusstsein - die Verwandtschaft mit dem Menschen scheint augenfällig.

Einige Beispiele werden dies verdeutlichen: In "Reason" reflektiert der Roboter "Cutie" über seinen Ursprung und findet daraufhin eine quasi-religiöse Antwort, die diese Existenz erklärt. Zweifellos ein beeindruckender Beweis für Bewusstsein im Sinne von "Cogito ergo sum". Um diese These zu überprüfen, durchforstet er die vorhandene Bibliothek, was nicht nur seine Lesefähigkeit und damit seine Lernfähigkeit, sondern auch seine Fähigkeit zur selbständigen Willensbildung zeigt. Ein anderes Beispiel verdeutlicht ebenfalls das Zusammenwirken von Wille und Bewusstsein. In "Liar" lügt der Roboter Herbie wie gedruckt. Lügen ist aber die bewusste und damit willentliche Verschleierung von Tatsachen. Nicht einmal Gefühl schließt Asimov bei seinen Robotern aus, so zeigt "Robbi" durchaus emotionale Regungen als er seine "Spielgefährtin" Gloria nach langer Trennung wiedersieht.

Roboter: Arbeiter ohne Menschenrechte
Bericht in zwei Teilen

1 Roboter und Gehorsam
2 Roboter und Eigentum

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