Angst vor künstlicher Intelligenz
Intelligente
Maschinen in der Unterhaltungsindustrie (1/4)
Ein Beitrag von Thomas Laufersweiler
Die Maschine
als Freund des Menschen - das ist eine alte Hoffnung. In der Tat
profitieren wir in der westlichen Welt sehr stark von der Technisierung
unseres Alltags. Maschinen bringen uns an unseren Arbeitsplatz,
sie blicken für uns in das Innere unserer kranken Organe und
in die Tiefe des Weltalls. Maschinen informieren uns blitzschnell
und gestatten uns eine Kommunikation über den ganzen Erdball.
Dennoch ist die Zeit vorbei, in der wir ohne Skepsis auf Maschinen
vertraut haben. Der Untergang der Titanic und der Absturz des Luftschiffes
Hindenburg dämpften die Fortschrittsbegeisterung.
Spätestens
der Einsatz der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki haben uns gezeigt,
was technische Möglichkeit ohne moralische Kontrolle bedeuten
kann. Das gilt besonders dann, wenn es uns gelingen sollte, intelligente
Maschinen zu schaffen. Und damit kommen wir zu einer Furcht, die
noch älter ist als die Hoffnung auf Hilfe durch Technik: die
ängstliche Gewissheit, dass Geschöpfe immer gegen ihre
Schöpfer rebellieren.
Dieses Motiv
war schon in der Antike bekannt: Zeus stieg zum Göttervater
auf, in dem er seinen eigenen Vater Kronos tötete. Kronos übrigens
hatte schon seinen Vater Uranos erschlagen. In der jüdischen
Tradition ist es der Golem - mythischer Vorvater aller Roboter.
Er wird als stummer und seelenloser Helfer erschaffen und wendet
sich gegen seine Schöpfer.
Die Schnittstelle
der beiden Problemfelder Technik und Schöpfung befindet sich
in der Zukunft. Die künstliche Intelligenz steckt in den Kinderschuhen:
Roboter träumen noch nicht von ihrer Emanzipation oder den
moralischen Implikationen ihres Handelns. Zur Zeit haben sie ihre
liebe Mühe erfolgreich hinter bunten Bällen herzustolpern.
Dennoch ist der Ehrgeiz der Ingenieure ungebrochen. Aber auch wenn
wir noch Jahrhunderte vom Aufstand intelligenter Maschinen gegen
ihre menschlichen Erbauer entfernt sind, ist das Thema bereits ausgesprochen
populär.
In den Massenmedien
tobt seit mehr als 75 Jahren der Krieg zwischen Mensch und Maschine,
auf der großen Kinoleinwand und im Fernsehen sogar zur besten
Sendezeit. Ob uns die Maschinen eines Tages überlegen sein
werden, stößt nicht nur in wissenschaftlichen Zirkeln
auf Interesse. Von Anfang an findet sich dieses Thema auch in den
Produkten der Unterhaltungsindustrie. Stichproben aus Film, Comic
und Buch sollen einen Eindruck vermitteln, welche Bilder sich die
Menschen von den intelligenten Maschinen(-Menschen) der Zukunft
machen.