Bleib mir wech mit Zwielicht,
gib mir die finst’re Nacht
Ein Beitrag von Hendrik, abgelegt unter Kino, Podcast am 19.November 2009
Hendrik zieht der Twilightomanie den Film “So finster die Nacht” vor.
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Es mag ja an meiner nicht existenten Vorliebe für Vampirfilme liegen, aber der von der Süddeutschen Zeitung als “vielleicht bester Film von 2008″ gelobte, in Die Welt als “grandios” bejubelte und auch von der Frankfurter Rundschau für “maßlos schön” befundene schwedische Film “So finster die Nacht” ist seinerzeit schlicht an mir vorbeispaziert.
Dabei blüht und gedeiht das Genre Vampirfilm äquivalent zu seinen Protagonisten derzeit ja wieder mal prächtig in abgedunkelten Sälen, was neben offenbar leiseren und ambitionierten Produktionen wie “Durst” vor allem die für meinen Geschmack etwas zu penetrante Bewerbung von “Twilight” belegt. Wie auch in der Musik, so entstehen oft neue Impulse aus der Verbindung zweier bis dahin so nicht miteinander verbundener Genres. “Twilight” ist der unvermeidliche filmische Schattenwurf der Bestsellerreihe von Stephenie Meyer, die seinerzeit entdeckte, dass die Melodramatik, die Morbidität und der unterschwellige Erotizismus von Vampirgeschichten sich trefflich mit Teenagerdramen verrühren lassen.

Weil ich dergestalt verkulteten Büchern und Filmen stets schon aus reinem steinböckschem Widerspruchsgeist erst einmal ablehnend gegenüberstehe, mich zugleich aber solche thematischen crossover durchaus interessieren, schaute ich genauer hin, als mir zufällig die DVD mit “So finster die Nacht” begegnete, einem ausnahmsweise mal halbwegs dezent verhunzendem deutschen Titel für einen Film, der eigentlich “Lät den Rätte komma in” heißt, was soviel bedeutet wie ‘Lass den Richtigen herein’, auch dies die Verfilmung eines Romanbestsellers. Also habe ich mir das gute Stück angesehen – stilvollerweise am Halloweenabend – , während ich erkälteterweise daheim herumschlurfte.
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Der 12-jährige Oscar lebt allein mit seiner Mutter in einer grauenerregend durchschnittlichen tristen Hochhaussiedlung irgendwo in Skandinavien. Er ist ein Außenseiter – etwas verträumt, fast etwas trottelig wirkend – , und wird als solcher von seinen Mitschülern teilweise ziemlich drangsaliert. Nachts geht er dann in den Innenhof der Siedlung und phantasiert davon, sich an seinen Quälgeistern zu rächen.
Dort lernt er eines Tages das Mädchen Eli kennen, die in das Nachbarhaus eingezogen ist. Er freundet sich mit dem zerbrechlich wirkenden Mädchen an, bemerkt aber zugleich, dass mit ihr irgendetwas nicht recht zu stimmen scheint.
Dass mit dem Mann, bei dem Eli wohnt, etwas nicht stimmt, bemerkt der Zuschauer recht rasch, als dieser nachts einen Passanten überfällt und ausblutet. Und wir erfahren auch bald, warum er das tut: Eli ist nämlich ein Vampir und benötigt regelmäßig die spezielle Diät aller Vampire: frisches Menschenblut. weiterlesen






