Über Kopfschmerzen, Filmkonventionen
und die Erfüllung von Herzenswünschen,
unter besonderer Berücksichtigung
der StVO
Ein Beitrag von Hendrik, abgelegt unter Big in Japan, Kino am 2.April 2010
… kurz: Hendrik versucht’s mal mit Drive
BIG IN JAPAN: SchönerDenken berichtet vom Filmfestival “Nippon Connection” und widmet auch sonst den ganzen April der japanischen Kultur:
Falls bereits eine allgemein anerkannte Definition des Filmgenres “Roadmovie” existiert, kenne ich sie nicht, zumal ich mich bislang für nur wenige angebliche Paradebeispiele dieser Gattung erwärmen kann. Sofern jedoch in dieser Definition die Idee eine Rolle spielt, die Protagonisten eines Films ihre inneren Erlebnisse und Veränderungen auch im wörtlichen Sinne ‘erfahren’ zu lassen, stellt der japanische Film “Drive” von 2002 tatsächlich ein Roadmovie dar – und zwar mit nur einer Ausnahme unter strenger Beachtung der Gesetze und Regelungen der japanischen Straßenverkehrsordnung. Diese Besonderheit ist nicht nur eine zufällige (und für einen kurzweiligen Streifen nicht gerade vielversprechend klingende) Ingredienz des Filmes, sondern in gewisser Weise sogar ihr Dreh- und Angelpunkt.
Der Angestellte Asakura
Das hat mit der Hauptfigur des japanischen Angestellten Asakura zu tun, den wir bei einem Arzttermin kennenlernen, weil er unter ständig wiederkehrender Migräne leidet. Dies scheint zunächst seine einzige Schwäche zu sein – ansonsten ist der steifkorrekt gekleidete Außendienstler ein wie mit einem inneren Uhrwerk ausgestatteter Perfektionist. Dass sich hinter solch beschlipsten Menschen in der Regel Abgründe verbergen, ist nicht erst seit Michael Douglas schlichte Filmkonvention. Einen ersten Hinweis auf die Richtigkeit dieser Annahme erhalten wir mittels einer Rückblende, in der davon berichtet wird, dass Asakura als kleiner Junge zum Vollwaisen geworden ist – sein von der Samuraitradition begeisterter Vater hat sich nach einem Bankrott erhängt, seine Mutter hat sich von einer Klippe gestürzt.
Und irgendwie (wie genau, erfahren wir im Laufe der 100 Minuten) ist aus dem kleinen Jungen von damals weiterlesen
Eine Tasche voller Tarantino-Anspielungen, dämliche Kleinkriminelle, die auf den Hund gekommen sind, zugedröhnte Philosophien, ein nervige Göre, wahre Liebe, Wiener Schmäh, magic mushrooms, etwas Magie und ein 68er Ford Mustang: das sind die Zutaten für dieses vergnügliche Roadmovie. Kein Film für die Ewigkeit, aber ein Film für einen seeeehr entspannten Abend. Denn was kann relaxter sein als 






