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	<title>SchönerDenken &#187; Pu</title>
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		<title>Prof. Pu ist Guido Guerrieri verfallen</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 23:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Pu</dc:creator>
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		<itunes:summary>Prof. Pu empfiehlt: In ihrer dunkelsten Stunde von Gianrico Carofiglio


Zum Glück bin ich nicht die Einzige &#8211; ich weiß da noch einige Leserinnen &#8211; die Guido Guerrieri, Rechtsanwalt und Privatdetektiv aus Neigung, verfallen ist. Man möchte ihn aus dem Buch herausholen, sich mit ihm bei einem bis vielen caffés unterhalten, so realistisch, intensiv und plastisch beschreibt Carofiglio auch im vierten  Band seiner Kriminalromane den  einsamen Wolf aus Bari. Ich kenne keinen Ermittler, der so intelligent, gebildet und selbstironisch bis zynisch ist wie Guerrieri. Ein melancholischer Buch- und Filmliebhaber, der zum Aggressionsabbau auf „Mr. Sandsack“ eindrischt.
Erst wehrt er sich gegen den neuen Auftrag, den ihm ein Anwaltskollege ans Herz legt.
Fornellis Mandanten waren ein Mann und eine Frau. Ein Ehepaar, beide etwa zehn Jahre älter als ich, schätzte ich, als ich sie sah. Ein paar Tage später, als ich die Akten mit ihren Personalien las, sollte ich feststellen, dass wir beinahe gleich alt waren.
Der Mann rührte mich besonders. Der leere Blick, die gebeugten Schultern, die zu weiten Kleider. Als ich ihm die Hand gab, traf ich auf ein wirbelloses, unglückliches Lebewesen.
Die Frau wirkte normaler, sie war relativ sorgfältig gekleidet, aber auch ihre Augen hatten etwas Krankes, was auf eine seelische Verletzung zurückzuführen war. Ihr Eintreten war wie ein feuchter, kalter Windstoß. 
Manuela, ihre Tochter, ist nach einem Wochenende mit Freunden spurlos verschwunden, die Akte soll geschlossen werden, doch die verzweifelten Eltern wollen nicht daran glauben, daß sie nicht mehr lebt und ihr Fall für immer ungeklärt bleibt.

Widerwillig läßt er sich auf den Auftrag ein.
Ich sagte mir, dass ich einen Versuch machen würde. Mehr nicht. Und zuerst mit dem Unteroffizier sprechen, der die Ermittlungen geleitet hatte, Maresciallo Navarra. Ich kannte ihn, wir waren einander wohlgesonnen, und er würde mir sicherlich sagen, welche Meinung er sich über den Fall gebildet hatte, über das Geschriebene hinaus. Danach würde ich entscheiden, ob ich weitermachte und was ich tun wollte.
Als ich auf die Straße trat, zog ich mit einer einstudierten Geste den Kragen meines Trenchcoats hoch, auch wenn dazu kein Anlass war.
Wer zu viele Bücher liest, tut Dinge, für die es keinen Anlass gibt.
Guerrieri beginnt, die Freundinnen der verschwundenen Studentin zu befragen. Wider besseres Wissen, trotz innerer Zwiespälte, läßt er sich mit einer von ihnen auf ein Techtelmechtel ein.
Seine Ermittlungen führen ins Drogenmilieu, zu Kokainhändlern, doch nichts läßt sich an irgendetwas festmachen. Er spürt das Fehlen eines entscheidenden Fakts, erst die Erinnerung an ein Zitat aus einem Conan Doyle-Roman löst den Knoten:„Der Hund hat nicht gebellt.“
Der Schlüssel zu diesem Rätsel bestand darin, dass etwas nicht passiert war. Etwas, was hätte passieren müssen und nicht passiert war.
Am Ende hat er den Alptraum aufgelöst und findet sich doch in ihm wieder &#8230;
Carofiglios Kriminalromane enthalten neben einer spannenden Handlung immer auch Liebeserklärungen an Leser, Bewegtbildschauer, Philosophen und nostalgische Rückblicke &#8211; sie sind viel viel mehr als einfach nur Krimis.

Gianrico Carofiglio
Viktoria von Schirach (Übers.)
In ihrer dunkelsten Stunde
Goldmann € 17,99
978-3-442-31229-0</itunes:summary>
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		<title>Wenn Gott einen doppelten Ramazotti braucht &#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 23:00:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Pu</dc:creator>
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Für H.
Faust ist im 21. Jahrhundert angekommen. Als Graphic Novel. Wow. Würde der Faust von Flix dazu sagen. Sage ich auch. Ich habe schon lange nicht mehr beim Lesen so l[...]</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Prof. Pu empfiehlt: &#8220;Faust – Der Tragödie erster Teil&#8221; von Flix


Für H.
Faust ist im 21. Jahrhundert angekommen. Als Graphic Novel. Wow. Würde der Faust von Flix dazu sagen. Sage ich auch. Ich habe schon lange nicht mehr beim Lesen so laut gelacht. Allein schon der Umschlag: Die Tragödie kommt in Gelb daher, wie ein zu groß geratenes Reclam-Heft. Das Vorspiel, die Rahmenhandlung, findet im Himmel statt: Gott sitzt am Computer und bekommt Besuch vom Teufel. Der zieht ihm kurzerhand den PC-Stecker und Gottes neues Schöpfungsprogramm geht den Weg alles EDV-Irdischen – es ist gelöscht.
Teufel: Wie lautet das oberste Gebot? Du sollst regelmäßig Backups machen. Und nur, weil man hier der Chef ist, heisst das nicht, dass man sich nicht dran halten muss. Mannmannmann &#8230; immer &#8216;ne Extrawurst, der feine Herr.
Darauf braucht Gott erst einmal einen doppelten Ramazotti, ohne Zitrone mit Eis und Schirmchen, serviert vom Engel Sekretär. Denn Gott hat Kreislauf. Und reagiert etwas cholerisch, als sich „Meph“, voller Name „Mephistopheles Beelzebub Tunichgut“, über die magere Datei namens „Alle meine Schäfchen“ lustig macht.
Schon mal über eine neue Inquisition nachgedacht? Ich meine, die hat dir doch damals scharenweise Fans eingebracht. Let’s do it again. Ich könnte dir helfen. Ich hab da Kontakte. Oder eine Pestepidemie via Klingeltondownload. Pest 2.0. Das rockt.
Auf diese Weise quält er den armen Gott so lange, bis sie eine Wette eingehen: Sie wählen aus der Datei der Gläubigen einen Zufallskandidaten, diesen muss der Teufel binnen eines Jahres vom Wege abbringen – der Kandidat heißt Heinrich Faust, lebt in Berlin und ist studierter Taxifahrer (Philosophie, Medizin, Jura und leider auch Theologie &#8230;). Sein Freund Wagner, Rollstuhlfahrer mit Migrationshintergrund, ist sehr sauer auf Faust, weil er denkt, er habe seinen Pudel (!) Charlotte von Stein überfahren. Gretchen ist eine Muslima und heißt Margarete, weil ihr Vater für Schreinemakers schwärmte – sehr zum Missfallen der Mutter, die sie lieber Özlem nennt und mit Kopftuch sehen würde. Und auch sonst geht die Geschichte ein ganz bisschen anders aus &#8230;

Respektlos und gleichzeitig respektvoll, dieser Flix. Das hat mich beeindruckt, dieses Feuerwerk an Ideen, Spitzfindigkeiten, Zitaten und Anspielungen. Da findet man das Dschungelbuch, Loriot, Dale Carnegies „Sorge Dich nicht &#8211; lebe“, Goethe selbstverständlich, und der Sekretär-Engel erinnert an Peter Pans Tinkerbell. Es kommt auch schon mal vor, dass er die Texte tauscht, so wie zum Beispiel der betrunkene Faust von sich plötzlich meint, er sei der Geist, die stets verneint &#8230; Auch ein schöner Einfall: Mephisto sitzt bei Faust im Wohnzimmer und liest Faust von Goethe. Intertextualität heißt das, habe ich aus dem Vorwort gelernt. Da sage noch mal einer, Comics würden nicht bilden &#8230;
Ach ja, endlich weiß ich jetzt auch, wer die Spam-Mails verschickt – kleine nichtsnutzige Looser-Teufel in der untersten Etage der Hölle. Und hier noch eine Empfehlung von Meph für die Tage nach Weihnachten: Die Paradiesdiät – morgens einen Apfel und sich den Rest des Tages schuldig fühlen!
Faust von Flix
Der Tragödie erster Teil
Carlsen Comics  14,90
ISBN 978-3-551-78977-8
Zur Homepage von Flix
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		<itunes:author>Thomas Laufersweiler</itunes:author>
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		<title>Die ertränkte Braut</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 23:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Pu</dc:creator>
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		<itunes:summary>Prof. Pu empfiehlt: Sieh mir beim Sterben zu von P. J. Tracy


Sie sind mir wirklich ans Herz gewachsen, die schrillen Typen von Monkeewrench, der Software-Firma, die der Mordkommission von Minneapolis schon so oft, wenn auch meist mit unlauteren Mitteln, geholfen haben. Auch in diesem Fall werden sie von den Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth um Hilfe gebeten, selbst das FBI muß sich den hervorragenden Kenntnissen der schlauen Hacker beugen.
Im Internet ist ein Film aufgetaucht, in dem eine Braut ertränkt wird, die Leiche dazu wurde tatsächlich im See gefunden.
&#8220;Die meisten von Ihnen haben verständlicherweise eine gewisse Abneigung dagegen, mit dem FBI zusammenzuarbeiten&#8221;, begann John Smith und bedachte seine Zuhörer mit einem angedeuteten Lächeln. &#8220;Das liegt vermutlich daran, daß die meisten von Ihnen regelmäßig gegen etliche Bundesgesetze verstoßen.&#8221; Nervöses Lachen im Publikum. &#8220;Kurioserweise ist genau das der Grund, warum wir Sie heute hergebeten haben.&#8221;
Und dann will dieser FBI-Smith auch noch für die Dauer der Ermittlungen bei Monkeewrench einziehen, Harley dreht am Rad, Grace bleibt gefasst:
&#8220;Das geht Dir ganz schön an die Nieren, was?&#8221;
&#8220;Das kannst Du laut sagen, dass mir das an die Nieren geht. Wir werden für Gott weiß wie lange einen FBI-Fuzzi im Haus haben,der uns über die Schulter glotzt und jeden Schritt beobachtet, den wir machen.&#8221;
&#8220;Na und?&#8221;
&#8220;Na und? Na und?! Bist Du noch zu retten? Wir brechen bei der Arbeit täglich hundert Bundesgesetze. Wir knacken geschützte Websites &#8211; verdammt, wir haben uns doch schon beim FBI eingehackt, als wär&#8217;s unser eigenes E-Mail-Konto. Die warten, bis sie die Software haben, die sie von uns brauchen, und dann wandern wir für die nächsten hundert Jahre in den Knast. Mein Gott, wir schlagen diese Typen doch seit zehn Jahren grün und blau. Die hassen uns. Und was machen sie? Fragen lieb an, ob wir ihr beschissenes trojanisches Pferd nicht in unser Büro lassen wollen. Und wir öffnen ihnen Tür und Tor.&#8221;
Doch sie lassen es zu, denn die Polizei ist völlig verwirrt, immer mehr Filme von kaltblütigen Morden erscheinen, dazu diese rätselhafte Ankündigungen:
&#8220;StAdT dEr enGel. Kein Zuhause. Nicht weit vom Pier.&#8221;
Sind es Trittbrettfahrer, eine Gruppe von Killern, die sich in einem Internetforum gefunden haben, ist es nur einer? Zwei der Opfer, Serviererinnen von Fast Food-Restaurants, überleben ihre Mordanschläge nur knapp. Dann ist da noch der alkoholabhängige ehemalige Richter Jim, der sich ständig in die Ermittlungen einmischt.
Zu allem Überfluß tauchen in der ganzen Stadt auf öffentlichen Plätzen Gläser mit einer unbekannten Flüssigkeit auf, panikartig verlassen die Bewohner Minneapolis. Zur Verwirrung der Kommissare kommt Überforderung hinzu. Doch die gewieften Hacker finden immer wieder eine Lücke im Netz hier, eine Überwachungskamera da, eine IP-Adresse dort und zeigen den Profis von der Polizei, wo es langgeht &#8230;
Hinter dem Pseudonym P.J. Tracy steckt ein Autorenteam von Mutter und Tochter, denen nicht nur enorm spannende Handlungen gelingen, sondern auch wunderbar präzise Charakterbeschreibungen ihrer Protagonisten. Kommissar Gino, immer ans Essen denkend, Magozzi und seine unerfüllte Liebe zu Grace &#8220;mit ihrem Domina-Charme&#8221;, eine begnadete Hackerin und Köchin, die sich nach mehreren Anschlägen auf ihr Leben zu einem Kontrollfreak entwickelt hat. Von ihr habe ich übrigens meinen Bildschirmschoner-Satz übernommen:
&#8220;Du kannst nicht alles kontrollieren.&#8221;
Harley, Motorradfahrer und Genießer der teuersten Rotweine und Zigarren oder Annie, die Frau mit den schrillsten
Pailletten-Kleidern, und natürlich Roadrunner, spargeldünn und immer in Lycra-Anzügen mit dem Rennrad nterwegs.
Ich empfehle, die Krimis der Mutter-Tochter-Crew in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen, man hat dann noch mehr Spaß an den Personen: &#8220;Spiel unter Freunden[...]</itunes:summary>
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		<itunes:author>Thomas Laufersweiler</itunes:author>
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		<title>&#8220;Pippilothek???&#8221;: Bücher braucht&#8217;s</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 22:00:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Prof. Pu empfiehlt: Pippilothek??? Von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer Voilà – hier ist ein neues Schätzchen aus meinem Sondersammelgebiet „Bücher über Bücher“: Der Fuchs jagt die Maus, nicht ahnend, dass es sich hier nicht um eine gewöhnliche, sondern um eine belesene und somit schlaue Maus handelt. Sie führt ihn an einen besonderen Ort: „Hier [...]]]></description>
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		<itunes:summary>Prof. Pu empfiehlt: Pippilothek??? Von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer


Voilà – hier ist ein neues Schätzchen aus meinem Sondersammelgebiet „Bücher über Bücher“: Der Fuchs jagt die Maus, nicht ahnend, dass es sich hier nicht um eine gewöhnliche, sondern um eine belesene und somit schlaue Maus handelt. Sie führt ihn an einen besonderen Ort:
„Hier soll man niemanden stören. Und du störst ganz gewaltig!“
„Gleich schnapp ich dich, gleich gehörst du mir!, knurrt der Fuchs.
„Dir gehört hier gar nichts“, kichert die Maus.
„Hier kann man nur alles ausleihen. Und ICH gehöre dir ganz sicher nicht. Das ist kein Jagdgebiet, sondern eine Bibliothek.“
„Eine Pippi &#8230; was?, fragt der Fuchs.
„Eine Bibliothek“, sagt die Maus.
Der Fuchs schaut sich um:
„Was ist eine Pippilothek?“
„Ein Ort mit vielen Büchern, mit Büchern zum Ausleihen. Und Bücher braucht’s, um etwas zu erleben. Um etwas zu lernen. Und um auf andere Ideen zu kommen.“
Und sie schafft es, den Fuchs auf andere Ideen zu bringen. Sie zeigt ihm ein Bilderbuch mit einem Mann und einer Katze, denen der Fuchs die Hühner stiehlt. Prima Ablenkungsmanöver:
„Hüüüühner!“, seufzt er. „Das wäre ja auch mal was!“
Er macht sich aus dem Staub. Zum Glück für die Maus. So kann sie sich wieder ihrer Lektüre widmen. Leider kehrt der Fuchs in der nächsten Nacht zurück, er will das Hühnerbuch und die Maus, zum Vorlesen. Sie dreht ihm ein Hörbuch an, damit sie ihre Ruhe hat. Doch die währt nicht lange, der Fuchs kommt mit einem Huhn im Maul zurück. Kurz bevor er es fressen wollte, kamen ihm Bedenken, ob Hühnerknochen nicht doch ungesund für seinen Magen seien. Die Maus zeigt ihm ein Lexikon, das arme Huhn liest ihm daraus vor, dann noch aus einem Haustier-Ratgeber, einem Kochbuch und einem Geschichtenbuch. Bis am Morgen der Bauer in der Bibliothek auftaucht, vor dem sich Huhn und Fuchs gleichermaßen fürchten, mit dem Ausleihwunsch „1 Huhn und 100 Rezepte“.

Huhn und Fuchs schließen einen Pakt: Der Fuchs gräbt den Hühnern einen Fluchtweg aus dem Hühnerhof und das Huhn bringt ihm das Lesen bei. Sie fliehen, nicht ohne einen Stapel Bücher, die Maus kann wieder in Ruhe lesen, und wenn sie nicht gestorben sind, dann lesen sie noch heute.
Diese gar köstliche Geschichte über Bibliotheken, Bücher und die Lust am Lesen, liebevoll illustriert, ist das perfekte Geschenk für Leselustige im Alter von 4-100 zum Vorlesetag am 18.11.2011!
Lorenz Pauli und Kathrin Schärer
Pippilothek???
Atlantis-Verlag € 14,90
978-3-7152-0620-2</itunes:summary>
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		<title>&#8220;Goethe ruft an&#8221;: Die Angst vor dem leeren Blatt</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Oct 2011 22:00:45 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Prof. Pu empfiehlt: Goethe ruft an von John von Düffel Wer unter den Schreibenden kennt sie nicht, die Angst vor dem leeren Blatt, den Kampf um den ersten Satz? Wer hat noch nicht solche ungeliebten Arbeiten wie Fenster- oder Schuheputzen begonnen, obwohl man doch eigentlich am Schreibtisch sitzen sollte &#8230; Mir scheint, John von Düffel [...]]]></description>
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Wer unter den Schreibenden kennt sie nicht, die Angst vor dem leeren Blatt, den Kampf um den ersten Satz? Wer hat noch nicht solche ungeliebten Arbeiten wie Fenster- oder Schuheputzen begonnen[...]</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Prof. Pu empfiehlt: Goethe ruft an von John von Düffel


Wer unter den Schreibenden kennt sie nicht, die Angst vor dem leeren Blatt, den Kampf um den ersten Satz? Wer hat noch nicht solche ungeliebten Arbeiten wie Fenster- oder Schuheputzen begonnen, obwohl man doch eigentlich am Schreibtisch sitzen sollte &#8230; Mir scheint, John von Düffel hat alle, aber auch wirklich alle Zweifel, Gedanken und Probleme zum Thema Schreiben und dem Kampf um Erfolg in diesem köstlich-amüsanten Roman zusammengefaßt.
Der Erzähler, ein namen- und erfolgloser Autor, erhält einen Anruf von Goethe, dem Erfolgreichen.
Goethe ruft an. Er heißt nicht Goethe, aber ich nenne ihn Goethe, weil er so sehr Goethe ist, wie man heute nur sein kann. Ein Klassiker gleichsam zu Lebzeiten. Alles von ihm, nicht nur seine Romane, Dramen und Gedichte, auch die aus dem Ärmel geschüttelten Zeitungsartikel, Interviews, Kommentare, sogar die Servietten, auf die er etwas kritzelt – alles, was er von sich gibt, ist klassisch. (&#8230;)
Wir haben zusammen angefangen zu schreiben, Goethe und ich, über zwanzig Jahre ist das her. Inzwischen füllen seine Veröffentlichungen eine Gesamtausgabe in zwölf Bänden, ich fülle nicht mal einen.
Goethe hätte da einen Auftrag für seinen Schriftstellerkollegen, vorausgesetzt, er sitze nicht an etwas Größerem.
Ich sitze an etwas Größerem, aber nicht gerade, sondern seit Ewigkeiten, daher sage ich erst einmal nichts. 
Der Erfolgreiche bittet ihn, den
als Schriftsteller getarnten Arbeitslosen,
ihn bei einem Schreibseminar in der Lausitz zu vertreten. Problem: gleich morgen früh sei Abreise. Kein Problem: Er gäbe ihm sein Manuskript vom ersten Seminar, das Original! Gleich würde es ihm seine Assistentin vorbeibringen. Goethe textet ihn so dermaßen zu, daß er nicht in der Lage ist, abzulehnen. Obwohl er sich hundertprozentig sicher ist, der Allerletzte zu sein, der jemandem das Schreiben beibringen könnte. Fräulein Eckermann, die natürlich auch nicht so heißt, bringt ihm das hochheilige Original-Manuskript zum Thema „Leichtschreiben“. Die ganze Nacht über hindert ihn dieser Mechanismus, nicht das zu tun, was gerade am wichtigsten ist, daran, hineinzuschauen.
Als er am frühen Morgen im Wellness-Hotel ankommt, ist er alles andere als vorbereitet. Lediglich die Spitznamen der Seminarteilnehmer sind in seinem verkaterten Kopf hängengeblieben: Fräulein Rottenmeier samt Gatte, der Schwamm und Hedwig Courths-Mahler. Dann beginnt ein Reigen von kleinen und größeren Katastrophen, Diskussionen und Streitereien, Anziehungen und Ablehnungen, Verliebungen und Entliebungen, verzweifelten Monologen und vor allem Drückebergereien vor ersten Sätzen. Dramatische Abgänge werden inszeniert, Konkurrenzkämpfe ausgefochten, Schreibblockaden im Hotelpool weggeschwommen, Lebenslügen auf den Tisch gelegt und stapelweise Papier aus dem Fenster geworfen. Und dann ist auch noch das Goethesche Leichtschreiben-Original-Manuskript verschwunden &#8230;

John von Düffel spielt ganz köstlich mit sämtlichen Klischees des schriftstellerischen Daseins. Es scheint, als habe er keinen einzigen Aspekt des Zweifelns und Verzweifelns an der einsamen Tätigkeit des Schreibens vergessen, als wäre er selbst jeder seiner Seminarteilnehmer. Sein Roman unterhält auf hohem Niveau, stimmt aber auch nachdenklich, denn er beleuchtet auf satirische Weise die Nöte derer, die täglich versuchen, „den Roman“ zu schreiben. „Goethe ruft an“ ist im Grunde die literarische Fortsetzung des Dokumentarfilms über von Düffel, in dem er sich beim Schreiben seines Romans „Houwelandt“ beobachten ließ.
Nicht nur dafür zolle ich ihm meine Bewunderung.
John von Düffel
Goethe ruft an
Dumont € 19,99
978-38321-9649-3</itunes:summary>
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		<itunes:author>Thomas Laufersweiler</itunes:author>
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		<title>&#8220;Léon und Louise&#8221;: &#8220;Für den Rest ihres Lebens würde er sie lieben &#8230;&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2011 22:02:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Pu</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Prof. Pu empfiehlt: Léon und Louise von Alex Capus Das Erste, was Léon von Louise wahrnahm, war ihr quietschendes Herrenfahrrad und ihre rot-weiß-gepunktete Bluse. Für den Rest ihres Lebens würde er sie lieben – und sie ihn. Damit wäre die Geschichte auserzählt &#8230; &#8220;und wenn sie nicht gestorben sind&#8221; &#8230; Doch Capus beginnt seinen Roman [...]]]></description>
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		<itunes:summary>Prof. Pu empfiehlt: Léon und Louise von Alex Capus


Das Erste, was Léon von Louise wahrnahm, war ihr quietschendes Herrenfahrrad und ihre rot-weiß-gepunktete Bluse. Für den Rest ihres Lebens würde er sie lieben – und sie ihn. Damit wäre die Geschichte auserzählt &#8230; &#8220;und wenn sie nicht gestorben sind&#8221; &#8230;
Doch Capus beginnt seinen Roman mit der Trauerfeier für Léon, der seinen Anverwandten damit noch aus dem Sarg heraus ein Schnippchen schlagen wollte. Er, zeitlebens Atheist, bestellt seine Familie aus Anlaß seines Todes in die größte Kirche von Paris, nach Notre-Dame. Da sitzen sie alle, ein kleines verlorenes Häuflein in dieser riesigen Kathedrale. Bis die Tür aufgeht und eine resolute kleine alte Dame mit rotem Schal an den Sarg tritt, Léons Leiche küsst und ihm etwas zum Abschied auf die Brust legt.
„Wer ist das?“
„Gehört die Frau zu uns?“
„Still, man kann euch hören.“
„Gehört die zur Familie?“
„Oder ist das vielleicht &#8230;?“
„Glaubst du?“
„Ach woher.“
„Bist du ihr nicht einmal im Treppenhaus &#8230;“
„Ja, aber da war es ziemlich dunkel.“
„Hört auf zu gaffen.“
„Wo nur der Pfarrer bleibt?“
„Kennt die jemand?“
„Ist es &#8230;“
„&#8230;vielleicht &#8230;“
„Meinst du?“
„Würdet ihr jetzt bitte still sein?“
Dann beginnt sein Urenkel die Geschichte der achtundsechzig Jahre währenden Liebe von Léon Le Gall und Louise Janvier zu erzählen. Siebzehn ist Léon, als er 1918 den Pappkoffer auf sein Fahrrad packt und tagelang von Cherbourg nach Saint-Luc-sur-Marne fährt, um dort eine Arbeitsstelle als Assistent des Bahnhofvorstehers anzutreten. Das „sensationelle“ Mädchen auf dem Fahrrad bekommt er erst wieder, nach wochenlangem Lauern, im Café zu Gesicht.

Sie ist die „Tippmamsell“ des Bürgermeisters und hat ein sehr vorlautes, starkes, aber auch sehr empathisches Wesen. Vom ersten Moment an ist er ihr verfallen, doch die spröde Louise läßt ihn zappeln. Woher sie stammt, weiß niemand so recht, genau wie Léon ist sie durch das Stellenvermittlungsprogramm des Kriegsministers nach Saint-Luc gekommen. Behutsam nähern sie sich aneinander an, für immer wollen sie zusammenbleiben. Auf dem Rückweg von einem Ausflug ans Meer werden sie durch einen Kampfangriff der Deutschen getrennt, bei dem jeder verletzt in einem anderen Bombenkrater landet &#8230;
1928 arbeitet Léon als Chemiker bei der Pariser Polizeipräfektur. Er untersucht die Essensreste, mit denen Menschen vergiftet wurden. Mittlerweile ist er verheiratet und hat einen Sohn, doch es vergeht kein einziger Tag, an dem er nicht an Louise denkt. Der Bürgermeister von Saint-Luc hatte ihm damals vor zehn Jahren mitgeteilt, sie sei ums Leben gekommen. Doch dann glaubt er, sie in der Métro gesehen zu haben und fährt stundenlang hin und her, bis er abgekämpft zu Hause ankommt. Seiner Frau Yvonne bleibt seine Aufgewühltheit nicht verborgen.
„Das haben wir beide immer gewusst, dass so etwas eines Tages geschehen würde, nicht wahr?“ Ihre Stimme war heiter, um ihre Lippen spielte ein Lächeln, und ihre Gestalt wurde umspielt vom Widerschein der Straßenlaterne, die vor dem Haus im Regen stand. „Du wirst das tote Mädchen suchen, du musst Gewissheit haben.“
„Das Mädchen gibt es nicht mehr, Yvonne, so oder so. Es ist viel Zeit vergangen seither.“
„Trotzdem wirst du sie suchen.“
„Nein, das werde ich nicht tun.“
„Irgendwann wirst du sie suchen. Du wirst nicht leben können ohne die Gewissheit.“
„Die Gewissheiten, die ich habe, reichen mir“, erwiderte er. „Weitere Gewissheiten brauche ich nicht. Ich renne nicht anderen Frauen hinterher, das solltest du wissen.“
„Weil du mit mir verheiratet bist?“
„Weil ich dein Mann und du meine Frau bist.“
„Du willst nichts Falsches tun, das ehrt dich, Léon. Trotzdem wird dich die Frage quälen, solange du ihr nicht auf den Grund gegangen bist. Das will ich nicht mit ansehen, und ich will es vor allem mir selbst nicht antun. Du musst das Mädchen suchen.“

Er findet sie, auf seine ganz eigene Weise. Louise arbeitet als Tippmamsell bei der Banque de [...]</itunes:summary>
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		<itunes:author>Thomas Laufersweiler</itunes:author>
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		<title>&#8220;Veranstaltungstipp&#8221;: Mainzer Literaturnacht</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Aug 2011 10:00:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer schon immer mal mit einer Straßenbahn in die Hölle fahren oder Charlotte Roche nachts in einem Zelt treffen wollte, ist heute ab 18.00 Uhr richtig bei der Mainzer Literaturnacht. Mein Tipp: &#8220;Mainz liest Kleist&#8221; &#8211; Mainzer Bürger lesen &#8220;Der zerbrochene Krug&#8221;, &#8220;Die Hermannsschlacht&#8221; und &#8220;Der Prinz von Homburg&#8221; &#8211; dort ist auch Prof. Pu [...]]]></description>
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		<title>„Manchmal genügt ein Nichts, damit das Leben aus den Fugen gerät.“</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Aug 2011 22:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Prof. Pu</dc:creator>
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		<itunes:summary>Prof. Pu empfiehlt: &#8220;Die erste Liebe&#8221; von Véronique Olmi


Emilie ist gerade dabei, das Essen für ihre Silberhochzeit vorzubereiten. Hätte sie auf ihren Mann gehört, säßen sie in einem Restaurant, sie aber wollte einen besonders schönen Abend zu zweit haben und ist dann doch mit den Vorbereitungen überfordert. Schon der Einkauf stürzt die fahrige Frau in kleine Krisen.
Wirklich, es hätte perfekt sein können. Wenn. Ich mich nicht mit dem Weinverkäufer gestritten hätte. Nicht aus seiner Boutique gerannt wäre, ohne etwas zu kaufen, und schließlich die Flasche Pommard genommen hätte, die Marc am vorangegangenen Wochenende aus Burgund mitgebracht hatte und die in die Anzeigenseiten von Libération gewickelt war.
„Emilie, Aix 1976. Komm so schnell wie möglich zu mir nach Genua. Dario.“
Dario Contadino. Ihre erste Liebe. Unvergessen.
Sie ist noch so geistesgegenwärtig, den Herd abzuschalten und die Kerzen zu löschen.
Dann nimmt sie die Autoschlüssel und fährt los. Hals über Kopf. Ohne ihr Handy oder Gepäck mitzunehmen Sie schreibt ihrem Mann nur, er solle sich „BLOSS keine Sorgen“ machen.
In Rückblicken, mit wunderschönen Beschreibungen, wie in einem französischen Film der Siebziger Jahre, erzählt Veronique Olmi die Liebesgeschichte der beiden Sechzehnjährigen. Dario, der italienische Liebling der Götter, nein, der französischen Mädchen, ist vielfach geküsst, doch nur mit Emilie verbindet ihn mehr als mit den anderen. Bisher kennt sie so etwas wie Symbiose nur aus dem Verhältnis zu ihrer großen Schwester, „der ein Chromosom fehlt“.  Dario ist es, der sie aus der Eintönigkeit des Familienlebens herausholt, sie wortlos versteht, und ihr zum ersten Mal in der Kabine eines Schallplattenladens Chopin vorspielt, ein erster inniger Moment.
(&#8230;) ein Wort, dass ich noch nicht kannte, verband Dario und mich und entfernte uns von den anderen.
Später lernte ich dieses Wort: „Intimität“. So nah an der Schüchternheit. Fast dieselbe Zartheit, die Geduld, die man braucht, um dorthin zu gelangen.
Auch jetzt entflieht sie ihrem eintönigen Leben mit den drei Töchtern, die sie nicht mehr brauchen und dem Mann, der ihr langweilig geworden ist.
Lieben wir uns, Marc und ich? Ich glaube eher, wir verstehen uns gut, trotz unserem Gezanke, und wir tun, was wir zu tun haben. Unsere Freunde, die sich nacheinander im regelmäßigen Rhythmus von drei Monaten scheiden lassen, sagen uns, was für ein Glück wir haben, dass wir beide „auf einer Wellenlänge liegen“.
Sie wissen nicht, dass sich diese Welle nicht bewegt, sie tanzt nicht durch die Luft und vibriert tatsächlich nicht genug, um uns über Bord zu werfen. Wir liegen in derselben Hängematte. Um uns herum schwankt alles und wir halten uns aneinander fest.
Paris hinter sich lassend, lässt sie sich treiben, fährt erst nach Aix-en-Provence, besucht ihre Schwester im Heim, wird von einer der Töchter aufgespürt, die ihre Mutter natürlich überhaupt nicht versteht. Auch ihr Mann kann nicht begreifen, was sie da tut. Auch sie selbst wundert sich immer wieder über ihre Sehnsucht nach Dario, die so plötzlich ausgebrochen ist und so lange verborgen lag. Zu Recht fragt sie sich, ob diese Anzeige wirklich ihr galt.
In Genua angekommen, wird sie mit harten Realitäten konfrontiert. Auch wenn Emilie tatsächlich die in der Anzeige Angesprochene ist, so war es nicht Dario, der sie aufgegeben hat &#8230;
Der nostalgischen Verklärung meiner Jugendzeit ziemlich abgeneigt &#8211; jeder zufällig gehörte Siebziger-Jahre-Titel katapultiert mich ungewollt in die Sonntagnachmittag-Disco vom Katholischen Jugendheim &#8211; hat mich dieser Roman sehr berührt und nachdenklich zurückgelassen. Wie sagt Emilie zu Beginn des Buches:
„Manchmal genügt ein Nichts, damit das Leben aus den Fugen gerät.“

Véronique Olmi
Die erste Liebe
Aus dem Französischen von Claudia Steinitz
Kunstmann 19,90 €
978-3-88897-702-2

Découvrez &#8220;Le premier amour&#8221;, nouveau roman de Véronique Olmi sur Culturebox ![...]</itunes:summary>
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		<itunes:author>Thomas Laufersweiler</itunes:author>
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		<title>Erinnerungen an ein abgestrittenes Leben</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jul 2011 22:00:25 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Prof. Pu empfiehlt &#8220;Der Trakt&#8221; von Arno Strobel. Nach längerer Krimi-Abstinenz hatte ich mal wieder Lust auf Entspannung durch Spannung. Arno Strobels Kriminalroman ist ein Psychothriller mit relativ wenig Blut, dafür um so subtiler in seiner Grausamkeit und den Leser auf Feinste manipulierend. Er führt einen zusammen mit der Protagonistin so sehr in die Irre, [...]]]></description>
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		<itunes:summary>Prof. Pu empfiehlt &#8220;Der Trakt&#8221; von Arno Strobel.


Nach längerer Krimi-Abstinenz hatte ich mal wieder Lust auf Entspannung durch Spannung. Arno Strobels Kriminalroman ist ein Psychothriller mit relativ wenig Blut, dafür um so subtiler in seiner Grausamkeit und den Leser auf Feinste manipulierend. Er führt einen zusammen mit der Protagonistin so sehr in die Irre, dass man, genau wie sie, seinen Eindrücken nicht mehr trauen kann.
Sibylle Aurich erwacht aus einem Traum, in dem ihr Sohn entführt wurde. Sie liegt in einem Krankenhausbett in einem seltsamen Kellerraum und kann sich nicht erinnern, wie sie dort hingekommen sein soll. Ein Arzt erzählt ihr, sie sei in einem Park überfallen worden und habe durch einen Schlag auf den Kopf zwei Monate im Koma gelegen. Ihre erste und wichtigste Frage ist die nach ihrem Sohn:
Muhlhaus beugte sich nach vorne und legte seine Hand auf ihre:
„Frau Aurich, ich kann nicht sagen, warum &#8230; ich meine, wo diese Gedanken herkommen. Vielleicht hat der Schlag auf den Kopf sie ausgelöst, aber &#8230; Frau Aurich, Sie irren sich. Sie haben keinen Sohn.“
Er erklärt ihr, ein menschliches Gehirn sei zu unfassbaren Leistungen fähig und könne ebenso unfassbare Streiche spielen. Trotz ihrer grossen Verwirrung ist sie sich sicher, dass hier einiges nicht stimmt. Es gelingt ihr, aus dem Keller zu fliehen. Als sie, aufsehenerregend, in ihrem Krankenhaushemdchen auf der Strasse steht, hält ein Wagen mit einer schrillen rothaarigen Frau, die sich ihrer annimmt. Notdürftig mit einem alten Mantel bekleidet, läßt sie sich nach Hause zu ihrem Mann bringen – der sie nicht erkennt und behauptet, seine Frau sei vor zwei Monaten verschwunden und sie hätten kein Kind. Auf dem Hochzeitsfoto an der Wand steht ihr Mann neben einer anderen Frau. Sibylle blickt nicht mehr durch. Doch da hat ihr vermeintlicher Ehemann schon die Polizei gerufen. Sie schafft es, auch ihr zu entkommen.

Immer stärker bekommt sie das Gefühl, geisteskrank geworden zu sein. Es taucht ein mysteriöser Mann auf, ein ehemaliger Fremdenlegionär, der von einem „der Doktor“ genannten Auftraggeber angeheuert wurde, Sibylle zu beschatten. Zunächst bemerkt sie ihn nicht.
Der Doktor hatte recht behalten. Jane hatte sich zu dem Haus bringen lassen.
Hans kannte ihren richtigen Namen gar nicht. Das war schade. Der Doktor hatte ihr den Namen Jane Doe gegeben, so wie in Amerika unbekannte Frauen oder nicht identifizierte weibliche Leichen genannt wurden. Hans hatte noch eine Entscheidung des Doktors in Frage gestellt, aber dieser Name widerstrebte ihm, und er konnte nichts dagegen tun.
Sibylle wird nicht nur von Hans beobachtet – ein Mann, dessen Schwester offenbar ein ähnliches Schicksal ereilte, bietet ihr Unterstützung an. Sie vertraut ihm, doch er ist nicht der, der er vorgibt zu sein.
Strobel gelingt es hervorragend, die immer stärker und größer werdende Verwirrung Sibylles auf den Leser zu übertragen. Warum nur hat sie ständig Peter-Maffay-Lieder im Kopf? Den mochte sie doch noch nie! Jede neue Person, die auftaucht, um ihr zu helfen, findet man mit ihr zusammen sofort suspekt oder doch vertrauenswürdig, ändert bald wieder seine Meinung, um am Ende dann wieder hereingefallen zu sein. Man ist sich sicher, ihr Gehirn muss manipuliert worden sein, nur wie und warum? Wer ist sie denn nun wirklich? Ein paar Ungereimtheiten habe ich dafür gern in Kauf genommen, wie auch den Schluss, der mir in den letzten Zeilen dann doch etwas zu gefühlig geraten ist.
Arno Strobel
Der Trakt
Fischer-Taschenbuch € 8,95
978-3-596-18631-0
www.arno-strobel.de</itunes:summary>
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		<title>Versteigerung einer Liebe</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 22:01:37 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Prof. Pu empfiehlt: Bedeutende Objekte und persönliche Besitzstücke aus der Sammlung von Lenore Doolan und Harold Morris, darunter Bücher, Mode und Schmuck. Von Leanne Shapton Wer kennt das nicht, die bisweilen kitschigen und für andere völlig wertlosen Beweisstücke einer Liebe? Eine auf dem Rummel geschossene Plastikrose (nie würde man sich sonst Kunstblumen in die Wohnung [...]]]></description>
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Wer kennt das nicht, die bisweilen kitschigen und für andere völlig wer[...]</itunes:subtitle>
		<itunes:summary>Prof. Pu empfiehlt: Bedeutende Objekte und persönliche Besitzstücke aus der Sammlung von Lenore Doolan und Harold Morris, darunter Bücher, Mode und Schmuck. Von Leanne Shapton


Wer kennt das nicht, die bisweilen kitschigen und für andere völlig wertlosen Beweisstücke einer Liebe? Eine auf dem Rummel geschossene Plastikrose (nie würde man sich sonst Kunstblumen in die Wohnung stellen!), ein kleines Plüschtier (aus dem Alter sind wir doch jetzt wirklich raus!), der Korken der ersten gemeinsam getrunkenen Champagnerflasche (wollte ich nicht aufhören, alles aufzuheben?)
Leanne Shapton hat aus den Devotionalien einer Liebesgeschichte ein literarisches Kunstobjekt gemacht: Sie erzählt den Lauf einer Liebe anhand eines fiktiven Auktionskatalogs mit den Besitztümern eines erfundenen Paares. Die Idee dazu kam ihr bei der Versteigerung von Truman Capotes Nachlass.

Als ich von ihrem Buch hörte, dachte ich nur, wie soll das gehen – doch schon nach der ersten Seite war ich gefesselt und musste es unbedingt in einem Zug bis zum Ende durchlesen. Der Katalog ruft eine Mischung aus Lese-Neugier (wie geht es weiter, schaffen sie es, bleiben sie zusammen?), Wiedererkennen von Vertrautem (ach, nicht nur ich hebe simple Zettelchen auf &#8230; oh, diese Katzenzungen-Schachtel vom Café Demel in Wien steht auch in meinem Bücherregal!), und Bewunderung hervor, für die schöne Idee, eine Liebesgeschichte auf diese ausgefallene Art zu erzählen.
Lenore schreibt eine kulinarische Kolumne für die New York Times, Harold ist freier Fotograf. Kennengelernt haben sie sich auf einer Halloween-Party von gemeinsamen Freunden. Wie rührend ist Objekt Nr. 1006, die zerknitterte Serviette, auf die Lenore für Harold ihre Mailadresse geschrieben hat. Es gibt romantische Widmungen in Büchern, die sie sich gegenseitig zum Geschenk machten:
&#62;&#62;Verliehen an Lenore am Vorabend meiner Abreise nach London am 11. Dez. 2002. Wird nach meiner Rückkehr zurückgefordert. Vergib meinen Platz nicht. H.&#60;&#60;
Oder die unvergesslichen Mix-CDs als Liebesgaben. Kitschige Geschenke, deren Sinn sich nur aus der Intimität zweier Liebenden ergibt (und die einem später schon mal ein kleines bisschen peinlich sein können). Sehr hübsch auch die zehn Postkarten, geschrieben zwei Monate nach ihrem Kennenlernen, von ihm an sie (wie sich doch Worte von Verliebten gleichen, wenn sie nicht beieinander sein können!):
&#60;&#60;War letzten Abend auf einer Vernissage in der Tate. Habe mich vom Wein-Gelage davongestohlen, um mir einen reizenden Balthus im dritten Stock anzusehen. Stellte mir vor, Du stündest neben mir und wir betrachteten ihn gemeinsam &#8230;&#60;&#60;
Der Reiz dieses Buches liegt in seinem absoluten und manchmal gnadenlosen Realismus. Wir begleiten sie auf ihrer ersten gemeinsamen Reise nach Venedig, sehen ihre Fotos und lesen ihre Postkarten. Man erfährt alles über das Paar, als ob man mit ihnen befreundet wäre, bei ihnen ein und aus ginge, als ob sie einem ihr Herz ausgeschüttet hätten. Wartet gespannt, ob sie denn nun zusammenziehen. Völlig involviert habe ich dementsprechend empfindlich auf Lenores handschriftliche Notiz reagiert, nachdem sie zu Harold gezogen ist:
&#60;&#60;Ich kann es nicht fassen, dass Du angeblich keinen Kuchen mehr sehen kannst. Damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt, und Deine Worte haben mich tief verletzt. (&#8230;) Mein Job ist genauso hart wie Deiner. &#60;&#60;
Noch mehr zog sich mein Herz bei Objekt Nr. 1248, „Eine handschriftliche Notiz“ 18&#215;15 cm / $10-20“ zusammen:
&#60;&#60;BITTE / Beantworte meine E-Mails / Ruf an, wenn Du später kommst / Interessiere Dich für das Thema Essen / Interessiere Dich für meine Freunde / Nimm zur Kenntnis, dass ich versuche, Dich glücklich zu machen / Hör auf, Dich über meine Sachen in Deiner Wohnung lustig zu machen / Hör auf, so herrisch zu sein / Lass Deine Genervtheit nicht mehr an mir aus / VERDAMMT noch mal!&#60;&#60;
Wer hat solche Listen noch nicht erstellt, zumindest in Gedanken? Und dann[...]</itunes:summary>
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