Programmtipp: “Emmas Glück”


Ein Beitrag von Prof. Pu, abgelegt unter Buch, Kino am 12.Oktober 2009

Das  SWR Fernsehen hat ja einen Lauf  mit den Spätfilmen:
Heute 12. Oktober | 23.00 Uhr

Nicht das Buch zum Film sondern eine Empfehlung von Prof. Pu zu Buch UND Film: „Emmas Glück“ von Claudia Schreiber.

Das Buch
Emma, einer einsamen jungen Schweinezüchterin, fällt, samt Ferrari und geklautem Geld, ein einsamer kranker junger Mann durch einen Unfall auf ihren hoch verschuldeten Bauernhof. Es dauert einige Zeit, bis die beiden sich, mit all ihren Vorbehalten, Lebensverletzungen und Ängsten, ihre Liebe eingestehen – ein trauriger, manchmal sehr rauer und doch auch sehr komischer Roman.
Goldmann Taschenbücher
Bd.46303 € 7,95
Mehr von Claudia Schreiber

Der Film
Zum Glück für Emma und Max hat die Autorin am Drehbuch für “Emmas Glück” mitgearbeitet – was sicher zu einer eher gelungenen Literatur-Verfilmung geführt hat. Zwar ist die Geschichte gekürzt und vereinfacht und die Charaktere ziemlich geglättet und abgefeilt worden, doch die beiden Hauptdarsteller Jördis Triebel und Jürgen Vogel sind die perfekte Besetzung. Eine der seltenen Literaturadaptionen, die Lust macht, das Buch auch nach dem Film noch einmal zu lesen, mit den beiden Schauspielern vor Augen. Beides, Buch und Film, sind sehr berührend und begleiten einen noch eine Zeitlang in Gedanken …
Mehr vom Film


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“Also ich fordere, daß die Welt blau ist!”


Ein Beitrag von Prof. Pu, abgelegt unter Buch, Podcast, Prof. Pu und die Pücher am 11.Oktober 2009

Prof. Pu empfiehlt:  “Die Welt ist blau” von Viktoria Wolff

Blau! [ 5:30 ] Jetzt abspielen | Download

Mit großem Vergnügen suche ich mir Lektüren, die in der Gegend meines Urlaubsortes spielen – klappt nicht immer, doch dieses Mal war es ein Volltreffer. Der „Sommerroman aus Ascona“, erstmals erschienen 1933, hat mich bezaubert. Ursula, eine heitere Zwanzigjährige, fährt mit ihrem Geliebten Peter, einem etwas angespannten, bisweilen recht strengen Rechtsanwalt, ins Blaue. Am Gotthard erobert sie sich das Lenkrad:

„Die Geschwindigkeit beschwingt sie, das Steuer verwandelt sie in ein kühnes Kind ohne Besinnen. Die Kilometerleidenschaft der ersten Tage hat sie mit Macht ergriffen. Dem Mann ist nicht wohl zumute dabei. Er fährt in Gedanken jede Kurve mit.
„Paß auf“, sagt er oft, „fahre doch rechts.“
„Wenn Du noch mal den Lehrer spielst, fahre ich dich in den Graben“, droht sie, als sie genug davon hat.
„Das Schlimmste an deiner Drohung ist, daß ich sie dir zutraue, Mädchen.“
Nun gibt aber auch schon die tolle junge Frau dem Wagen einen jähen Ruck, daß er gerade noch in der Kurve zum Stehen kommt.
„Da hast du deinen alten Karren“, sagt sie brüsk.
„Wenn ich nicht Mitleid mit dir hätte, ginge ich zu Fuß ins Tessin.“
„Aber Mädel, so war das doch nicht gemeint.“
„Von mir war das schon so gemeint.“
„Ist da nicht ein t zuviel in diesem Wort?“
Nur solche Töne verfangen bei Ursula.
„Schau einmal an, der Herr ist witzig.““

Sie landen in Ascona am Lago Maggiore, im neuen Hotel auf dem Monte Verità, inmitten einer Ansammlung von Exzentrikern, Lebenskünstlern und merkwürdigen Paarkonstellationen. Im Speisesaal denken sie sich für die Gäste Namen aus: Aus der Frau, die immer nach ihrem Hund Maxi ruft, wird die Maxikanerin, eine andere, sehr Attraktive, nennen sie „das Titelbild“, es gibt das „Trio“, eine Frau mit Ehemann und Geliebtem.

Die Welt ist blau (Foto: Prof. Pu)

Viktoria Wolff hat das bunte Treiben im Ascona der Zwanziger Jahre, wo sich besonders gerne die reichen Berliner tummelten und „ihre erotischen Ferien verleb[t]en“, wunderbar beschrieben. Das mondäne Hotel gehörte damals dem ehemaligen Bankier Kaiser Wilhelms II., Baron Eduard von der Heydt. Man erzählte sich von „Picassos, die im Hotelaufzug hingen“. Jedes Bett hatte Rollen, um es in „lauen Nächten“ auf den Balkon zu fahren, im Park, durch den die Gäste in „Lufthemden“ wandelten, standen Buddhastatuen. Immer wieder erfreut hat mich weiterlesen


Ein Kommentar




Was Kant, Thomas Mann, Casanova, Cyrano de Bergerac, Lagerfeld und Bud Spencer gemeinsam haben


Ein Beitrag von Prof. Pu, abgelegt unter Buch, Podcast, Prof. Pu und die Pücher am 19.Juli 2009

Prof. Pu empfiehlt: Über den Umgang mit E-Mails – Der Scholz&Friends E-Mail-Knigge

Mailverkehr, aber richtig! [ 3:47 ] Jetzt abspielen | Download

Mehr Reden, weniger E-MailsSchön gestalteten Büchern, besonders denen aus dem Hermann-Schmidt-Verlag in Mainz, kann ich einfach nicht widerstehen. Gebunden in Leinen, mit Golddruck – wie oft gibt es das schon noch in den modernen Zeiten von E-Book & Co. Erst recht nicht widerstehen konnte ich dem Thema: 10 Regeln über den ordentlichen, andere Menschen nicht nervenden, Fluten und zusätzlichen Aufwand vermeidenden, sinnvollen und vor allem sparsamen Umgang mit E-Mails. Es gibt bestimmt niemanden, der sie nicht bisweilen als Plagegeist Nr. 1 empfindet. Aus dem Vorwort:

“Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts saß der geistig arbeitende Mensch im “Kontor”, empfing bisweilen Besucher und korrespondierte. Kurz darauf klingelte zum ersten Mal ein Telefon. Fortan saß man im “Bureau”, empfing bisweilen Besucher, korrespondierte und telefonierte. Einige Zeit später fiepte das erste Fax, und der Mensch saß im “Büro”, empfing weiterhin Besucher, korrespondierte, telefonierte und bediente das Faxgerät. Nebenbei ging er selbstverständlich noch seiner Arbeit nach. Dann kam die E-Mail: Heute sitzt der geistig arbeitende Mensch im “Office”. Und neben Besuchern, Korrespondenz, Telefonaten und Fax empfängt er eine Flut von E-Mails, die allesamt aufs pünktlichste beantwortet sein wollen. Und so ganz nebenbei bleibt ihm dabei keine Zeit für die Arbeit mehr.“

Als ich das letzte Mal aus einem dreiwöchigen Urlaub zurückkam, hatte ich ca. 600 Mails – und benötigte fast zwei Stunden, um die Unwichtigen von den Wichtigen zu trennen. weiterlesen


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Das Leben in “abgespeckter Version”


Ein Beitrag von Prof. Pu, abgelegt unter Buch, Podcast, Prof. Pu und die Pücher am 7.Juni 2009

Prof. Pu empfiehlt: Così fan tutte von Alan Bennett

Das Leben in abgespeckter Version [ 3:43 ] Jetzt abspielen | Download

Was für eine Vorstellung: Man kommt nach einem Opernbesuch nach Hause und die Wohnung ist vollständig leer:

Bei den Ransomes war eingebrochen worden. „Wir sind überfallen worden“ sagte Mrs. Ransome. „Es ist eingebrochen worden“, korrigierte Mr. Ransome. In Häuser wurde eingebrochen, Personen wurden überfallen. Mr. Ransome war von Beruf Anwalt und fand, daß es auf Worte ankam. Allerdings war ’eingebrochen’ ebenfalls das falsche Wort. Einbrecher sind wählerisch; sie suchen aus. Sie nehmen den einen Gegenstand mit und ignorieren andere. Es gibt eine Grenze dessen, was Einbrecher mitnehmen können: Sie nehmen beispielsweise selten Sessel mit, und Sofas noch seltener. Diese Einbrecher taten das. Sie nahmen alles mit.

Alles, was sich bei den Ransomes im Laufe ihrer 32-jährigen Ehe angesammelt hat, alles, was man brauchte oder auch nicht mehr benötigte, alles, woran man hing – verschwunden. Sogar der Braten, der im Ofen während „Così fan tutte“ vor sich hinschmoren sollte, ist weg. Mrs. Ransome weint, Mr. Ransome sucht einen öffentlichen Fernsprecher. Als um 4 Uhr morgens endlich die Polizei eintrifft, ist auch sie erstaunt.

„Sind Sie gerade erst eingezogen?“ fragte der Inspektor, während er die nackten Dielen betrachtete. „Nein“, sagte Mr. Ransome, „wir wohnen seit dreißig Jahren hier.“ „Voll möbliert?“ „Natürlich“, sagte Mr. Ransome. „Es war ein ganz normales Zuhause.“ „Ein Sofa, ein Sessel, eine Uhr“, sagte Mrs. Ransome. „Wir hatten alles.“ „Fernseher?“ fragte der Wachtmeister schüchtern. „Ja“, sagte Mrs. Ransome. „Wir haben nicht oft geschaut“, sagte Mr. Ransome. „Videogerät?“ „Nein“, sagte Mr. Ransome, „das Leben ist kompliziert genug“.

Und während Anwalt Ransome mit der Versicherung ringt, empfindet seine Frau nach ein paar Tagen die leere Wohnung als Herausforderung. Sie beginnt zaghaft mit weiterlesen


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Stieg Larsson: 2308 Seiten Abtauchen


Ein Beitrag von Prof. Pu, abgelegt unter Buch, Podcast, Prof. Pu und die Pücher am 24.Mai 2009

Prof. Pu empfiehlt : Verblendung, Verdammnis, Vergebung. Die Millennium-Trilogie von Stieg Larsson

Hoher Suchtfaktor [ 3:17 ] Jetzt abspielen | Download

Es bleibt mir nichts anderes übrig als mich in den Chor der Millionen Leser  einzureihen: Diese drei Kriminalromane machen so süchtig, daß man sich im Grunde eine Woche dafür frei nehmen müßte. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal 500 Seiten am Stück nicht gelesen, sondern aufgesogen habe. Zugegeben, die Titel der deutschen Übersetzungen sind weder besonders aussagekräftig noch originell, sie kommen mir fast willkürlich vor. Klar ist auf jeden Fall, daß man die drei Romane am besten zügig hintereinander wegliest. Sie schließen so strikt aneinander an, daß man gar nicht anders kann, als sofort in den nächsten Band einzusteigen.

Man muss unbedingt wissen, wie es mit dem Journalisten und selbsternannten Privatdetektiv Mikael Blomkvist und Lisbeth Salander, der spröden jungen Computerspezialistin mit den vielen Fähigkeiten und Macken, weitergeht, nachdem sie im ersten Band „Verblendung“ gemeinsam einen spektakulären Fall gelöst haben: Ein Firmenmagnat beauftragt Blomkvist, als dessen Biograf getarnt, eine schreckliche Familiengeschichte aufzudecken. In „Verdammnis“, dem zweiten Band der Trilogie, bietet jemand Blomkvist und seiner Zeitschrift „Millennium“ eine haarsträubende Enthüllungsgeschichte an über den Handel mit osteuropäischen Mädchen, in die auch Amtsträger des schwedischen Staates verwickelt sind.

Larsson

Salander, die Hackerin, Blomkvists Festplatte immer fest im Blick, entdeckt in den Recherergebnissen Menschen aus ihrer Vergangenheit, mit denen sie noch abzurechnen hat. Womit man nahtlos im dritten Band „Vergebung“ landet: Blomkvist findet Salander mit einer Kugel im Kopf. Atemlos wird man Zeuge weiterlesen


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