“Léon und Louise”: “Für den Rest ihres Lebens würde er sie lieben …”


Ein Beitrag von Prof. Pu, abgelegt unter Buch, Kino, Podcast, Prof. Pu und die Pücher am 3.Oktober 2011

Prof. Pu empfiehlt: Léon und Louise von Alex Capus

Prof. Pu schwärmt von Leon und Louise [ 6:42 ] Jetzt abspielen | Download

Das Erste, was Léon von Louise wahrnahm, war ihr quietschendes Herrenfahrrad und ihre rot-weiß-gepunktete Bluse. Für den Rest ihres Lebens würde er sie lieben – und sie ihn. Damit wäre die Geschichte auserzählt … “und wenn sie nicht gestorben sind” …

Doch Capus beginnt seinen Roman mit der Trauerfeier für Léon, der seinen Anverwandten damit noch aus dem Sarg heraus ein Schnippchen schlagen wollte. Er, zeitlebens Atheist, bestellt seine Familie aus Anlaß seines Todes in die größte Kirche von Paris, nach Notre-Dame. Da sitzen sie alle, ein kleines verlorenes Häuflein in dieser riesigen Kathedrale. Bis die Tür aufgeht und eine resolute kleine alte Dame mit rotem Schal an den Sarg tritt, Léons Leiche küsst und ihm etwas zum Abschied auf die Brust legt.

„Wer ist das?“
„Gehört die Frau zu uns?“
„Still, man kann euch hören.“
„Gehört die zur Familie?“
„Oder ist das vielleicht …?“
„Glaubst du?“
„Ach woher.“
„Bist du ihr nicht einmal im Treppenhaus …“
„Ja, aber da war es ziemlich dunkel.“
„Hört auf zu gaffen.“
„Wo nur der Pfarrer bleibt?“
„Kennt die jemand?“
„Ist es …“
„…vielleicht …“
„Meinst du?“
„Würdet ihr jetzt bitte still sein?“

Dann beginnt sein Urenkel die Geschichte der achtundsechzig Jahre währenden Liebe von Léon Le Gall und Louise Janvier zu erzählen. Siebzehn ist Léon, als er 1918 den Pappkoffer auf sein Fahrrad packt und tagelang von Cherbourg nach Saint-Luc-sur-Marne fährt, um dort eine Arbeitsstelle als Assistent des Bahnhofvorstehers anzutreten. Das „sensationelle“ Mädchen auf dem Fahrrad bekommt er erst wieder, nach wochenlangem Lauern, im Café zu Gesicht.

Sie ist die „Tippmamsell“ des Bürgermeisters und hat ein sehr vorlautes, starkes, aber auch sehr empathisches Wesen. Vom ersten Moment an ist er ihr verfallen, doch die spröde Louise läßt ihn zappeln. Woher sie stammt, weiß niemand so recht, genau wie Léon ist sie durch das Stellenvermittlungsprogramm des Kriegsministers nach Saint-Luc gekommen. Behutsam nähern sie sich aneinander an, für immer wollen sie zusammenbleiben. Auf dem Rückweg von einem Ausflug ans Meer werden sie durch einen Kampfangriff der Deutschen getrennt, bei dem jeder verletzt in einem anderen Bombenkrater landet …

1928 arbeitet Léon als Chemiker bei der Pariser Polizeipräfektur. Er untersucht die Essensreste, mit denen Menschen vergiftet wurden. Mittlerweile ist er verheiratet und hat einen Sohn, doch es vergeht kein einziger Tag, an dem er nicht an Louise denkt. Der Bürgermeister von Saint-Luc hatte ihm damals vor zehn Jahren mitgeteilt, sie sei ums Leben gekommen. Doch dann glaubt er, sie in der Métro gesehen zu haben und fährt stundenlang hin und her, bis er abgekämpft zu Hause ankommt. Seiner Frau Yvonne bleibt seine Aufgewühltheit nicht verborgen.

„Das haben wir beide immer gewusst, dass so etwas eines Tages geschehen würde, nicht wahr?“ Ihre Stimme war heiter, um ihre Lippen spielte ein Lächeln, und ihre Gestalt wurde umspielt vom Widerschein der Straßenlaterne, die vor dem Haus im Regen stand. „Du wirst das tote Mädchen suchen, du musst Gewissheit haben.“
„Das Mädchen gibt es nicht mehr, Yvonne, so oder so. Es ist viel Zeit vergangen seither.“
„Trotzdem wirst du sie suchen.“
„Nein, das werde ich nicht tun.“
„Irgendwann wirst du sie suchen. Du wirst nicht leben können ohne die Gewissheit.“
„Die Gewissheiten, die ich habe, reichen mir“, erwiderte er. „Weitere Gewissheiten brauche ich nicht. Ich renne nicht anderen Frauen hinterher, das solltest du wissen.“
„Weil du mit mir verheiratet bist?“
„Weil ich dein Mann und du meine Frau bist.“
„Du willst nichts Falsches tun, das ehrt dich, Léon. Trotzdem wird dich die Frage quälen, solange du ihr nicht auf den Grund gegangen bist. Das will ich nicht mit ansehen, und ich will es vor allem mir selbst nicht antun. Du musst das Mädchen suchen.“

Er findet sie, auf seine ganz eigene Weise. Louise arbeitet als Tippmamsell bei der Banque de France.

„Tja“, sagte Louise. „Da haben wir uns ein paar Jahre lang ziemlich nah beieinander die Hintern plattgesessen. Das nennt man Pech.“

Einen sehr glücklichen Tag und eine noch glücklichere Nacht verbringen sie miteinander, dann wirft ihn Louise beherzt aus ihrem Auto.

„In den folgenden elf Jahren acht Monaten dreiundzwanzig Tagen vierzehn Stunden und achtzehn Minuten sahen und hörten Louise und Léon einander nicht wieder, und sie blieben ohne Nachricht voneinander.“

Léon mußte Louise versprechen, zu seiner Frau zurückzukehren und nicht mehr nach ihr zu suchen. Er zeugt mit Yvonne noch ein paar Kinder, sie betrügt ihn mit einem Urlaubsflirt, alles verläuft in einigermaßen ruhigen Bahnen. Erst am 14. Juni 1940, als fast alle Paris fluchtartig verlassen, aus Angst vor den vorrückenden Deutschen, erhält er einen Brief von Louise. Sie wird mit dem Gold der Banque de France auf abenteuerliche Art und Weise auf ein Schiff verfrachtet und nach Afrika gesandt. Sie schreibt ihm sehr innige Briefe, so, als ob sie aus erst aus der sicheren Entfernung tausender Kilometer heraus ihre Sehnsucht offenlegen kann, dabei weiß sie nicht einmal, ob er ihre Post je erhält.

Während der deutschen Besatzung untergräbt Léon die Schikanen der Machthaber auf seine ganz eigene anarchistische, aber auch recht feige Art, während Yvonne sich im Überlebenskampf für die Familie verzehrt. Erst Monate nach Kriegsende kehrt Louise mit dem staatlichen Gold nach Paris zurück. Ihr erster Weg führt sie ins Haus von Léon, zu Yvonne. Die beiden klugen Frauen verstehen es, sich über den noch ahnungslosen Léon hinweg zu arrangieren …

Capus versteht es besser als jeder Beziehungsratgeber mit seinem Roman aufzuzeigen, wie es gehen könnte, respektvoll das eine zu tun ohne das andere zu lassen. Er beschreibt seine Personen lakonisch, ironisch, feinsinnig und versteht sich auf köstliche Dialoge. Er scheint das Mit- und Gegeneinander der Geschlechter und vor allem die Frauen gut studiert zu haben. Sein Roman ist lebensklug, amüsant, leicht wie eine Feder und führt ganz nebenbei durch das 20. Jahrhundert. Bedauerlich, daß er es nicht auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft hat – bei mir steht er jedenfalls ganz oben auf meiner persönlichen Liste!

Alex Capus
Léon und Louise
Hanser € 19,90
978-3-448-23630-1


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“Die Kinder von Paris”: ein dunkles Kapitel


Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Kino, Podcast, Prof. Pu und die Pücher am 22.Februar 2011

Prof. Pu hat sich “Die Kinder von Paris” angesehen – inspiriert durch ihren letzten Buchtipp. Ein Film über das Trauma der Franzosen, die Judenvernichtung im besetzten Paris von 1942, ein gerne totgeschwiegenes und dunkles Kapitel, ausgelöst durch einen unmenschlichen Kuhhandel der Vichy-Regierung. Kein cineastisches Highlight, konventionell gefilmt, jedoch mit herausragenden Kinderdarstellern, einem ganz anderen Jean Reno und einer hinreissenden Mélanie Laurent (bekannt aus “Inglorious Basterds”) als Krankenschwester Annette. Weniger dramatische Musik hätte es auch getan – die Geschichte steht für sich. Wie so oft, mehr Mut zur Stille!

Die Kinder von Paris [ 2:43 ] Jetzt abspielen | Download

Die Kinder von Paris
F 2010, 115 Min., Regie: Rose Bosch
FSK 12


Ein Kommentar




Parvenüs im Paris der Zwanziger Jahre


Ein Beitrag von Prof. Pu, abgelegt unter Buch, Podcast, Prof. Pu und die Pücher am 6.Juni 2010

Prof. Pu empfiehlt: Der Ball von Irène Némirovsky

Pariser Parvenüs [ 2:43 ] Jetzt abspielen | Download

Madame Rosine Kampf möchte als Beweis ihrer Arriviertheit einen Ball geben. Sie ist schrecklich aufgeregt und herrscht ihre ganze Umgebung an. Endlich sind sie da angekommen, wo sie immer hinwollte. In der feinen Pariser Gesellschaft, dank erfolgreicher Börsenspekulationen ihres Mannes. Tagelang zerbricht sie sich den Kopf über die Gästeliste, schliesslich ist man ja jetzt wer!

Kampf zog einen mit vielen Namen und Korrekturen vollgekritzelten Zettel aus der Tasche.

„Wir fangen mit den Leuten an, die ich kenne, einverstanden, Rosine? Schreib, Antoinette. Monsieur und Madame Banyuls. Die Adresse weiß ich nicht, aber du hast ja das Telefonbuch bei der Hand, da kannst du nachschlagen …“

„Sie sind sehr reich, nicht wahr?“ murmelte Rosine.

„Ja, sehr.“

„Meinst du denn … daß sie kommen wollen? Ich kenne Madame Banyuls gar nicht.“

„Ich auch nicht. Aber ich habe geschäftlich mit ihrem Mann zu tun, das genügt … Die Frau soll reizend sein, und sie wird in ihren Kreisen nicht mehr viel eingeladen, seit sie in diese Geschichte verwickelt war … Du weißt schon, diese berühmten Orgien im Bois de Boulogne, vor zwei Jahren …“

„Alfred, ich bitte dich, die Kleine …

Ihre Tochter Antoinette, bockig, pubertierend, unter der Mutter leidend, träumt davon, auch am Ball teilnehmen zu dürfen.

Ein Ball … Lieber Gott, lieber Gott, wäre es denn möglich, daß nur ein paar Schritte von ihr entfernt dieses herrliche Ereignis stattfände, das sie sich undeutlich als ein Gewirr von wilder Musik, berauschenden Parfüms, prachtvollen Gewändern vorstellte, mit geflüsterten Liebesworten in einem abgelegenen Séparée, dunkel und kühl wie ein Alkoven – und daß sie an diesem Abend wie an jedem anderen um neun Uhr im Bett läge, wie ein Baby?

Doch die Mutter verbietet es ihr vehement. Antoinettes Rache wird grausam sein …

Bild

Ein kleiner feiner Roman über Parvenüs im Paris der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Und eine Geschichte über die herzlose Rache einer eifersüchtigen Tochter an ihrer ungeliebten Mutter. Comédie humaine und Satire in einem, brilliant verfasst. Auch als Hörbuch, gelesen von Nina Hoss, ein grosses Vergnügen!

Irène Némirovsky
Der Ball
btb 73578 € 6.-
ISBN 978-3-442-73578-5

Der Ball Brigitte Hörbuch
gelesen von Nina Hoss
88 Min. € 9,95
ISBN 978-3-86604-191-2


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April in Paris (3)


Ein Beitrag von Hendrik, abgelegt unter April, Frankreich, Länder, Museum am 4.Mai 2010

Von meiner Wohnung aus gesehen, liegt Paris hinter Japan. Zeitlich zumindest. Nach Abschluss des Themenmonats Big in Japan folgt mit leichter Verspätung ein dreiteiliger Reisebericht: über Ostern eine Woche in Paris. Hier Teil Drei.

VI.
Montag: Na gut, doch ins Museum – bevorzugte ethnologische Pflichtübung (mit leichten erotischen Irritationen)

Eine Bol: französischer Kaffeenapf, ideal auch zum Händewärmen (Bild: Liesel Hahn)Den größten Teil des Ostermontags verbringen mein Schatz und ich im Musée du Quai Branly, einem namhaften Völkerkundemuseum, das in seiner jetzigen Form erst vor wenigen Jahren seine Pforten geöffnet hat. Für mich als Ethnologe ist das quasi eine gern wahrgenommene Pflichtübung.

Normalerweise hat das Museum montags gar nicht geöffnet. Wegen des Feiertages hat man eine Ausnahme gemacht, von dieser Ausnahme jedoch offenbar nicht sehr vielen berichtet, so dass statt der hier sonst üblichen Schlangen und Gruppenführungen sehr wenig los ist. Vom Eintrittspreis sind wir sehr angenehm überrascht, denn inklusive des Zuschlages für drei Sonderausstellungen und abzüglich des kleinen Rabatts, den uns der Besitz des Paris Visite-Tickets einbringt, bezahlen wir pro Person 12 €, und für das, was geboten ist, kann man sich da wirklich nicht beschweren.

Über eine weitgeschwungene Rampe gelangt man aus der Eingangshalle hinauf in die Museumsebene, wo verschiedenen Kulturräumen eigene Abschnitte zugeordnet sind. Den größten Raum nehmen die Ausstellungen zu ozeanischen und afrikanischen Kulturen ein, gefolgt von Exponaten aus den Kulturen beider amerikanischer Kontinente und Asiens. Zunächst wirkt das sehr organisch angelegte Museum auf uns sehr dunkel und etwas unübersichtlich. Letzteres mag aber auch ein wenig daran liegen, dass wir nicht der empfohlenen Route folgen, die mit Afrika beginnt, sondern uns einen eigenen Weg bahnen und zunächst den Ozeanien gewidmeten Teil erkunden, der uns erstens beide mehr interessiert und zweitens jetzt, direkt nach Öffnung des Museums, noch völlig leer ist. Nach einigen Minuten haben wir uns an die sparsame Beleuchtung gewöhnt und empfinden sie als sehr angenehm für die Augen. Die Exponate sind in ihren großen Vitrinen gut ausgeleuchtet und kommen auch farblich zur Geltung, was in allzu greller und klinischer Lichtumgebung nicht der Fall wäre. In den zahlreichen Nischen und Boxen am Rande des langgestreckten Gebäudes finden sich dazu Fotografien, Infostationen und Film- und Soundinstallationen.

Zwei Betrachtungsschwerpunkte treten hier hervor: zum einen das Bemühen, die gezeigten Gegenstände in ihrem Gebrauchskontext zu verorten, zum zweiten auch die Übergänge zwischen Kulturräumen zu betonen – sowohl Kontraste als auch gegenseitige Beeinflussungen zu zeigen. Ebenfalls beeindruckt hat uns der langgestreckte Zentralgang, denn dieser ist zusätzlich für blinde Museumsbesucher ausgelegt und bietet neben Brailletexten und Hörstationen auch Reliefbilder und sogar Tastmodelle von Gebäuden und Skulpturen. Auch dass man hier und da einen Blick auf das Exponatearchiv werfen kann, gefällt uns.

Im zweiten Stockwerk befinden sich zwei der drei aktuellen Sonderausstellungen und ein kleines Medienzentrum, in welchletzterem man in aller Ruhe entweder die Kurzfilme und Bildgalerien der diversen Infostationen noch einmal abrufen oder sich interaktive Aufbereitungen anderer Themen anschauen und -hören kann, z.B. eine vergleichende Darstellung verschiedenster Sprachen und Sprachräume mit Hörbeispielen. Letzteres wird am Ende heruntergebrochen auf Alltagsbeispiele aus dem direkten Umfeld, z.B. auf verschiedenste Begrüßungskonventionen von Bevölkerungsgruppen, die man in Paris häufig trifft, und das bringt sicher nicht nur den hier durchgewunken werdenden Schulklassen etwas bei.

Die erste der drei Sonderausstellungen heißt „Sexe, mort et sacrifice dans la religion Mochica“ und versammelt Bild- und Keramikfunde aus dem heutigen Peru etwa aus dem 1. bis 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Schwerpunkt ist die Veranschaulichung des Zusammenhangs von Sex, Tod und [Menschen]Opfer in der Kosmologie dieser Andenkultur. In punkto Veranschaulichung lassen die Exponate – Musikinstrumente, Waffen, Öl- und Getränkegefäße – denn auch nichts offen: Explizite Darstellungen diverser Sexualakte, nur beginnend bei der Mann-Frau- oder weiterlesen


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April in Paris (2)


Ein Beitrag von Hendrik, abgelegt unter April, Frankreich, Länder am 3.Mai 2010

Von meiner Wohnung aus gesehen, liegt Paris hinter Japan. Zeitlich zumindest. Nach Abschluss des Themenmonats Big in Japan folgt mit leichter Verspätung ein dreiteiliger Reisebericht: über Ostern eine Woche in Paris. Hier Teil Zwei.

IV.
Samstag: Frieren in Montmartre; Wiederaufwärmen in Klein-Marokko (trotz Sprachbarriere)

Österliche Auslage einer Pariser Cholésterie (Bild: Liesel Hahn)Den Samstag beginnen wir sehr entspannt mit einem kleinen Frühstück im Heim unserer Freundin. Anschließend nimmt Sylvie uns mit auf einen kleinen Rundgang durch ihr persönliches Paris, dass sich leider auch an diesem Tag als stürmisch-regnerisch erweist; der Winter nimmt offenbar nicht gerne Abschied von der Stadt und ist in jeder plötzlichen Böe noch zu spüren. Wir besuchen erst einen kleinen Antiquitäten-Straßenmarkt, spazieren im Anschluss daran durch das einst für sein hohes Künstleraufkommen berühmte Montmartre, das sich rundum des auf einem kleinen, aber steilen Berg gelegenen Prachtbaus von Sacre Coeur entfaltet. Mir wird es für diesmal jedoch eher aufgrund seines nichtendenwollenden Touristengewimmels in Erinnerung bleiben inkl. der offenbar ebenfalls obligatorischen asiatischen Hochzeitsreisegruppe, die sich an verschiedenen Stellen der Stadt fotografierend um das in vollem Ornat befindliche Paar gruppiert. Wiederum bin ich nicht sicher, ob ich nicht genau dasselbe Paar oder nur eines aus dem gleichen Förmchen tags zuvor am Louvre und am Place de la Concorde gesehen habe.

Sacre Coeur am Ostersamstag (Bild: Liesel Hahn) Montmartre gefällt mir nicht: zu kalt (na gut, dafür kann es nix), zu laut, zu vermenscht, insgesamt kommt es mir ein wenig vor wie sein eigener Disney-Nachbau. Mir scheint es ein einst durchaus charismatisch gewesener Ort zu sein, dessen Atmosphäre man jedoch aktuell nur noch mit viel Glück zusammengekauert in einem übersehenen Eckchen finden kann (und die ich durch meine eigene touristische Anwesenheit dann dort auch noch vertreibe) oder zu völlig anderen Uhr- und Jahreszeiten. Heute sehe ich da keine rechte Chance, aber womöglich bin ich auch einfach zu sehr mit frieren beschäftigt. Der Wind pustet eine Kühle in mich hinein, die auch durch einen großen Pott (sorry: eine ‘bol’) Kaffee nicht vertrieben wird.

Für den Abend haben wir einen Tisch in einem derzeit offenbar recht   ‘angesagten’ Restaurant in der Avenue Laumiere ergattern können, das sich auf Berber-Küche spezialisiert hat, weiterlesen


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April in Paris (1)


Ein Beitrag von Hendrik, abgelegt unter April, Frankreich, Länder am 2.Mai 2010

Von meiner Wohnung aus gesehen, liegt Paris hinter Japan. Zeitlich zumindest. Nach Abschluss des Themenmonats Big in Japan folgt mit leichter Verspätung ein dreiteiliger Reisebericht: über Ostern eine Woche in Paris. Hier Teil Eins.

I.
Mittwoch: Eine beunruhigte Katze und eine flotte Anreise

Öffentliches Idyll im Jardin des Tuileries (Bild: Liesel Hahn)Der erste schlaue Satz unserer einwöchigen Unterwegsigkeit fällt noch daheim und lautet in etwa: „Unser Kater mag keine Koffer, weil die ihm immer seine Menschen entführen.“

Es ist auch kaum zu leugnen, dass da aus feliner Perspektive ein Zusammenhang besteht, denn kaum kommen die Koffer vom Speicher runter, sind die zuständigen Menschen – in dem Fall: wir – auch schon außerhalb der Fütterreichweite, und das dauert dann auch manchmal eine Zeit.

Diesmal heißt es: eine Woche in Paris, und gebucht haben wir im Ibis Hotel La Villette, weil das erstens vergleichsweise günstig ist, zweitens die Matratzen erfahrungsgemäß bei diesen Hotels ganz gut sind und drittens die Freundin, mit der wir uns in Paris treffen wollen, in der Nähe wohnt.

Wir verlassen das rheinhessische Heim – für Catsitting ist natürlich gesorgt, das ahnt nur der Kater noch nicht – am Mittwoch vor Ostern gegen 17.30 und langen per IC über Mainz und Mannheim bereits um kurz vor 23 Uhr im Gare de l’Est an, und da kann man nicht meckern. Als ich im Großraumwaggon sitze, im Anschluss an die mehrsprachige Durchsage meine Anschnallgurte suche und schon halbbewusst auf die Sicherheitseinweisung warte, wird mir klar, dass ich in den letzten 20 Jahren auf Fernreisen fast immer nur geflogen und kaum je noch mit der Bahn gefahren bin. Allerdings bestehen auch mehr und mehr Ähnlichkeiten: die Nationalität des mehrsprachig seinen Begrüßungstext Durchsagenden kann man gut daran erkennen, dass er bei der weniger vertrauten Sprache Frequenzstörungen zu imitieren beginnt („Mesdammsemissjö, vous *genuschelsupp* dans le trains pour Paris et in les waggons *rausch/räusper* c’est le bistro de Deutsche Bahn…“ und so weiter bis Kaiserslautern).

Der Zug selbst bringt es lt. Waggonanzeige stellenweise auf 320km/h, was vom Abheben nicht mehr weit entfernt ist, mutmaßlich um das Saarland schneller hinter sich zu lassen. Jeder zweite Passagier hat mindestens einen Apple vor sich, und mein kleines Netbook auszupacken traue ich mich da schon gar nicht mehr, sondern lese in meinem mitgebrachten Taschenbuch, um das ich vorher einen Schutzumschlag gemacht habe, weil das die neugierigen Mitreisenden ärgert, insbesondere wenn dann meine Liebste und ich uns gegenseitig mit netten Stellen aus unseren jeweiligen Lektüren erheitern.

Abends um kurz vor elf kommen wir dann am Gare de l’Est an und werden von unserer Pariser Freundin Sylvie landestypisch – Luftküsschen rechts, Luftküsschen links – in Empfang genommen. Mit ihrer Hilfe meistern wir dann auch gleich die erste Hürde. Unser beider Schulfranzösisch ist dem schnellen Pariser Idiom nämlich nicht ansatzweise gewachsen; ich beginne gerade erst wieder Merci und Merde zu unterscheiden und soll dann mit dem Stressfaktor einer wachsenden Schlange heimwollender Einheimischer hinter mir Verhandlungen bzgl. der günstigsten Metroticketvariante für eine Woche führen; das erledigt Sylvie netterweise für uns, und wir entscheiden uns nicht für eine Wochenkarte (die gelten nur montags bis samstags, wir sind aber von Mittwoch auf Mittwoch da), sondern für ein Paris Visite-Ticket für 5 Tage und ein Carnet, d.h. ein Zehnerpäckchen Einzeltickets.

Nach einer unfreiwillig kurzweiligen pantomimischen Einweisung in das Entwertungssystem der Metro sind wir dann auch schon unterwegs zum Hotel. Wir stellen fest, dass wir mit der Wahl des Ibis La Villette insofern schonmal eine gute Wahl getroffen haben, weil es recht nahe bei einer Station der Linie 7 liegt, die einen ohne Umsteigen direkt zu wichtigen Ausgangspunkten für Laufrunden bringt, und das freut uns so, dass wir eine Station zu früh aussteigen. Macht aber nix, wir rollen mit unseren Köfferchen dann eben noch ein wenig am Bassin de la Villette entlang und schnuppern die erste Pariser Abendluft, die sich als reichlich vorhanden und gut gekühlt erweist. Laut Internet-Wettervorhersage stehen uns ziemlich verregnete Ostern bevor, und da haben wir Winterklamotten und zwei Schirme eingepackt, und wenn’s daraufhin nicht knalleheiß wird, stimmen die Paradoxieregeln des Lebens nicht.

Recht rasch ist eingecheckt. Weil wir erst so spät ankommen, bekommen wir kein Zimmer mit Blick auf den Kanal, sondern eines im obersten, 8. Stock mit Fernblick auf Sacre Coeur und den obersten drei Zentimetern des Eiffelturms, und Letzteren habe ich dann jetzt eigentlich gesehen und kann sagen, ich habe gelebt. Das Zimmer ist nicht groß, aber eigentlich recht gemütlich, ich habe schon doppelt so teure Zimmer erlebt, die in schlechterem Zustand waren: Ein Doppelbett mit guter (für uns heißt das: harter) Matratze, eine ausreichend dicke Decke, Leselämpchen an jeder Seite, ein kleiner Tisch mit Stuhl, ein Bänkchen, eine Garderobe mit Spiegel und einigen wenigen Zentimetern Aufhängemöglichkeit, eine funktionierende Heizung. Wesentlich umfangreicher als wir sollte man allerdings nicht sein, sonst könnte das etwa 2m² große Badezimmer doch ein wenig eng an den Hüften anliegen.

Nachdem wir unser Gepäck abgeworfen haben, begleiten wir unsere Freundin noch zu ihrer Wohnung, die sich ein Viertelstündchen weit entfernt befindet, lassen uns schonmal das ein und andere Lädchen zeigen und holen so auch noch ein wenig die Bewegung nach, die uns der ICE weggenommen hat. Unterwegs verabreden wir uns für den nächsten Abend zum Essen, lassen uns dann auf unsere Matratze fallen, und überlassen uns dem Schlaf des Angekommenseins. Ende des Anreisetages.

II.
Erster zaghafter Blick aus dem Hotelfenster. Sonnig, aber eiskalt (Bild: Hendrik Schulthe)Donnerstag: Kein Regen = Kein Museum. Erkundung des 19. Arrondissements

Es ist uns eine liebe Angewohnheit geworden, uns auf Reisen nicht der Vollpensionsfremdbestimmung zu unterwerfen, sondern unseren eigenen Tagesablauf festzulegen, daher haben wir keine Hotelverpflegung gebucht. Auch zählen wir beide zu jener morgenknurrigen Spezies, die vor der ersten Fremdmenschbegegnung schon mindestens einen Kaffee intus haben möchte, und das schließt Hotelaufzüge und wimmelige Frühstückssäle explizit mit ein. Also süffeln wir erstmal einen Kaffee, zubereitet im mitgebrachten Reiseespressokännchen, bevor wir unser Drumrum zur Kenntnis nehmen. Anschließend versorgen wir uns in einem der nahen Lädchen mit Picknick-Mampfutensilien, verpicknickmampfen diese und süffeln dazu einen weiteren Kaffee, und dann sind wir soweit, uns mit der Frage zu beschäftigen, was wir heute tun möchten.

Eine meiner persönlichen Definitionen des Begriffes ‘Feeerien’ (genussvolle Worte schreiben sich mit ein paar ‘e’ mehr, daher heißt es ‘leeesen’ und ‘Keeekse’) besteht im weitestgehenden Vergessen der Uhrzeit und der nur mit halbem Interesse gestellten Frage „Welchen Tag haben wir eigentlich heute?“. Da ist es schön, mit jemandem unterwegs zu sein, dem das genau so geht. Ein festes Programm haben wir uns entsprechend gar nicht erst vorgenommen und sind daher in der Lage, auf das unerwartet kühle, aber wenigstens vorläufig sonnige Wetter sofort zu reagieren und erstmal draußen was zu unternehmen, gemäß der fundamentalen Hochkulturregel: in Museen geht man erst in Zeiten größter meteorologischer Bedrängnis.

Da wir uns in unmittelbarer Nähe der Cité des Sciences befinden, beginnen wir unseren Wandertag dort. Die ‘Stadt der Wissenschaften’ ist eine recht ausführliche Würdigung diverser wissenschaftlicher Richtungen und angesiedelt in einer weitläufigen und ausgesprochen unkoordiniert wirkenden Ansammlung zusammengewürfelter Architektur im Nordosten von Paris, aber gerade noch innerhalb des Verkehrsringes. Wir sind noch nicht ganz sicher, ob wir in die Ausstellungsbereiche hineinwollen und möchten erstmal nur das Terrain erkunden. Das findet sich ziemlich überfüllt von durcheinanderwimmelnden französischen Schulklassen und erinnert uns damit daran, dass Paris ja nicht nur für Nichtfranzosen, sondern eben auch für Nichtparisfranzosen ein begehrter Anlaufpunkt ist. Nachdem wir uns den Trubel in der flughafenähnlichen Haupthalle eine Weile angeschaut haben, beschließen wir, uns zumindest an diesem Tag lieber doch dem Draußen zu widmen, auch weil das Internet uns verraten hat, dass an diesem Wochenende jede wolkenfreie Stunde tatsächlich kostbar zu bleiben droht.

Wir ergehen uns also lieber entlang des Wasserkanals von La Villette und in dem an die Cité angeschlossenen Park, der mit noch etwas zaghaft und verdutzt wirkendem Grün, einigen verstreut stehenden roten Metallnichtkunstwerken der Sorte „Vous pouvez hochdapp le trepp pour le guck et sonst nix“ (meine Französischkenntnisse werden immer noch hochgefahren und defragmentiert) und überaus zahlreichen recht verschachtelten Wegen und Treppchen aufwartet, bei denen wir uns nicht immer sicher sind, ob sie nicht woanders weit dringender gebraucht würden.

La Geode in der Cite de les Sciences (Bild: Liesel Hahn)Der augenfälligste Punkt der Cité des Sciences ist La Géode, eine mehrere Stockwerke hohe glänzende Kugel, in der sich ein Surroundkino befindet und die insgesamt erfolgreich den Eindruck verstärkt, dass man hier, auf Ameisengröße verkleinert, auf einem Flipper herumläuft.

Der zweite Ausflug des ersten Tages führt uns dann etwas weiter östlich, und ich bin gerne bereit, den Parc des Buttes-Chaumont schon jetzt zu meinem vorläufigen Pariser Lieblingsplätzchen zu ernennen. weiterlesen


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Großer Actionspaß für kleine Ansprüche


Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 23.März 2010

Die Üblichen Verdächtigen kommen aus “From Paris with Love” und hatten ihren Spaß an dieser politisch-unkorrekten Ballerei:

Paris sehen und sterben [ 3:42 ] Jetzt abspielen | Download

© Rico Torres, Universum Film 2010

Ein Buddyfilm: Ehrgeiziger Botschaftsangestellter will Geheimagent spielen. Als er den schießwütigen Profi Wax begleiten muss, fliegen ihm dann tatsächlich das Blei und das Kokain nur so um die Ohren. Ein Bubenfilm: schnelle Autos, harte Jungs (einer härter als der andere), schöne Frauen, böse, böse Terroristen … alle Zutaten für ein gelungenes guilty pleasure.


Ein Kommentar




Farbe in dunklen Tagen


Ein Beitrag von Matthias, abgelegt unter Buch am 2.April 2009

Agfa-Color in Paris und Holland unter deutscher Besetzung. Matthias Weber stellt zwei Bildbände vor, die unser Bild des Zweiten Weltkriegs ändern könnten.

Bilder bestimmen unser Bild von der Vergangenheit. So ist die jüngere Historie seit Erfindung der Photographie im Gedächtnis präsenter als frühere Epochen, die allenfalls auf Gemälde und Graphik zurückgreifen konnten. Ob Photographien per se objektiver sind, mag nach den Erfahrungen von über 170 Jahren sicher bezweifelt werden. Aber noch immer können photographische Bilder für Überraschungen und Kontroversen sorgen.

André Zucca

So auch im Falle des französischen Photographen André Zucca. Seine 2008 in Paris ausgestellten Farbphotographien korrigieren das Bild von einer sich im Widerstand gegen Hitler und die Deutschen befindenden französischen Bevölkerung, gerade in Paris. Es kann daher kaum überraschen, dass die Farbphotographien, die zwischen März und Juli 2008 in der Bibliothèque historique de la Ville de Paris zu sehen waren, bisweilen wütenden Reaktion hervorriefen.

Paris unter deutscher Besatzung in Farbe zu sehen und nicht im abstrakteren, scheinbar neutraleren und zeittypischen Schwarzweiß, mag die ablehnenden Reaktion wohl verstärkt haben. Ein Umstand, der für einige Franzosen auch 2008 unerträglich blieb. Was war der Grund für die Ablehnung dieser Bilder?

Zucca (1897 – 1973), gebürtiger Pariser und vor dem Krieg weltreisender Bildjournalist, hat in Grenzen mit den deutschen Besatzern kollaboriert und seit 1941 für die Illustrierte “Signal” gearbeitet. Dafür bekam er Zugang zu den neuen und noch wenig verbreiteten Agfa-Farbfilmen. Allerdings druckte “Signal” nur seine S-W-Aufnahmen ab, die Farbphotos blieben eher privat. Sind diese Photos nun bildgewordene NS-Propaganda? Zucca nahm deutsche Militärs auf, gelegentlich aber auch einen gelben Stern. Welcher Franzose hätte denn 1939 erwartet, alsbald so etwas in der eigenen Hauptstadt zu begegnen?

Zucca spart diese Bilder nicht aus. Sie formen neben den vergnügt sich sonnenden oder plaudernden Restaurantbesuchern den Teil der Realität jener Tage, der nicht zur Legendenbildung taugt. Allerdings wird der genaue Beobachter auch Zeichen des Verfalls finden, etwa die verschlissenen Kleider nicht weniger Pariser, oder die Autos mit abenteuerlich anmutenden Holzvergasern und ähnlichen Notlösungen. Jean Baronnet, Kustos der Ausstellung wie Zeitzeuge und Herausgeber des Fotobandes, schreibt hierzu:

“Mit dem Holzvergaser braucht man erprobterweise zwei gute Stunden, um nach Dourdan zu kommen. Wenn dieser wie bei meinem Vater auf einem Anhänger sich befindet, so ist er mit dem Wagen durch ein Rohr verbunden. Eine enge Straßenkreuzung erzeugt ein Ersticken und damit ein Schütteln des Motors, das einen unmittelbar bevorstehenden Ausfall ankündigt.” (S. 98.)

Alphons Hustinx

Anders und doch vergleichbar sind die Bilder des Niederländers Alphons Hustinx, der – in Maastricht im Süden des Landes geboren – von 1900 bis 1972 lebte. Hustinx, aus elitärem Haus, französisch gebildet und orientiert, studierte eher lustlos Recht. Sein eigentliches Interesse galt vielmehr Fernreisen, dem Zeichnen, Photographieren und Filmen. Neigungen, denen er sich ausgiebig widmete. So besuchte er ähnlich wie Zucca Regionen, etwa Afrika und Niederländisch-Indien (das heutige Indonesien), die damals für einen durchschnittlichen Europäer kaum erreichbar waren.

Weiter photographierte er auch seine Heimat, nachdem im Mai 1940 deutsche Truppen das Land überfielen und besetzten. Anders als bei Zucca, ist bei Hustinx nicht zu vermuten, daß er Äffinitäten zum Besatzer gehabt hätte. Gegen Ende des Krieges tauchte er unter, floh vor dem drohenden Zwangsarbeitseinsatz im untergehenden Dritten Reich. Zwei Familienmitglieder starben in deutscher Haft. weiterlesen


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