Der Maulwurf in der digitalen Welt
Ein Beitrag von Nicole, abgelegt unter Blogparade am 3.Dezember 2010
Die Flut an Notizbüchern, die es heutzutage überall, am Bahnhofskiosk, im Was-die-Welt-nicht-braucht-Laden oder traditionell in der Papeterie zu kaufen gibt, hat uns vor die Frage gestellt, wer und vor allem was wer da wie in die Moleskines et al. hineinschreibt. Ein klasse Thema für eine Blogparade, haben wir uns gedacht und unsere Leser gebeten, uns zu erzählen, was Ihnen ihr Notizbuch bedeutet, wofür sie es verwenden und was mit ihm passiert, wenn es voll ist.

Die Antworten waren so individuell wie aufschlussreich über die Persönlichkeit der Autoren. Stark verspätet – zugegeben – aber immerhin, hier ist unsere Übersicht der Blogparadenbeiräge:
Der „Moleskine-Mann“ etwa gibt sich nicht mit der Norm zufrieden. Ein Notizbuch ist kein Notizbuch – denkt Molosovsky und füllt stattdessen parallel unzählige von ihnen. Die Ordnung kann dabei schon einmal flöten gehen:
“Früher habe ich ein Tagebuch brav fast täglich mit einem Eintrag versehen. Nun sind die verschiedenen Gedankenstützen für Rezis und längere Artikel wild kreuz und quer in zig angefangenen Moleskins verstreut. Waren Listen und Kapitelübersichten einst ein selteneres Gewürz, dominieren sie nun die Seiten meiner diversen Moleskins.”
Eins für die Rezensionsnotizen für zu Hause, eins für unterwegs. Ein anderes enthält Personenübersichten zu seinen Pynchon-Lektüren. Eins ist für Übersetzungen, das nächste für …. Und so weiter und so fort. Ein ums andere Mal hat Molosovsky sich in seinen Schriften wohl schon verirrt, die retrospektive Suche nach einem kontinuierlichen Gedankengang gleicht mitunter einer Schnitzeljagd.
Hier kann man den ganzen Beitrag nachlesen.
Doch auch den bedächtigen und ruhigen Götz machen seine eigenen Aufschriebe im Rückblick ab und an ratlos. Und das, obwohl die Schrift klar, die Zeilen gerade und nur wenige Korrekturen zu sehen sind:
“Von vielen Notizen weiß ich nach Jahren nicht mehr, was ihre Niederschrift ausgelöst hat. So ist es auch hier bei diesem spontan entworfenen, wohl parodistisch gedachten Anfang zu einer Kurzgeschichte, die auch nicht viel länger ist als der zu sehende Ausschnitt und damit endet, dass der Protagonist sich mit einem Regenschirm gegen mögliche Klapperschlangen bewaffnet und in Richtung einer Farm wandert.”
Hör auf uns, Götz! Weiterschreiben, vollenden!!
Hier kann man den ganzen Beitrag nachlesen.
Bei Martina würde vielleicht nicht sie selbst aber ganz bestimmt jeder Andere, so er denn den unentschuldbaren Fehler beginge, in einem fremden Tagebuch zu blättern, recht verwirrt zurück bleiben. Denn Martinas Notizbücher gleichen dem kreativen Chaos, ach was, sind kreatives Chaos. weiterlesen

scherzhaft gefragt worden, ob er denn heute auch schon etwas gearbeitet habe. Ja, so soll er etwas geistesabwesend völlig ernsthaft geantwortet haben, er habe an diesem Morgen bereits gut etwas geschafft: er habe zwei Zeilen geschrieben und eine gestrichen.








