“Verblendung”: “Darf ich ihn töten?”
Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 27.Januar 2012
Ist der Film spannend? Nimmt er seine Zuschauer gefangen? Ist Daniel Craig der Richtige für die Rolle? Die Üblichen Verdächtigen sind sich nicht einig. Auf jeden Fall braucht David Finchers Version von “Verblendung” geschätzt eine Dreiviertelstunde, bis er bei sich und den (meisten) Zuschauern angekommen ist. Einem dramaturgischen Korsett unterwirft sich Fincher nicht und das hat auch seine Nachteile: Statt in anderthalb Stunden den Bogen kriegen zu müssen, kann sich diese Verfilmung Zeit für Details nehmen – und manchmal auch verzetteln. Ein düsterer, schwieriger, auf jeden Fall sehr sehenswerter Film – und definitiv eher für Hartgesottene, denn einige Gewaltszenen snd schwer zu ertragen. Thomas, der die europäische Verfilmung noch nicht kennt, freut sich jetzt auf den Vergleich.
Verblendung (The Girl with the Dragon Tattoo)
USA 2011, 158 Min., Regie: David Fincher

Es ist kein guter Morgen für Montalbano. Am Strand vor seinem Haus liegt ein erschlagenes Pferd. Und das verschwindet kurze Zeit später einfach wieder spurlos. Nun gehören malträtierte Tiere nicht unbedingt in den Zuständigkeitsbereich des Commissario. Aber – Montalbano ist empört. Wer ist zu einer solch grausamen Tat fähig? Getrieben von dem Wunsch nach Vergeltung begibt er sich auf die Suche nach dem Täter und stößt dabei auf die Spur eine überaus durchtriebenen Fuchses. Vigata, jenes beschauliche Hafenstädtchen mit seinen so außergewöhnlichen Bewohnern, wird erneut Augenzeuge von Verbrechen, die so typisch für Sizilien, aber doch auch seltsam anachronistisch für die kriminellen Energien unserer modernen Gesellschaft anmuten.
Im Grunde liefert Peter Jackson zwei Filme ab: einen spannenden, düsteren Krimi, der leider nicht zu einem Ende findet und die überbunte, klischeebeladene Paradieswelt eines 14-jährigen Mord- und Vergewaltigungsopfers. Schicksalsergebene Trauerarbeit, ein naives “Schreckliche Dinge passieren, aber wir lernen darüber hinwegzukommen” – ist das die angemessene Art mit einem derartigen Verbrechen umzugehen? Peter Jackson übernimmt diese problematischen Elemente aus der in den USA sehr erfolgreichen Romanvorlage von Alice Sebold. Beim 
Prof. Dr. Ulf Urlach, Sprachwissenschaftler, liegt tot auf der Institutstoilette, ein Messer im Rücken. Alle sind verwirrt, die Doktorandin, der Bibliothekar, die Sekretärin, Kollege Schauer und seine Ehefrau Carola, eine Schriftstellerin mit Schreibblockade, und anfangs auch die Polizei. Es gelingt den Kommissaren lange nicht, Licht in dieses ganze Gewirr von Verhältnissen, Beziehungen, Verflechtungen und Intrigen zu bringen. Und dann sind da noch recht seltsame Beobachter namens Ertzuj, Iopö, Jkln und Kurt. Sind sie verantwortlich für die interessanten Kommentare in Klammern, die wie Regieanweisungen anmuten? Jedenfalls äußert die Schriftstellerin im Gespräch mit ihrem Lektor ein merkwürdiges Gefühl:






