Avatar, die Zweite: 2D


Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 29.Dezember 2009

Die üblichen Verdächtigen sind noch einmal in Avatar gegangen und plaudern ausführlichst über Indianer, die austeilen können, über flache Leinwände und fluoriszierende Farben, über den Traum von Sigourney Weaver in einem fünften Alien-Film und zwar in 3D zu sehen, über aufgeblasenen Ethnokitsch, Roger Dean, Yes, Joss Whedon und Skalps. Und es wird von Anfang an heftig gespoilert:

Skalps statt Ethnokitsch [ 8:29 ] Jetzt abspielen | Download

© 2009 Twentieth Century Fox

Und das war unsere Meinung nach dem ersten Besuch (3D).
Herr Sennhauser mit ein paar klugen Gedanken zu Avatar und zum Big Business in Hollywood.


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“Avatar”: Die blaue Blume von Pandora


Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 21.Dezember 2009

Die üblichen Verdächtigen kommen aus “Avatar” und sind (trotz eisiger Temperaturen) bester Laune:

Die blaue Blume von Pandora [ 4:52 ] Jetzt abspielen | Download

© 2009 20th Century Fox

Die Romantik träumt von der Heilung der Welt, von einer Versöhnung der Gegensätze, von Wissen und Natur, sie flieht vor Städten und Maschinen in den Mystizismus der Wälder und in das einfache Leben – und das Symbol dieses Traumes war für die Romantiker die “blaue Blume”. Die Romantik hat ihren Niederschlag unter anderem in der Umweltschutzbewegung gefunden – und bei James Cameron. Er gibt vor die Zukunft zu zeigen und zeigt in Wirklichkeit eine größere, blauere, aufregendere Version der Gegenwart. Cameron führt uns unsere reale, rücksichtslose Ausbeutung von Bodenschätzen auf Kosten der Natur und der Naturvölker durch Konzerne vor, wie sie tägliche Wirklichkeit in Südamerika ist.

In Camerons Zukunftsvision sind die Rohstoffe noch viel wertvoller und die edlen Wilden viel edler, blauer und stärker, als wir uns hätten vorstellen können. Und hier ist die Verschmelzung der Menschen mit der Natur nicht nur eine religiöse Angelegenheit sondern eine biologische Realität: Auf Pandora sind alle Lebewesen Teil eines planetenweiten, neuronalen Netzwerks. Das hindert natürlich den Konzern und die beauftragte Sicherheitsfirma nicht daran, die störenden Ureinwohner (und “Besitzer” des Planeten und seiner Rohstoffe) und den im Weg befindlichen Dschungel mit Brandbomben zu beseitigen.

© 2009 20th Century Fox

Wir erleben den Konflikt zwischen uns und Pandoras Ureinwohnern aus der Perspektive des einfachen Marines Jake Sully, der am Beginn des Filmes die Augen aufschlägt und eine für ihn trostlose Welt sieht – er ist querschnittsgelähmt, sein Bruder verstorben. Sully übernimmt dessen Platz auf Pandora und steuert mit seinem Gehirn einen Körper, der aus Na’vi-Genen gezüchtet worden war. Und entdeckt eine unglaubliche Welt. Wenn er am Ende des Films die Augen aufschlägt, wird sich für ihn alles verändert haben.

© 2009 20th Century Fox

Die Na’vi auf Pandora wehren sich und so erleben die amerikanischen Söldner im zweiten Teil des Films ihr blaues Wunder. Dabei bedient sich Cameron natürlich wieder – wie auch in “Aliens” – der üblichen Klischeevorstellungen von bösen/dummen Militärs und gierigen Geschäftemachern auf der einen Seite und naiven, edlen Wilden auf der anderen Seite, die in Harmonie mit ihrer (diesmal real existierenden) Mutter Erde leben. Dabei wird natürlich eine simple Story mit dickem Pinsel schwarzweiß gemalt (naja eher olivgrünmetalschwarz gegen blaubuntfluoriszierend). weiterlesen


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“Terminator 4″: McG’s mittelmäßige Maschinen


Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 8.Juni 2009

Die Üblichen Verdächtigen kommen aus “Terminator – Die Erlösung” und sind nicht begeistert:

Pyromanes Popcornkino [ 4:23 ] Jetzt abspielen | Download

© 2009 Sony Pictures Releasing GmbH

2018: John Connor kämpft im Widerstand – im Krieg gegen die Maschinen. Immer wieder hört er mit einem alten Kassettenrekorder die Tagebuchaufzeichnungen seiner Mutter ab. Aber mit dem Auftauchen des Mensch-Maschinen-Hybriden Marcus Wright hat sich die Zukunft, wie sie prophezeit war, geändert. Das Leben der Menschheit steht auf dem Spiel und noch schlimmer: das Leben von John Connors Vater. Skynet bietet ein Heer von Terminatoren auf: kopflose Riesen (die sehr an “Transformers” erinnern), hippe Motorradterminatoren, gruselige Wasserschlangenterminatoren, tausende T600er, einen T800er und und und …

5 von 10In diesem Tsunami an Maschinen, an Waffen und Explosionen könnte man glatt übersehen, dass “T4″ genauso humorlos und genauso berechenbar ist wie sein Held John Connor. Regisseur McG durfte seinen Film aus Originalteilen zusammenschrauben und das lässt ihn gut aussehen. Aber irgendeine Art von Leben konnte er seinen Figuren nicht einhauchen – das bleibt offensichtlich James Cameron vorbehalten, dessen beide Filme so weit von “T3″ und “T4″ entfernt sind, wie “Alien 1-4″ von den “Alien vs. Predator”-Filmen. Könnte man “Terminator – Die Erlösung” ganz für sich betrachten, würde man vieles nicht verstehen: die Bedeutung von Skynet, den T800, Kyle Reese. Aber vielleicht würde man dann mit dem Film nicht so hart ins (Jüngste) Gericht gehen.

© 2009 Sony Pictures Releasing GmbH

Links

Andreas Winterer holt in seiner sehr lesenswerten Kritik ordentlich aus und bietet einen Überblick über die Killerroboterfilme der letzten 40 Jahre, lobt dabei James Cameron und lässt an  “T4″ kein gutes Haar:

“All die FX-Perfektion täuscht nicht darüber hinweg, daß T4 nur ein höllisch lauter, aber seelenloser Radau ist, den auch die Darsteller nicht aus der Drehbuch-Mittelmäßigkeit retten können. Selbst der Score bleibt grau, trotz Danny Elfman. Wer sich an digitalem Detonationsgebrösel nicht sattsehen kann, für den bietet T4 immerhin Maßstäbe setzende Schauwerte. Alle anderen sollten sich sofort den aktuellen “Star Trek”-Film ansehen – der ist zehnmal unterhaltsamer.”

Meine Lieblingskritik zu “T4″ stammt vom Zeitverschwender :-)

“Ich weiß gar nicht, wie man ein so fettes Budget einfach so sorglos im Ozean der Belanglosikgeit verklappen kann.  (…) Ein Grund die Kinosessel aus ihrer Verankerung zu reißen und anschließend gegen die Leinwand zu schmeißen ist McGs kümmerliches Michael Bruckheimer-Surrogat nicht geworden. Noch nicht einmal das.”

Wer sich etwas Zeit nehmen möchte: Flo Lieb geht überraschend sanftmütig mit dem Film ins Gericht. Aber auch er konstatiert zurecht:

“Es entbehrt nicht einer gewissen Lächerlichkeit, wenn Wright nach der desaströsen Mission von Connor und seinem Team aus einer zerbombten Untergrundbasis klettert, um schreiend seine Hände in den verregneten Himmel zu recken.”

Björn Lahrmann hat genau hingeschaut und schimpft: weiterlesen


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