“Rocco Recycle”: Das böse A-Wort


Ein Beitrag von Gabriel, abgelegt unter gAAAbe Accessing All Areas, Interview, Musik, Podcast am 24.Februar 2011

gAAAbe interviewt eine seiner persönlichen Neuentdeckungen 2010: Rocco Recycle – und entschuldigt sich dafür, dass er manchmal ein Musik-Snob ist.

gaaabe_250Auf dem Plakat für Rocco Recycles Konzert lese ich: “One Man. One Band!”. Hört sich für mich im ersten Moment nach einem Menschen an, der mit einem Schlagzeug auf dem Rücken Mundharmonika spielt und dabei singt oder nach einem singenden Alleinunterhalter mit Keyboard und Drumcomputer. Schlussfolgerung: Gehe ich nicht hin!

Rocco Recycle (photo by Christian Schmidt © all rights reserved)Trotzdem bin ich neugierig: Zum einen, weil Rocco in einer Bar auftreten soll, in der ich schon etliche gute Konzerte gesehen habe und weiß, dass die Besitzer einen guten Musikgeschmack haben.

Rocco Recycle (photo by Christian Schmidt © all rights reserved)

Zum anderen sieht der Typ – also Rocco – auf dem Plakat irgendwie abgedreht-interessant und nicht wie der typische “Alleinunterhalter” aus, und, wie im Internet zu lesen ist, spielt er Blues, Rock, Soul, Reggae sowie Heavy Metal auf selbst gebauten Instrumenten.

Die selbst gebauten Instrumente erinnern mich spontan an den Film “It Might Get Loud”. Darin baut Jack White aus einer Kordel, einem Brett, vier Nägeln, einer Colaflasche und einem Tonabnehmer eine Gitarre. Genial.

Also gehe ich zu Roccos Konzert und – was soll ich sagen – ich bin begeistert: tolle, mitreißende Show.

Ich habe Rocco natürlich nach dem Konzert zum Thema Alleinunterhalter und Covern angesprochen und die entsprechende Antwort bekommen:

“Wäre ich ein Alleinunterhalter, würde ich versuchen Songs originalgetreu wiederzugeben. [...] und irgendwelche originalgetreu nachgespielten Covers finde ich zum Sterben langweilig. Dann höre ich mir lieber das Original an. Wenn ich eine gute Coverversion höre, wie zum Beispiel ‘Personal Jesus’ gespielt von Johnny Cash – das ist eine Killer-Coverversion, weil sie komplett anders ist als das Original, da denke ich ‘wow!’. Das reizt mich am Covern, ansonsten finde ich Covern total langweilig.”

Außerdem habe ich erfahren, welche selbstgebauten Instrumente ihm noch fehlen, wie er auf die Idee kam als die Kunstfigur Rocco Recycle aufzutreten und warum er in Portugal auf Tour ist.

Rocco rockt! [ 7:37 ] Jetzt abspielen | Download

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“Arrested Development”: The world is changing


Ein Beitrag von Gabriel, abgelegt unter gAAAbe Accessing All Areas, Interview, Musik am 12.Februar 2011

Dieses Mal bei gAAAbe – Accessing All Areas: Speech von Arrested Development.gaaabe_250

Das amerikanische Musikerkollektiv Arrested Development sind der lebende Beweis dafür, dass Hip Hop mehr sein kann als dumpfer Gangster-Rap à la 50 Cent oder Dr. Dre. Während die Gangsterrapper gerne den kriminellen Aufstieg der schwarzen Jugend glorifizieren und verklären, gehen Arrested Development seit 20 Jahren einen anderen Weg: Kritisch setzen sie sich mit der amerikanischen Wirklichkeit auseinander und prangen Missstände an. Dabei werfen sie immer wieder die Frage auf, wie jeder Einzelne etwas ändern kann. So auch wieder in ihrem aktuellen Album “Strong”. Dabei geht es ihnen nicht darum einfach nur auf Probleme hinzuweisen:

“We never think of ourselves as a positive hip hop group. Instead: We think of ourselves as a group that speaks on things that are relevant and we try to make  something that can benefit somebody, instead of just bringing a problem to light – we try to make it healing somehow.”

Speech & gAAAbe (Foto: Gabriel Gil Croino)Arrested Development stehen  wie  De La Soul, OutKast oder A Tribe Called Quest für eine Strömung im Hip Hop, die als Alternative Hip Hop bezeichnet wird. Im Interview erklärt Speech, was es damit genau auf sich hat, warum er eine Veränderung in Amerika spürt und wie er Musik als Ausdrucksmittel für sich entdeckt hat:

Hip Hop mit Haltung [ 18:45 ] Jetzt abspielen | Download
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Grenzen ausloten


Ein Beitrag von Gabriel, abgelegt unter gAAAbe Accessing All Areas, Interview, Musik, Podcast am 1.Februar 2011

gaaabe_250Bei gAAAbe Accessing All Areas der SWR-Jazzpreisträger 2010 Eric Schaefer.

Angefangen hat  Eric Schaefers Musikerkarriere im Bundesjugend-Orchester und in seiner Hardcore-Punk-Band. Heute spielt er Kammermusik, Rock und experimentellen Jazz.

Hört sich nach einer wilden Mischung an, aber so wild und gefährlich ist die gar nicht. Eric Schaefer möchte sich stilistisch nicht festlegen und sieht sich in der Tradition von Jazzmusikern, die Grenzen ausloten:

Die Jazztradition, so wie ich sie verstehe, wurde geprägt von Leuten, die etwas gemacht haben, woran sie glaubten. Dieses Etwas war im ersten Augenblick nonkonformistisch. Dazu zählen Musiker wie zum Beispiel der Pianist Thelonious Monk oder der Schlagzeuger Elvin Jones.

Johnny La Marama: Eric Schaefer (photo by gAAAbe © all rights reserved)

Im Interview spricht Eric Schaefer mit mir über seinen Werdegang und was Phil Collins damit zu tun hat, wie es ist als Schlagzeuger einen Jazzpreis zu bekommen und wie seine verschiedenen Projekte klingen:

Keine Angst, der will nur spielen [ 8:55 ] Jetzt abspielen | Download

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Metal up your ass!


Ein Beitrag von Gabriel, abgelegt unter gAAAbe Accessing All Areas, Interview, Musik am 30.März 2010

gaaabe_250Im Interview bei “gAAAbe – Accessing All Areas” : John Campbell von Lamb of God.

Mit Heavy Metal ist es so eine Sache: Entweder man liebt es oder man hasst es. Der kanadische Dokumentarfilmer Sam Dunn gibt einen Eindruck davon, wie sich ein Metaller beim Besuch des Wacken Open Airs, dem größten Metalfestival Europas, fühlt:

“If metal doesn’t give that overwhelming surge of power, that makes the hair stand up at the back of your neck, you might never get it, and you know what? That’s okay, because judging by the 40.000 metalheads around me, we’re doing just fine without you.” (In: “Metal – A Headbanger’s Journey”, 2005)

John Campbell (Foto: Gabriel Gil Croino)

Lamb of God ist eine dieser Bands, die Millionen begeistern und einem live einen herrlichen Schauer über den Rücken jagen. Da trifft es sich gut, dass das Quintett gerne Metal spielt, wie mir John Campbell erzählt:

“We’re five dudes, who all met in their early twenties (…) and basically we started the band for the love of making heavy music. Back in the day when Kurt Cobain was king and playing metal was sinful. (…) Just trying to go out, kick ass and playing heavy metal music – never expecting our hobby to become a job or anywhere near this successful.”

Außerdem hat mir John noch verraten, warum sie politische Songs schreiben, weshalb die vier von Metallica so sympathisch sind und wann es die nächste Lamb of God-Platte gibt:

Metal Up Your Ass! [ 5:43 ] Jetzt abspielen | Download

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Indie Jazz vom Allerfeinsten


Ein Beitrag von Gabriel, abgelegt unter gAAAbe Accessing All Areas, Interview, Musik, Podcast am 7.Februar 2010

gaaabeJazztageIn der letzten Folge von
“gAAAbe – Accessing All Areas
auf den Jazztagen in Mainz”
:
Sandie Wollasch von Triband.

Für mich war Triband die zweite große Entdeckung auf den Jazztagen. Musikalisch liegen die vier Musiker zwischen Jazz, Trip Hop, Soul, Pop und Rock. Also irgendwie zwischen allen Stühlen. Daher haben sie sich ein eigenes Etikett gegeben, so Sängerin Sandie Wollasch:

“Es stimmt, es gibt keine Schublade dafür, die du mit einem Wort irgendwie beschriften kannst. Wir haben uns irgendwann entschieden das Ganze ‘Indie Jazz’ zu nennen.”

Was es genauer mit dem Begriff Indie Jazz auf sich hat, wer die anderen drei Mitglieder von Triband sind und warum Björks Geist auf der Platte mitschwingt, erklärt Sandie Wollasch im Interview:

zwischen Jazz, Trip Hop, Soul, Pop [ 6:11 ] Jetzt abspielen | Download

Sandie Wollasch (Foto: Gabriel Gil Croino) weiterlesen


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Musizieren mit schwedischen Couchtischen


Ein Beitrag von Gabriel, abgelegt unter gAAAbe Accessing All Areas, Interview, Musik, Podcast am 5.Februar 2010

gaaabeJazztageHeute bei
“gAAAbe- Accessing All Areas
auf den Jazztagen in Mainz”
:
Blue Snow.

Als ich im Programmanheft die Beschreibung “Mallet-Duo kommt mit Marimba- und Vibraphon als Hauptinstrumente” gelesen habe, dachte ich: “Nein, das muss nicht sein”. Das mag ein ignoranter Gedanke sein, aber die Ankündigung hört sich nun einmal nicht sexy an.

Das ist in diesem Fall wirklich schade, weil die beiden Musiker Urs Wiesner (links im Bild) und Ruud Wiener an ihren “Hauptinstrumenten” eine abgefahrene Show liefern und dabei unfassbar kreativ und humorvoll sind. So steht zum Beispiel ein kleiner Couchtisch, namens Lack, einer großen schwedischen Möbelfirma, auf einmal im Rampenlicht des Konzerts. Ruud Wiener erzählt, wie es dazu kam:

“Der Tisch stand zufälligerweise bei Urs, in seinem Proberaum. Dieser Tisch hat einen Hohlraum und dadurch eine gut Akustik. Ich habe angefangen darauf zu spielen und wir haben dann ein Mikrophon darunter geklebt.”

Die billige Bauweise der Schweden hat also auch sein Gutes. Im Interview erklärt Ruud Wiener außerdem, was alles im Vibraphon steckt, wie vielseitig es ist und woher die Ideen für ihre Musik kommen:

Mallet-Duo [ 6:04 ] Jetzt abspielen | Download

Blue Snow: Urs Wiesner & Ruud Wiener (Foto: Gabriel Gil  Croino)

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Heute schon Electro Acoustic Loop Pop gehört?


Ein Beitrag von Gabriel, abgelegt unter gAAAbe Accessing All Areas, Interview, Musik, Podcast am 4.Februar 2010

gaaabeJazztageIn der aktuellen Folge von
“gAAAbe – Accessing All Areas
auf den Jazztagen in Mainz
”
das Duo 2 Fishes In The Big Big Sea.

Auf Jazztagen gibt es natürlich meistens Jazz in allen möglichen und unmöglichen Ausrichtungen zu hören, logisch. Aber manchmal ist die eine oder andere Band dabei, die keinen Jazz spielt, dafür aber so abgefahrene Musik macht, dass sie bestens vom Jazzpublikum angenommen wird. Das war der Fall bei 2 Fishes In The Big Big Sea. Der Bassklarinettist der 2 Fishes, Christian Schatka, möchte aber auch ganz bewusst kein Jazzer sein:

“Ich bin eher ein Rock- oder Popmusiker. Ich komme von der Singer-Songwriter- und textbezogenen Musik her, und nicht so sehr von diesem Modern-Mainstream-Jazz-Gefrickel-Viele-Noten – so lieber nicht. Lieber melodiöse Musik, ein bisschen etwas Verrücktes und Eigenes machen und dabei rumexperimentieren.”

2 Fishes selbst nennen ihren Stil “Electro Acoustic Loop Pop”. Was das genau ist, wie er zustande kommt, welche Einflüße in ihrer Musik eine Rolle spielen und warum sie nicht theatralisch sein wollen, erzählen die beiden Fische Christian Schatka und Samirah Al-Amrie im Interview:

Im großen, großen Meer [ 8:58 ] Jetzt abspielen | Download

Christian Schatka (Foto: Eternal Sunshine)
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Ein Kommentar




Jazz und der Reiz der Freiheit


Ein Beitrag von Gabriel, abgelegt unter gAAAbe Accessing All Areas, Interview, Musik, Podcast am 3.Februar 2010

gaaabeJazztageIn dieser Folge von
“gAAAbe – Accessing All Areas
auf den Jazztagen in Mainz”
:
Spaniol4.

Nach der 20-köpfigen Phoenix Foundation und dem abgefahrenen Duo FrauContraBass, nun ein Quartett in “klassischer” Jazzbesetzung mit Saxophon, Klavier, Kontrabass und Schlagzeug.  Spaniol4 nennen sich die vier Musiker, die einen Stil zwischen Jazztradition, Moderne und zeitloser Eleganz entwickelt haben. Das ging nur, weil sich Jazz von anderen Stilen durch die vielen Freiräume unterscheidet, so Frank Spaniol:

“[Jazz] bietet immer die Möglichkeit einer Idee nachzugehen: Wenn man während des Songs das Gefühl hat, dass das Publikum so eine Energie hat, muss immer der Spielraum dasein, darauf zu reagieren und in vielen Bands aus dem Popbereich ist das zu 99,9 Prozent festgelegt, wie das sein soll. Da gibt es bestimmte ästethische Ideale und ich glaube, dass da bei uns die Bandbreite einfach größer ist. Die Musik hat mehr Leben und das ist, was Jazz ausmacht.”

Und diese Freiheit macht es auch so reizvoll, Jazz im Allgemeinen und Spaniol4 im Speziellen zu hören.

Welche Projekte die vier Jungs noch haben, wie wichtig Sound ist und wann es das Quartett wieder live zu sehen gibt, verraten Saxophonist Frank Spaniol und Bassisst Markus Bodenseh im Interview:

Jazz und Freiheit [ 7:24 ] Jetzt abspielen | Download

Frank Spaniol (Foto: Eternal Sunshine)

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