Die menschliche Gier


Ein Beitrag von Christopher, abgelegt unter Kommentar am 30.Juli 2009

Ein Kommentar von Christopher über Verträge und Verantwortung
In diesen Tagen macht uns eine Meldung besonders nachdenklich. Doch bevor wir uns in das Reich der menschlichen Gier begeben, lassen Sie uns über Shakespeare reden. Shakespeare ist in diesen dramatischen Tagen, in denen die Großen wanken und die Kleinen leiden überaus aktuell geworden. Für den einen eher Komödie, für den anderen Tragödie – unsere Zeiten lassen nur wenige unberührt.

Shakespeare hatte, obwohl schon einige Jahrhunderte tot, für solche Momente menschlicher Irrungen und Wirrungen ein feines Gespür. Seine Protagonisten leiden nicht selten an Selbstüberschätzung, erliegen dem Wahn angenommener Allmacht oder glauben schlicht im Recht zu sein, wo das Gegenteil der Fall ist. In Zeiten des Börsencrash und der Kreditklemme drängt sich da zum Beispiel ein Vergleich mit dem Kaufmann von Venedig auf. weiterlesen


Ein Kommentar




21. Juli 1969: Fly me to the moon …


Ein Beitrag von Christopher, abgelegt unter Juli am 21.Juli 2009

Erinnern Sie sich noch an diese kleinen hüpfenden Männchen mit ihren lustigen Anzügen? Schwerkraft war damals wirklich noch ein Fremdwort und der Mond nur was für die verrückten Amerikaner. Als am 21. Juli 1969 eine krächzende Stimme erklärte „the eagle has landed“, um kurz danach mit einem kleinen Schritt einen großen für uns alle zu tun, lebten und dachten wir noch schwarz-weiß. Und doch lernten wir an diesem an diesem Tag, dass es scheinbar leichter war, das mare crisium zu erforschen als Tante Olga in Karl-Marx-Stadt zu besuchen.

Der Tag an dem wir den ersten Schritt vor die eigene kosmische Haustür machten, fand für die meisten von uns in der Nacht statt. Amstrongs Fußabdruck im extraterrestrischen Sandkasten nahmen wir wahr, verstanden haben wir es nicht. Das plastikumhüllte Sternenbanner und das Dunkel des Weltraumes – faszinierend.

Die Mondlung noch einmal erleben bei “We choose the moon” / Das sagten die Deutschen 1969 über die Mondlandung. / Special und Programmtipps bei arte.tv weiterlesen


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20. Juli 1944: Helmuth James von Moltke
Unerfüllter Widerstand


Ein Beitrag von Christopher, abgelegt unter Buch, Juli am 20.Juli 2009

Christopher über Helmuth James von Moltkes Briefwechsel und sein Bekenntnis zu einem christlichen Deutschland

Für die „Zeit” waren sie das „ewige Paar”. Helmuth James von Moltke und seine Frau Freya führten, gemessen an dem was möglich gewesen wäre, eine kurze Ehe. Allen Schicksalsschlägen zum Trotz überdauerte ihre Beziehung den Tod. Auch nach der Hinrichtung Helmuth James von Moltkes am 11. Januar 1945 blieb Freya mit dem Leben ihres Mannes verbunden.

Moltke und seine Frau schrieben einander Briefe. Räumlich häufig getrennt, tauschten sie regelmäßig Erfahrungen, Beobachtungen und Erlebnisse aus. Immer wieder waren die Vorgänge in Berlin und Kreisau, waren die Kinder und die Landwirtschaft Gegenstand ihrer Gespräche. Gleichwohl überschritten die beiden „Ehewirte” in ihren Briefen die Grenzen der praktischen Kommunikation. Neben Alltäglichem prägte die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus das schriftliche Leben der beiden. Damit wurden ihre Briefe zugleich auch Dokumente des Widerstandes und der Selbstbehauptung. Freya von Moltkes Nachlass-Arbeit diente daher immer beidem: Dem Vergessen ihres Mannes entgegen zu wirken und ihre gemeinsame Geschichte zu bewahren.

Moltkes Weg in die Opposition

Mit dem Anspruch des Nationalsozialismus den „ganzen Menschen” besitzen zu wollen, wurden Grenzen überschritten, setzte die Vergewaltigung des Individuums ein. Helmuth James von Moltkes „Briefe an Freya” liefern dafür einen Beleg. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verschärfte die Situation und ließ aus Bedrängten Bedrohte werden. Moltkes Ablehnung des NS-Regimes und des von Hitler ausgelösten Krieges veranlasste ihn seit 1939 nach Gleichgesinnten Ausschau zu halten. Sein Weg in die Opposition vollzog sich jedoch schrittweise und blieb nicht frei von Widersprüchen.

Zwischen 1940 und 1943 sammelte Moltke in Kreisau Vertraute um sich und plante für die Zeit nach Hitler. Die Verhaftung Moltkes, seine Inhaftierung im Konzentrationslager Ravensbrück setzten dieser Entwicklung ein jähes Ende. Moltkes Aufenthalt „Im Land der Gottlosen” lässt ihn den KZ-Alltag aus der privilegierten Position eines Schutzhäftlings erleben. Seit 1944 prägen Ungewissheit und Todesahnungen die Briefwechsel und Tagebuchaufzeichnungen. weiterlesen


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10. Juli 1509: Calvins Tyrannei der Tugend


Ein Beitrag von Christopher, abgelegt unter Buch, Juni am 10.Juli 2009

Heute vor 500 Jahren wurde der Reformator Calvin geboren. Christopher hat aus diesem Anlass die Calvin-Biographie von Volker Reinhardt gelesen. Das Buch zeigt auf, wie sich Genf innerhalb von 25 Jahren zum Glaubenszentrum wandelte. Reinhardt beschreibt, wie Calvins Reformation die Stadt veränderte und aus Mission Tyrannei wurde.

Nächstenliebe war nicht sein Hauptanliegen. Stattdessen hatte Johannes Calvin der Sündhaftigkeit des Menschen den Kampf angesagt. Ausgangspunkt und Zentrum dieser Mission war Genf. Für fünfundzwanzig Jahre wurde die Stadt am Lac Léman für die einen zum Vorbild der reformatorischen Umgestaltung, für andere zum Hort der Intoleranz. Calvins Versuch, eine absolut tugendhafte Stadt zu schaffen sowie sein Extremismus bei der Verfolgung dieses Ziels polarisierte. Er entzweite nicht nur die Zeitgenossen, sondern trug ihm bei seinen Kritikern den die Jahrhunderte überdauernden Vorwurf der Despotie ein.

„Dank einer großartigen organisatorischen Technik ist es Calvin gelungen, einer ganzen Stadt, einem ganzen Staat mit tausenden bisher freien Bürgern in eine starre Gebotsmaschinerie zu verwandeln, jede Selbständigkeit auszurotten, jede Denkfreiheit zugunsten seiner alleinigen Lehre zu beschlagnahmen.“

Der 1936 formulierte Vorwurf steht unter dem Eindruck des totalitären Wahrheitsanspruchs des NS-Regimes und findet für Stefan Zweig seine religiöse Entsprechung in der Person Calvins. weiterlesen


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3.5.1919: Pete Seeger


Ein Beitrag von Gastautor, abgelegt unter Mai am 3.Mai 2009

Legendär ist sein Wutausbruch, als Bob Dylan beim Newport-Folk-Festival 1965 mit einer elektrischen Gitarre auftrat. Den Siegeszug des Instruments konnte Pete Seeger jedoch nicht aufhalten. Am 3. Mai wird der 1919 in New York geborene Folksänger, Pazifist und politische Aktivist 90 Jahre alt.


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24.4.1909: Bernhard Grzimek


Ein Beitrag von Christopher, abgelegt unter April am 24.April 2009

“Serengeti darf nicht sterben”. Mit diesem Motto sicherte Bernhard Grzimek den Tieren aus Nah und Fern einen Platz in den deutschen Wohnzimmern. Der Fernseh-Professor, Buch-Autor und Zoo-Direktor wurde am 24.  April 1909 im oberschlesischen Neiße geboren. Filmautor Michael Stocks war für seinen Dokumentarfilm “Grzimeks Vermächtnis” auf Grzimeks Spuren in Afrika.


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Lincolns “Inaugural Address”


Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter English, März am 16.April 2009

An essay by Christopher Henkel, translated by Gregor Deissler
The USA brought to the scratch: President Lincoln’s speech at his accession to office

President Lincoln is an icon for the national unity of the USA. His inaugural speech on 4 March, however, represents a turning point to the identity of the United States.

Lincoln’s Inauguration Address on 4 March 1861 signified one of the main conflicts in the American constitutional history. Back then and still today, „Life, liberty and the pursuit of happiness“represent the three corner pillars of American society. The fourth is the federal Act of Settlement of the United States. The United States of America founded in 1787 were a propriety society, even though not explicitly pointed out and only paraphrased by the claim for “Life, Liberty and the pursuit of happiness.” And after a gory battle for independence, the protection of this propriety society defined the main achievement for the nation. weiterlesen


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T minus 27: Warten auf Data


Ein Beitrag von Christopher, abgelegt unter Star Trek am 10.April 2009

Noch 27 Tage und Christopher fiebert den denkenden Maschinen entgegen:

Der “Spiegel” hat es gemeldet, aber “Science” hat es schon vorher gewusst. Yes they can! Sie glauben es nicht, oder noch schlimmer, Sie wissen noch gar nicht, um was es hier geht? Ihr elektronischer Kollege von morgen könnte es Ihnen bestimmt sagen. So zurückhaltend und behutsam natürlich wie es ihm sein Emotionschip ermöglicht. Ja, ob Sie es glauben oder nicht – Computer können denken. Eine Fähigkeit, die bei den bereits existierenden humanoiden Vorläufermodellen noch nicht zweifelsfrei bewiesen wurde. Sollten Sie sich bislang als Krone der Schöpfung empfunden haben, stellen Sie sich jetzt besser um. Die Evolution geht weiter und Ihre langjährig erworbene Windows-Kompatibilität dürfte da kaum noch ausreichen.

Vorbei die Zeiten, wo Hal mit sedierender Stimme “Hänschen klein sang” und den Zuschauer auf die Odysee des 21. Jahrhunderts vorbereitete. Der Computer von heute, noch Gehilfe und Rechenknecht, emanzipiert sich. Natürlich haben wir noch unsere Finger im Spiel, aber der Tag, an dem der Tischrechner Papa sagt, rückt näher. Und verantwortlich dafür sind wie immer die Amerikaner. Nicht nur Finanzkrise und Klimawandel, jetzt auch noch denkende Computer. Verantwortlich dafür sind Forscher der Ithaka-University, konkreter die Herren Schmidt und Lipson. Statt neue Fondsmodelle durchzurechnen haben diese Herren ihre Rechenkünste dazu verwendet, um Computer zu dopen. Algorithmus nennt sich so was und soll, jetzt kommt’s, den Rechner in die Lage versetzen Naturgesetze selbständig zu erkennen. War der Physikunterricht nicht einschläfernd genug? Haben wir nicht Harald Lesch, der unsere Schlafstörungen kuriert?

Newton brauchte noch einen Apfel, wir nur noch den Stecker. Computer experimentieren selbständig, tasten sich in unsere Modellwahrheiten vor, irren und korrigieren sich. Demnächst schreiben sie wahrscheinlich Gedichte und bereichern unsere Musik-Charts. Sie finden es fürchterlich, fragen sich gar: Bleibt da noch was für uns übrig? Klare Antwort: Pfeifen und Witze reißen. Denn das, so haben wir es von der Enterprise gelernt, können unsere omnipotenten Blechkameraden auch im 24. Jahrhundert noch nicht. Paradiesische Zustände warten auf uns, oder um mit “Chrismon” zu reden: Lasst uns wieder rein! Das kann noch nicht alles gewesen sein. Friede und ein langes Leben.

Link

Spiegel.de: Computer entdeckt selbständig Naturgesetze


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