“Sehr kreativ, sehr frei”


Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Buch, Die Üblichen Verdächtigen am 6.April 2010

Die Üblichen Verdächtigen waren nicht im Kino, statt dessen haben sie sich Edgar Allan Poe angehört: das Programm “Traum im Traume”, gelesen von Christoph Maasch – musikalisch begleitet von Katrin Zurborg (Gitarre) und Günter Bozem (Percussion). Ein beeindruckender Abend vor allem dank der intensiven Vorstellung von Christoph Maasch, der Poes Figuren sehr viel Kraft verleiht. Aber auch dank der wunderbaren Musik, die mit dem Text interagiert statt sie nur zu begleiten. Mit den beiden Musikern haben wir nach der Veranstaltung gesprochen:

Katrin Zurborg und Günter Bozem [ 4:19 ] Jetzt abspielen | Download

Katrin Zurborg und Günter Bozem (Foto: Thomas Laufersweiler)

Wer das Programm selbst sehen möchte, hat dazu am 18. Juni um 20.30 Uhr noch einmal die Gelegenheit – dann wird “Traum im Traume” in der Kulturwerkstatt Waggong gezeigt. (Kulturwerkstatt Waggong / Germaniastr. 89 / 60389 Frankfurt / www.waggong.de)

Und als besonderer Leckerbissen für alle, die “Traum im Traume verpasst haben, hier ein Ausschnitt aus dem Programm: “Annabel Lee”. Viel Vergnügen:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Infos zum Vorleser unter: www.christoph-maasch.de.


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Wanderung unter dem Fleischmond


Ein Beitrag von Hendrik, abgelegt unter Buch, English, Podcast am 1.März 2010

Gedichte, die du siehst, bevor du stirbst – Hendrik traut sich trotzdem

Gedichte, die du liest, bevor du stirbt - ich traue mich trotzdem...

Gedichte, die du siehst, bevor du stirbst? Scheint mir die beste Zeit zu sein, Gedichte anzuschauen

„Poems you see before you die“

… nein, das ist nicht die lyrische Version des guten alten Monty Python-Sketches vom ‘Tödlichen Witz’, sondern es ist schlicht das Motto, unter das der Frankfurter Bildkünstler Ray Rubeque und der Autor George Koehler ihre gemeinsame Bild/Textkunst gestellt haben, die in einigen handlichen kleinen Bändchen (fünf sind geplant, der dritte gerade frisch erschienen) in der „Handschmeichler edition“ vorliegen.

Warum sich die Beiden nicht nur als The Glutton Group, sondern u.a. auch als „a two-man army of Verbindlichkeit“ bezeichnen, ist mir schleierhaft. Aber meine dadurch genährte Befürchtung, die von klassischen Haiku- und Senryu-Poesiekurzformen inspirierten Texte Koehlers würden sich jetzt in Dinglisch abspielen, bewahrheitet sich zum Glück nicht.

Die bisher erschienenen Bändchen schmeicheln tatsächlich der Hand, und ich merke schon beim ersten Durchblättern, warum es „poems you SEE before you die“ heißt und nicht „poems you READ before you die“. Denn die Texte Koehlers sind kurz genug, um mit einem Blick erfasst, mit einem zweiten Blick um das jedem Text beigefügte Bild ergänzt zu werden und so Text und Bild zugleich zu sein, und das ist ja nun so ziemlich das Multimedialste, was ein in Schwarzweiss gedrucktes Bändchen auf die Schnelle zu leisten vermag.

Die Texte sind in englischer Sprache, die dazugehörigen Illustrationen ebenso wie  Haikus auf die wesentlichen Pinselstriche reduziert: konkretisierend vergröbert, wenn man so will. Was formal einen Haiku der traditionellen Sorte ausmacht – siebzehn Silben, ein Naturbezug, ein lyrisches Ich –, kann man meistens hier wiederfinden, wie z.B. in dem Gedicht

NIGHTSTALKER
A cold meat moon and
Thousands of stars, lighting my
Path with midnight thoughts.

Aus Poems You See Before You Die Band 2

Aus Poems You See Before You Die Band 2

Nächtliche Melancholie ist wohl eines der ältestehrwürdigen Themen für die Form des Haiku. Schon die frühen Beat-Poeten haben solche formalen und atmosphärischen Konventionen dann gerne aufgenommen und damit gespielt – sie mit bewusst gesetzten Modernismen, Brüchen, Provokationen angereichert, manchmal damit gesprengt, manchmal zu neuem Leben erweckt. Die Bildgedichte/ Gedichtbilder der Glutton Group stehen ganz klar auch in dieser (längst selbst zur Konvention gewordenen) Tradition der Brechung von Tradition. Aber sie hinterlassen angenehmerweise insgesamt nicht das Gefühl, hier werde eine längst verpasste literarische Anarchie mangels eigener Ideen aus dem Wachkoma gerüttelt. Dazu sind die „poems you see before you die“ insgesamt nicht effektheischend genug. Ein bisschen spaßbesoffen zuweilen schon, aber dabei auch sehr entspannt und nicht anbiedernd: man will sich erstmal selbst eine Freude bereiten, und wenn dann andere den Spaß teilen möchten, sind sie herzlich eingeladen. Damit entfalten die poems ein Charisma, das von den spielverliebten, sinnlichen Gedichten Adrian Mitchells nicht weit entfernt ist (ich erinnere z.B. an Ten Ways To Avoid Lending Your Wheelbarrow To Anybody), oder vielleicht auch das vor Jahrzehnten schon in die Literatur hineingelebte genüsslich-skurrile Daseinsgefühl eines Richard Brautigan runderneuert und quietschvergnügt in unserer Gegenwart abliefert.

Entsprechend legt sich die Glutton Group auch thematisch weiterlesen

Romeo und Julia [ 0:37 ] Jetzt abspielen | Download

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HÖRTIPP: Kriegslied


Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Podcast am 14.August 2009

Im Krieg befinden sich viele Menschen, in Afrika, in Afghanistan und anderswo. Die meisten kämpfen nicht freiwillig. Viele werden das Ende ihres Krieges nicht miterleben, noch mehr werden den Krieg nicht unbeschadet überstehen. Daran denkend der heutige Hörtipp: Christoph Maasch von der Sprechbude liest Matthias Claudius “Kriegslied”.

Matthias Claudius: Kriegslied [ 1:04 ] Jetzt abspielen | Download

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