Nur Zweiter am Gipfel
Die Deutschen haben es versucht, aber schon den Gipfel in Sichtweite scheiterte die Bergtour an den Spaniern, die nach 44 Jahren wieder einen Titel als Nationalmannschaft erreicht haben. Es sei den Spaniern herzlichst gegönnt. Die Sprechbude hat als Trost für die niedergeschlagenen Teutonen dazu Heinrich Heine parat: die “Nachtgedanken”. Es spricht Peter Kempkes.
Und hier die sechs Aufstellungen der Deutschen bei der KulturEuro2008: Ulrike Meinhof | Alexanderschlacht | Edel & Starck | Missus Beastly | Günter Netzer | Klaus Kinski – Trainerin war Martina Stauffer.
SchönerDanken! Wir danken den Trainern dieser KulturEURO2008, die für ihre Nationen die größte Kunst aufgefahren haben: Europameister mit Spanien wurde Gabriel Gil Croino – er trainierte auch Portugal. Vize-Europameisterin mit Deutschland wurde Martina Stauffer. Götz Kohlmann mit seinen Mannschaften Frankreich, Schweiz und Österreich, Hendrik Schulthe für Tschechien, Kroatien und Polen, Prof. Pu für Italien und Schweden, Axel Weiss für die Türkei, PJ für Griechenland und Thomas Laufersweiler mit Niederlande, Rumänien und Russland.
Eine Weile habe ich gegrübelt: Was oder wer paßt zu „Finale“, dem glanzvollen Abschluß? Doch eigentlich nur ein Grenzgänger, ein „beschleunigtes“ Genie, und davon haben wir nicht soooo viele: also her mit Klaus Kinski, dem fleischgewordenen Lebensdrama, dem überempfindsamen, rastlos Schaffenden! Antreten muß Jesus Christus Erlöser Kinski (20.11.1971 Berliner Deutschlandhalle) diesmal mit seinen Gedichten: „Fieber – Tagebuch eines Aussätzigen“ (2001 erschienen). Im Frühjahr 1952 ist Kinski in Paris und findet dort ein 16jähriges Mädchen auf einer Parkbank liegend – an Krebs erkrankt, ätherisch schön. Er nimmt sie mit in sein Hotelzimmer, pflegt sie, sitzt an ihrem Bett … und er verfaßt im Angesicht seiner Muse wie ein Besessener Gedichte, was er nie zuvor tat und später auch nicht wieder tun würde. Diese Gedichte sind hingebungsvoll, leidenschaftlich, poetisch, ich kann nur begeisterte Worte dafür finden. Sie sind groß, rauschhaft und final, spiegeln Weltschmerz, Präpotenz und Größenwahn – im besten Sinne eine Folie für einen Finalsieg der Deutschen Fußballnationalmannschaft. (Auf der Trainerbank: Martina Stauffer)
Angeführt von Miguel de Cervantes (Autor von “Don Quijote de la Mancha”) steht heute ein Pulk von spanischen Autoren in den Startlöchern. Auf der Seite
Was haben wir Männer der Schönheit einer Frau entgegenzusetzen? Dem Schmollen der Lippen, dem Augenaufschlag … nichts, gar nichts. “Lolita” ist vielleicht die unverblümteste Darstellung der Macht des weiblichen Zaubers über den männlichen Verstand. Nabokov war 50 Jahre alt, als er “Lolita” schrieb:
Israels sprechen 100.000 Menschen die sephardische Sprache, das Ladino, auch Juden-Spanisch genannt. Ansonsten lebt das “Ladino” vor allem in der Türkei, dort besonders in Istanbul und Izmir. Nachdem die Juden im 15. Jahrhundert aus Spanien vertrieben wurden, bildete sich diese Sprache heraus, vor allem in Südeuropa, dem Nahen Osten und Nordafrika. Und weil die ins osmanische Reich geflüchteten Juden keinen Kontakt mehr mit ihrer alten Heimat hatten passierte mit ihrer Sprache das, was Göz Kaufmann für die ostfriesischen Mennoniten in Paraguay nachgewiesen hat: alte Sprachformen bleiben auch nach weiten Wanderungsbewegungen erhalten. Im Begleitprogramm der Frankfurter Buchmesse, die dieses Jahr – ausgerechnet – der Türkei gewidmet ist, ertönt am 17. September im Jüdischen Museum Frankfurt eine wunderbare Kostprobe sephardischer Klänge. Das türkische Janet & Jak Esim Ensemble gilt als einer der profiliertesten Interpreten des sephardischen Erbes. Wieder so eine Fusion von Orient und Okzident, die das tobende Kreuzberg vielleicht nicht vergessen macht, aber doch relativiert. Kostproben dieser herrlich melancholischen Weltmusik 





