“Method Detecting”: Draht im Blut

Martina startet die neue Serie “SchönerTöten” bei SchönerDenken mit “Wire in the Blood” – “Method Detecting” at its best
„Eigentlich“ – ein großes und beliebtes Wort zu Beginn, ob beim Schreiben oder Reden. „Eigentlich“ wollte ich ja dies und das … Heute werde ich auch mal vor mich hinrelativieren!
Also: EIGENTLICH wollte ich unsere neue Reihe „SchönerTöten“ mit einem meiner Lieblingsthemen, dem – möglichst attraktiven – Serienkiller im Kinofilm beginnen. Ein Absatz für die Empfehlung von „Mr. Brooks“ ist auch schon geschrieben, aber ich emotionsüberflutetes Ding lasse mich doch immer wieder hin- und wegreißen.
Ihr wißt ja, daß ich ein Serienflittchen bin – und anglophil dazu. Folgerichtig komme ich ja an Blut und Leichen, Verbrechensaufklärung, Stil, Eleganz und einem unvergleichlichen Können auf dem Gebiet der Kriminalliteratur und des Kriminalfilms nicht vorbei: und ehrlich gesagt, habe ich auch niemals versucht, dem auszuweichen, sondern mich breitbeinig mitten auf die glitschigrote, blutverschmierte Fahrbahn gestellt. Ambitionierte Dialoge, tückische Plots, schauspielerische Meisterleistungen rund um herumliegende Leichen – jaaaaaaaaaaaaaaaaa! Dazu noch eine Tasse schwarzen Tees mit Milch und Zucker und ein Bendicks Bittermint, und mein Leben nähert sich der Perfektion.
Nach all den Jahren intensivster Beschäftigung mit der Thematik hat sich in meinem Herzen eine Lieblingsserie etabliert, die in ihrer Einzigartigkeit einen Solitär in der Juwelensammlung meiner Serien-DVDs darstellt.
Für sie habe ich den Begriff „Method Detecting“ erfunden, analog zu dem schauspielerischen Method Acting der Stanislawski/Strasberg-Schule. Lee Strasberg definierte Schauspielen als die „Fähigkeit, auf imaginäre Stimuli zu reagieren“ und entwickelte die vier zentralen Fragen, die sich ein Schauspieler in der Vorbereitung auf das Spiel stellen sollte: Wer und wo er ist, was er dort tut und was dort zuvor geschah.
Nichts anderes macht Dr. Tony Hill, Psychologe und Protagonist der englischen Krimiserie Wire in the Blood (Hautnah – die Methode Hill), gespielt von Robson Green. Der außergewöhnlichen Serie mit drei bis vier Fernsehfilmen pro Staffel (es gibt leider deren nur sechs, da die Produktionskosten durch die aufwendigen Drehbücher, das detailgetreue Ambiente und das arbeitsintensive Rollenstudium bis auf über 700 000 Pfund anstiegen) liegen einige Kriminalromane von Val McDermid zugrunde. Sie spielt in der fiktiven nordenglischen Großstadt Bradfield; gedreht wurde in Newcastle
upon Tyne und in Northumberland.
Ein Fan wider Willen beschreibt sein langsames, aber unverrückbares Mutieren zum Hill-Bewunderer wie folgt: weiterlesen






