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Presidents

art imitating life imitating art imitating life
Obama und “West Wing”

Die US-TV-Serie “West Wing” – die man getrost als liberal bezeichnen kann – hat in Deutschland nur deshalb nicht viele Fans, weil sie nicht frei empfangbar zu sehen ist oder zu erschwinglichen Preisen auf DVD zu erwerben wäre. Andernfalls wäre auch hierzulande aufgefallen, wie sehr die moralischen Werte des fiktiven Präsidenten (gespielt von Martin Sheen) mit dem neuen Präsidenten Barack Obama übereinstimmen. Das fällt spätestens dann auf, wenn man einen “West Wing”-Vorspann mit Obama-Bildern zusammenschneidet: Ist da die Wirklichkeit nicht larger than life?

Und es kommt noch besser: weiterlesen

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Do not forget your dying King

Oliver Stones Meisterwerk “JFK” von 1991 bildet den Abschluß unserer kleinen Reihe mit Präsidentenfilmen – heute nun ist die Wartezeit vorbei, denn Präsidentenwahlen finden in den USA immer am ersten Dienstag im November statt, und wir Deutschen können uns heute nacht gegen 2.00 Uhr in der ARD-Sondersendung die ersten Hochrechnungen anschauen.

Über “JFK” gibt es so viel zu sagen, daß ich nicht recht weiß, wie ich mich beschränken soll. Ich verzichte deshalb auf das einleitende “Erklärstück” der politischen Hintergründe, denn jeder, der überhaupt auf diesen Filmtipp stößt, wird wissen, worum es geht, und wenn nicht, sollte er ein bißchen Geschichtsunterricht nachholen und bei seriösen Quellen über die Ermordung des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy am 22.01.1963 nachlesen: problemlos zu finden unter der Überschrift “amerikanisches Trauma”. In der amerikanischen Öffentlichkeit besteht nach wie vor ein großes Interesse an den Fragen nach dem “Wer erschoß John F. Kennedy?” und “Warum?”.

Kinostart des Films von Oliver Stone war am 20.12.1991, und bei einer im Vorfeld landesweit gestarteten und groß angelegten Gallup-Umfrage sagten 73 Prozent der Amerikaner, daß sie nicht an die Ergebnisse der Warren-Kommission glaubten. Die Einzeltätertheorie sei für sie nicht haltbar. Das Gesamteinspielergebnis des Films betrug weltweit über 205 Millionen Dollar – ebenfalls ein Beweis für die große Aufmerksamkeit, die dem Thema zuteil wurde und, schaut man sich im Internet um oder recherchiert die Verkaufszahlen der “JFK”-DVD mit Bonusmaterial von 2003, auch heute noch zuteil wird.

Oliver Stone konzipierte seinen Film auf der Basis der Bücher von Jim Garrison, dem damaligen Bezirksstaatsanwalt von New Orleans (“On the Trail of the Assassins”) und Jim Marrs (“Crossfire: The Plot that killed Kennedy”). Bereits im Vorfeld, noch ohne einen Meter gedreht zu haben, war Stone alleine wegen seines bloßen Vorhabens schon so in der Kritik, daß der Film unter absoluter Geheimhaltung entstand und er dabei sage und schreibe sechs Drehbücher verschliss und zehn Stunden Material abdrehte, das er später auf 189 Minuten (Filmfassung) bzw. 206 Minuten (Director’s Cut) kürzte.

Der Film ist atemberaubend, überwältigend, verblüffend, grandios, mächtig, kraftvoll und hypnotisch – und das, obwohl er auch durchaus anstrengend ist … nicht nur durch die vielen Dialoge, die schiere Länge und die auffallend außergewöhnliche, ambitionierte Schnitttechnik, sondern einfach dadurch, daß sich der Zuschauer auf diese atemlose Reise vollkommen einlassen und dabei hochkonzentriert sein muß. Das ist kein Film zum Vorüberrauschen-Lassen, zum Unterhalten. Und dennoch ist er niemals, niemals auch nur eine Sekunde langweilig. Auch abseits von den realen, politischen Hintergründen funktioniert er als kriminalistisches, filmisches und cineastisches Meisterwerk, und das mußten auch die Kritiker zugestehen, die Oliver Stone für seine politische Aussage in der Luft zerrissen.

Oliver Stone ist der Vorwurf gemacht worden, er manipuliere das Publikum durch einseitige Argumentation, eine schlüssig vorgetragene, aber dennoch haltlose Verschwörungstheorie, die Macht seiner Bilder und die brillante Besetzung der Rollen. Daß der Film mit 40 Millionen $ Produktionskosten für die Sets, 200 Sprechrollen, Stars und Charakterdarstellern bis in die Nebenrollen natürlich einen überwältigenden Eindruck hinterläßt, ist unstrittig. Aber welche Art von Thesen auf den Zuschauer warten, ist von der ersten Minute des Films an klar und lauert nicht heimtückisch hinter einer packenden Szene, wie dem zentralen Gespräch zwischen “Mr. X” (Donald Sutherland) und dem Helden Jim Garrison (Kevin Costner).

Direkt zu Beginn des Films (die Eisenhower-Sequenz) macht Stone nämlich klar, daß seiner Meinung nach dem “militärisch-industriellen Komplex” eine Schlüsselrolle bei der Ermordung Kennedys zukommt. Ein Hauptmotiv sei dabei gewesen, daß Kennedy sich nicht stärker in Vietnam engagieren wollte, sondern genau das Gegenteil, und daß er auch in Bezug auf Kuba auf Deeskalation statt auf Konfrontation setzte. Starke außenpolitisch-ökonomische Interessen (Rüstungsindustrie) hätten gegen Kennedy gesprochen. weiterlesen

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Stone und die Präsidenten

Noch ein Tag bis zur Wahl des amerikanischen Präsidenten.

Die amerikanischen Präsidenten lassen den streitbaren Filmemacher Oliver Stone nicht los. Mit “JFK” hat er sich seinem Trauma der Ermordung von John F. Kennedy gestellt (mehr morgen an dieser Stelle). In “W.” rechnet er mit dem Noch-Präsidenten ab. Heute abend ist Oliver Stone bei arte zu Gast:
arte | 3. November 2008 | 20.00 Uhr

Wer nebenbei noch etwas surfen will, findet zur US-Wahl eine Menge spannender Seiten: Zum Beispiel erklärt Doris Hammerschmidt (heute.de), warum die Amerikaner wählen, wie sie wählen. Bei arte wird über die Rolle des Präsidenten im Film und in der Realität geredet, eine kommentierte Linkliste findet sich bei der tagesschau, das ZDF schickt die Washington Watchers los, um zu bloggen, der Weltspiegel berichtet vom Kampf der Demokraten, die nichts dem Zufall überlassen wollen. Das Inforadio SWR cont.ra versammelt spannende Hörfunkbeiträge, die Kultsendung “Breitband” widmet sich den amerikanischen Stand-up-Comedians und ihren Witzen über die Präsidentschaftskandidaten. Auch der Politikwissenschaftler Dr. Christoph Bieber konzentriert sich in seinem Blog “Internet und Politik” auf die US-Wahl – natürlich lässt auch Deutschlands Blogger Nr.1 – Robert Basic – das Thema nicht aus und erklärt die US-Wahl. Wer glaubt schon alles gesehen zu haben, sollte sich die HipHopRepublicans anschauen.

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Schwarzer Präsident im Weißen Haus

Nur noch zwei Tage bis zur Wahl des mächtigsten Mannes der Welt.

Ein schwarzer Präsident im Weißen Haus? In der Filmgeschichte längst Realität. Die Deutsche Presseagentur (dpa) hat die Kinoauftritte der schwarzen US-Präsidenten zusammengestellt. Hier auf den Seiten von filmstarts.de:

“Barack Obama wäre nicht der erste schwarze Präsident, der ins Weiße Haus einzieht. Mit Morgan Freeman, James Earl Jones, Chris Rock und Dennis Haysbert hat der demokratische Präsidentschaftskandidat schon prominente Vorgänger – zumindest auf der Leinwand und dem Bildschirm.”

Vor allem Morgan Freeman hat dabei eine gute Figur gemacht – er strahlte mehr präsidiale Würde aus als manch echter Präsident. Aber es hat auf der Leinwand nicht nur schwarze Präsidenten gegeben, auch eine Frau hatte das Amt inne: Weitgehend unbekannt geblieben ist dabei Geena Davis als mächtigste Frau der Welt. Nach einer Staffel war leider Schluss mit “Welcome Mrs. President”. Davis spielt hier Mackenzie Allen – meine Stimme hätte sie gehabt.

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Air Force One

Obama oder McCain? Nur noch drei Tage bis zur Wahl des mächtigsten Mannes der Welt. Die Wartezeit bis zur Entscheidung, wer Präsident der Vereinigten Staaten wird, vertreiben wir Ihnen mit unserer Serie “All the Presidents”.

Ach du je, ist das schwierig mit diesem Film von 1997: Auf der einen Seite ist er propagandistischer Müll der allerübelsten Sorte und sollte deshalb eigentlich möglichst wenig beachtet und damit auch nicht rezensiert oder gar empfohlen werden, auf der anderen Seite besteht er als hervorragend gefilmter Actionstreifen, der keine Sekunde langweilig ist.

Genauso ambivalent verhält es sich mit der Hauptfigur, dem amerikanischen Präsidenten James Marshall: gutaussehend, charismatisch, aufrichtig und wahrheitsliebend, eben ganz das role model des Darstellers Harrison Ford, ist er klar als Demokrat angelegt; was die Ansichten angeht (Familie über alles, Terroristen niedermähen, dort als Weltpolizei einmarschieren, wo einem die politischen Verhältnisse nicht behagen) allerdings ebenso deutlich als Republikaner.

Vielleicht sollte man sowieso angesichts der unrealistischen Story – kasachische Terroristen kapern die Air Force One mit dem Beraterstab des Präsidenten, ihm selbst und seiner Frau und seiner Tochter an Bord, um ihren Anführer freizupressen und letzten Endes aus Russland wieder die Sowjetunion zu machen; dem Präsidenten gelingt es, die Attentäter zu überwältigen und seine Familie zu retten – einfach gleich umschalten auf bloße Unterhaltung und nicht allzu viel nachdenken: spannungsgeladene Action erhebt nun schließlich seltenst einen akademischen Anspruch. weiterlesen

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Alltag einer Supermacht

Die Vereinigten Staaten sind für die meisten von uns ein sehr fremdes Land. Bevor in diesem fremden Land der mächtigste Mann der Welt gewählt wird, gibt uns der ARD-Korrespondent Klaus Scherer die Gelegenheit, den Amerikanern etwas näher zu kommen:“Eine Reise durch Amerika – Alltag einer Supermacht”. Den ganzen Film gibt es bei tagesschau.de als Webvideo. Sehr beeindruckendes Porträt eines Landes, dass seinen Optimismus zu verlieren droht. [Entdeckt von Martina]

Und hier für heute abend der passende
TV-Programmtipp:
SWR Fernsehen | Donnerstag, 30. Oktober 2008 | 23.00 Uhr
Dokumentation “War made easy – Wie Amerikas Präsidenten lügen”
von Loretta Alper und Jeremy Earp

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Im West-Flügel

Am 4. November wählt das amerikanische Volk den mächtigsten Mann der Welt. Der Präsident der Vereinigten Staaten … das Amt an sich ist schon eine Ikone der Populärkultur, inklusive White House, Oval Office und Air Force One. Die Wartezeit bis zur Wahl vertreiben wir Ihnen mit der Serie “All the Presidents”.

Im Gegensatz zu “The American President – Hallo, Mr. President” ist die aus dem Film entstandene amerikanische Fernsehserie “The West Wing” (so benannt nach dem Gebäudeflügel des Weißen Hauses, im dem sich das Oval Office und die Büros der engsten Mitarbeiter des Präsidenten befinden) durchaus sehr politisch. Liebes- und Beziehungsgeschichten rangieren eher im Hintergrund; wichtiger sind die Darstellung realistischer Regierungsarbeit, die aktuelle Relevanz der Themen und das Sichtbarmachen von Entscheidungsfindungsprozessen.

Das klingt jetzt ein bißchen arg ernst, schwerblütig und bedeutungsschwanger, ist es aber gar nicht, und darin liegt die Magie dieser Serie: sie hat Humor, eine feine Ironie, und es ist eine Freude, den Dialogen zuzuhören, die ein ähnliches Niveau haben, wie man es von “Boston Legal” oder “House” kennt. weiterlesen

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Hallo, Mr. President

Am 4. November wählt das amerikanische Volk den mächtigsten Mann der Welt. Der Präsident der Vereinigten Staaten … das Amt an sich ist schon eine Ikone der Populärkultur, inklusive White House, Oval Office und Air Force One. Die Wartezeit bis zur Wahl vertreiben wir Ihnen mit der Serie “All the Presidents”.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Dieser Film aus dem Jahr 1995 ist nicht besonders politisch; er hat nichts kämpferisches, und die kleinen subtilen Botschaften – die Waffengesetze in den USA müssen restriktiver werden und der Umweltschutz viel höher bewertet – schwingen bloß unterschwellig mit. Denn in erster Linie handelt es sich um einen Liebesfilm, eine romantische Komödie, wie wir sie so in ihrer unbestreitbaren Perfektion von Regisseur Rob Reiner (“Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers”, “When Harry Met Sally … – Harry und Sally” und “Rumor Has It – Wo die Liebe hinfällt”) erwarten können.

Die Handlung ist schnell erzählt: Andrew Shepherd (Michael Douglas), der demokratische Präsident der USA, verliebt sich während der Kampagne für seine Wiederwahl in die Umweltaktivistin Sydney Ellen Wade (Annette Bening). Sie vereinbaren, dass er und sein Stab ein radikales und innovatives Umweltschutzgesetz voranbringen werden, wenn es Wade gelingt, durch Lobbyarbeit mindestens vierundzwanzig Kongreßabgeordnete von eben diesem Gesetz zu überzeugen. Die Liebesbeziehung wird öffentlich und zu einem gefundenen Fressen für den republikanischen Gegenkandidaten Robert Rumson (wunderbar in seiner Rolle als wehleidiger, verschlagener und selbstgefälliger “Schurke”: Richard Dreyfuss); er inszeniert eine Schlammschlacht vor allem gegen Wade und ihre radikale politische Vergangenheit. weiterlesen

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