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Musik

Konzerttipp: Shambelle, mehr als eine B-Seite

gaaabe_250gAAAbe freut sich Uschi Mathes und Klaus Weis von Shambelle interviewen zu dürfen und hat einen Konzerttipp für Euch.

Im Spätsommer vor drei Jahren in Mainz. Mehrere Bands spielen an diesem Abend im SWR Funkhaus. Darunter Shambelle. Ich kenne sie nicht. Hinter mir sagt eine Frau im Publikum. “Die machen schöne Popmusik”. Ich zucke zusammen – Popmusik, pfff. Ich hasse Popm…  die Band fängt an zu spielen.

Sie haben popappeal, aber für mich haben sie vor allem einen tollen Klang an diesem Abend. Das Quartett nimmt mich sofort mit in ihre Welt. Die wunderbar tiefe Stimme der Sängerin Uschi erinnert mich an die Cultured Pearls-Sängerin Astrid North. Um sie herum jazzig-soulige-Klänge mit einem bisschen Electro von ihren Bandkollegen.

Klaus Weis und Uschi Mathes von Shambelle (photo by gAAAAbe)

Ich habe dieses Konzert irgendwie immer in Erinnerung behalten und versucht zu verfolgen was Shambelle so machen, aber sie seitdem nicht mehr live gesehen. Aber diese Zeit ist jetzt vorbei: Am Samstag den 8. Oktober spielt das Quartett ab 21.00 Uhr in Klein-Winternheim bei Jazz in der Garage mit Hattler (Kfz-Werkstatt Kilicaslan, Raiffeisenstraße 14, Klein-Winternheim).

Noch dazu habe ich vorab ein Interview mit zwei Mitbegründern der Band bekommen, von denen ich erfahre, wer Shambelle sind, was sie für Musik machen und warum The Police für die Band wichtig war.

Gaaabe genießt Shambelle [ 10:31 ] Jetzt abspielen | Download

Die Band-Homepage mit Tourterminen, Diskographie und weiteren Informationen gibt es hier. Eine kleine musikalische Kostprobe findet Ihr direkt hier bei uns auf SchönerDenken:



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Perzeptionsarschtritt

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Im Interview bei “gAAAbe – Accessing All Areas” : Cláudio Aveiro von Grimlet .

Es ist selten Metal-Bands zu finden, die einen gewissen ästhetisch-musikalischen Anspruch erfüllen. Noch seltener ist es, dass sie aus Portugal stammen, noch kein Majorlabel sie entdeckt hat und sie mir vor dem großen Durchbruch auffallen. Denn bei allem Interesse, ist das Angebot riesig und kaum zu überschauen, so dass ich meist eher schon “bekannte” und etablierte Künstler für mich entdecke.

Grimlet: Luís de Sousa (guitar), Cláudio Aveiro (bass), David Carvalho (vocals), Luís Filipe (drums), António Branco (guitar) (Quelle: Grimlet)Im Fall von Grimlet ist die Sache anders: Das Quintett aus Figueira da Foz (Portugal) wurde mir vor Jahren empfohlen. Die erste EP “Darkness Shrouds The Hidden” (2004) hörte sich viel versprechend, wenn auch an mancher Stelle etwas selbstverliebt und bemüht an. Trotzdem mochte ich die Energie, die Band schon damals hatte.

Cláudio Aveiro (Quelle: Grimlet)Für das Debutalbum brauchten die Portugiesen weitere fünf Jahre. Der Grund: In Portugal fand sich kein Label, das Ihnen unter die Arme greifen wollte und so mussten die Fünf neben Berufen, Proben und Auftritten das Geld für die Aufnahmen selbst aufbringen. Heraus kam ein kraftvoll-energisches und organisches Werk – “Grim Perceptions” (2010, Recital Records), mit dem sowohl Band wie Kritiker zufrieden sind:

Ich habe mit dem Grimlet-Bassisten Cáudio Aveiro über die Band gesprochen, über die langwierige Entstehung von “Grim Perceptions” und über die unterschiedlichen Perzeptionen auf dem Album gesprochen.

Gaaabe spricht mit Cláudio Aveiro von Grimlet [ 11:53 ] Jetzt abspielen | Download

Alle die Lamb of God, die härteren Sachen von Dream Theater oder Hypocrisy mögen, sollten sich auch Grimlet anhören. Infos, Tourdaten und Bandgeschichte gibt es hier auf der Grimlet-MySpace-Seite. Etwas aktueller und bilderreicher ist die Facebook-Seite der Band – hier.

So zum Schluss  gibt es heute etwas zu gewinnen und zwar zwei Mal das Album “Grim Perceptions”. Was müsst Ihr dafür tun? Nicht viel. Einfach hier unten oder auf meiner Facebook-Seite einen “netten” Kommentar zum Thema “Warum ich gAAAbe – Accessing All Areas so gerne höre”. Seid kreativ!

Unter allen Kommentaren, die bis zum 30. September, 23.59 Uhr abgegeben werden, verlose ich die beiden Grimlet-Silberlinge.

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“Rocco Recycle”: Das böse A-Wort

gAAAbe interviewt eine seiner persönlichen Neuentdeckungen 2010: Rocco Recycle – und entschuldigt sich dafür, dass er manchmal ein Musik-Snob ist.

gaaabe_250Auf dem Plakat für Rocco Recycles Konzert lese ich: “One Man. One Band!”. Hört sich für mich im ersten Moment nach einem Menschen an, der mit einem Schlagzeug auf dem Rücken Mundharmonika spielt und dabei singt oder nach einem singenden Alleinunterhalter mit Keyboard und Drumcomputer. Schlussfolgerung: Gehe ich nicht hin!

Rocco Recycle (photo by Christian Schmidt © all rights reserved)Trotzdem bin ich neugierig: Zum einen, weil Rocco in einer Bar auftreten soll, in der ich schon etliche gute Konzerte gesehen habe und weiß, dass die Besitzer einen guten Musikgeschmack haben.

Rocco Recycle (photo by Christian Schmidt © all rights reserved)

Zum anderen sieht der Typ – also Rocco – auf dem Plakat irgendwie abgedreht-interessant und nicht wie der typische “Alleinunterhalter” aus, und, wie im Internet zu lesen ist, spielt er Blues, Rock, Soul, Reggae sowie Heavy Metal auf selbst gebauten Instrumenten.

Die selbst gebauten Instrumente erinnern mich spontan an den Film “It Might Get Loud”. Darin baut Jack White aus einer Kordel, einem Brett, vier Nägeln, einer Colaflasche und einem Tonabnehmer eine Gitarre. Genial.

Also gehe ich zu Roccos Konzert und – was soll ich sagen – ich bin begeistert: tolle, mitreißende Show.

Ich habe Rocco natürlich nach dem Konzert zum Thema Alleinunterhalter und Covern angesprochen und die entsprechende Antwort bekommen:

“Wäre ich ein Alleinunterhalter, würde ich versuchen Songs originalgetreu wiederzugeben. [...] und irgendwelche originalgetreu nachgespielten Covers finde ich zum Sterben langweilig. Dann höre ich mir lieber das Original an. Wenn ich eine gute Coverversion höre, wie zum Beispiel ‘Personal Jesus’ gespielt von Johnny Cash – das ist eine Killer-Coverversion, weil sie komplett anders ist als das Original, da denke ich ‘wow!’. Das reizt mich am Covern, ansonsten finde ich Covern total langweilig.”

Außerdem habe ich erfahren, welche selbstgebauten Instrumente ihm noch fehlen, wie er auf die Idee kam als die Kunstfigur Rocco Recycle aufzutreten und warum er in Portugal auf Tour ist.

Rocco rockt! [ 7:37 ] Jetzt abspielen | Download

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“Arrested Development”: The world is changing

Dieses Mal bei gAAAbe – Accessing All Areas: Speech von Arrested Development.gaaabe_250

Das amerikanische Musikerkollektiv Arrested Development sind der lebende Beweis dafür, dass Hip Hop mehr sein kann als dumpfer Gangster-Rap à la 50 Cent oder Dr. Dre. Während die Gangsterrapper gerne den kriminellen Aufstieg der schwarzen Jugend glorifizieren und verklären, gehen Arrested Development seit 20 Jahren einen anderen Weg: Kritisch setzen sie sich mit der amerikanischen Wirklichkeit auseinander und prangen Missstände an. Dabei werfen sie immer wieder die Frage auf, wie jeder Einzelne etwas ändern kann. So auch wieder in ihrem aktuellen Album “Strong”. Dabei geht es ihnen nicht darum einfach nur auf Probleme hinzuweisen:

“We never think of ourselves as a positive hip hop group. Instead: We think of ourselves as a group that speaks on things that are relevant and we try to make  something that can benefit somebody, instead of just bringing a problem to light – we try to make it healing somehow.”

Speech & gAAAbe (Foto: Gabriel Gil Croino)Arrested Development stehen  wie  De La Soul, OutKast oder A Tribe Called Quest für eine Strömung im Hip Hop, die als Alternative Hip Hop bezeichnet wird. Im Interview erklärt Speech, was es damit genau auf sich hat, warum er eine Veränderung in Amerika spürt und wie er Musik als Ausdrucksmittel für sich entdeckt hat:

Hip Hop mit Haltung [ 18:45 ] Jetzt abspielen | Download
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Grenzen ausloten

gaaabe_250Bei gAAAbe Accessing All Areas der SWR-Jazzpreisträger 2010 Eric Schaefer.

Angefangen hat  Eric Schaefers Musikerkarriere im Bundesjugend-Orchester und in seiner Hardcore-Punk-Band. Heute spielt er Kammermusik, Rock und experimentellen Jazz.

Hört sich nach einer wilden Mischung an, aber so wild und gefährlich ist die gar nicht. Eric Schaefer möchte sich stilistisch nicht festlegen und sieht sich in der Tradition von Jazzmusikern, die Grenzen ausloten:

Die Jazztradition, so wie ich sie verstehe, wurde geprägt von Leuten, die etwas gemacht haben, woran sie glaubten. Dieses Etwas war im ersten Augenblick nonkonformistisch. Dazu zählen Musiker wie zum Beispiel der Pianist Thelonious Monk oder der Schlagzeuger Elvin Jones.

Johnny La Marama: Eric Schaefer (photo by gAAAbe © all rights reserved)

Im Interview spricht Eric Schaefer mit mir über seinen Werdegang und was Phil Collins damit zu tun hat, wie es ist als Schlagzeuger einen Jazzpreis zu bekommen und wie seine verschiedenen Projekte klingen:

Keine Angst, der will nur spielen [ 8:55 ] Jetzt abspielen | Download

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Eine Fundgrube menschlicher Gefühle

gAAAbeHeute gibt es bei gAAAbe Accessing All Areas einen Blick hinter die Kulissen eines Filmes: Ein Interview mit dem Regisseur und Drehbuchautor Martin Wallner.

Der animierte Kurzfilm “A Lost and Found Box of Human Sensation” erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der nach dem Krebstod seines Vaters lernen muss, Trauer und Schmerz zu verarbeiten. Ein schweres Thema, das mal traurig, mal lustig und nicht immer politisch korrekt von Martin Wallner und Stefan Leuchtenberg in ein Animationsfilm umgesetzt wurde.  Ein Genre, mit dem Zuschauer eher seichte Werke wie Toy Story oder Ratatouille verbinden dürften. Aber es geht auch anders:

“Es ist ein spannendes Genre und wir fanden es interessant ein klassisches Dramenthema, beziehungsweise ein Thema, das vielleicht eher im Realfilm verwendet wird, mit Mitteln des Animationsfilms zu bearbeiten.”

Martin Wallner (© 2010 Dancing Squirrel)Im Interview erklärt Martin Wallner, worum es ihm in seinem preisgekrönten Film geht, warum er diesen Film machen wollte und musste und wie es dazu kam, dass die Hollywoodstars Ian McKellen (Herr der Ringe, X-Men) und Joseph Fiennes (Shakespeare in Love, Luther) in seinem Film mitwirken.

Lost box Jetzt abspielen | Download
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Torsten Knoll: Lieder über Aufruhr, Liebe und Ungewöhnliches

Optisch gesehen ist allenfalls seine schwarze Schieberkappe typisch. Noch schwieriger verhält es sich bei Torsten Knoll, wenn man versucht, seine Musik auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Das ist Protest und Provokation, das ist permanenter Diskurs und Erinnern, das ist Verarbeiten und schließlich Mitteilen. Torsten Knoll ist Komponist, Pianist und Sänger. Dabei deckt er gleich drei Musiksparten ab: Theater, Film und Chanson.

Ende Mai präsentierte er in den Mainzer Kammerspielen seine Chansons. Unter dem Motto „Lieder über Aufruhr, Liebe und Ungewöhnliches“ sang er über sich und seine Generation, über Liebe, Einsamkeit und Wut, Gefühle, die jeder kennt. Vor der Veranstaltung sprach Carina mit Torsten Knoll über sein Verständnis als Musiker und den Entstehungskontext seiner musikalischen Auswüchse:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

Torsten Knoll in den Mainzer Kammerspielen

Über Sofasozialismus und vergessene Lieben

Während des Konzertabends bettete er seine Lieder vorab in ihren Entstehungskontext ein: “Gute Nacht” sei in Erinnerung an die Dienstagabende bei seiner Oma entstanden, die immer alles kommentierte, sich selbst aber scherzhaft als reine “Sofasozialistin” bezeichnete. Es stecke aber auch der Ärger darüber drin, “dass man unglaublich viel reden kann, ohne etwas Sinnvolles zu unternehmen.” Humorvoll zeigte er sich im Umgang mit dem Thema Liebe. In “Seelenfrei” sang er über ein anfangs überschwängliches Verliebtsein, das binnen drei Wochen verpuffte, während “Schlaraffenland” ein Liebeslied sei, bei dem er keine Ahnung mehr habe, für wen er es einst schrieb.

Alles – nur niemals in der Mitte

Diese Achterbahn zwischen Höhenflügen und Abstürzen zog sich durch alle Lieder. Neben Aufruhr und Liebe kam dabei auch die Wut nicht zu kurz. So gab er in “Es tut mir leid Arschgesicht” ein Spottlied über einen ihm unleidigen ehemaligen Dozenten zum Besten. Bei seiner direkten Wortwahl sparte Knoll mitunter nicht an derben Beschreibungen: “Oh, wie es mir sanft die Eier leckt, dieses Bitzeln, diese Ahnung von Zerfall”. Pointiert brachte er schließlich seine Weltsicht auf den Punkt: “Es ist Hass und es ist Liebe, nur Gleichmut ist es nie”.

Chöre & Theater

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Unversöhnlich war dementsprechend sein Kommentar über sich und seine Generation. In “Was sind wir schön” beschrieb er sie als “ein ganz klein wenig schrill, ein bisschen dürr, vielleicht auch unterschwellig krank” und schloss mit dem Fazit: “Wir verrecken, einheitlich abgeschmackt – allein”. Bei aller Kritik an untätigen Zeitgenossen, konnte er es sich nicht verkneifen, der nachfolgenden Generation Ratschläge zu erteilen. In “Die neuen Fürbitten”, was er dem ungeborenen Kind einer Freundin widmete, sprach er ihm Mut zum Scheitern zu: “Und wenn du verfehlst, da ist gar nichts passiert, denn für nichts ist es je zu spät.”

Was sind wir schön

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Weitere Infos unter: www.torsten-knoll.de

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Metal up your ass!

gaaabe_250Im Interview bei “gAAAbe – Accessing All Areas” : John Campbell von Lamb of God.

Mit Heavy Metal ist es so eine Sache: Entweder man liebt es oder man hasst es. Der kanadische Dokumentarfilmer Sam Dunn gibt einen Eindruck davon, wie sich ein Metaller beim Besuch des Wacken Open Airs, dem größten Metalfestival Europas, fühlt:

“If metal doesn’t give that overwhelming surge of power, that makes the hair stand up at the back of your neck, you might never get it, and you know what? That’s okay, because judging by the 40.000 metalheads around me, we’re doing just fine without you.” (In: “Metal – A Headbanger’s Journey”, 2005)

John Campbell (Foto: Gabriel Gil Croino)

Lamb of God ist eine dieser Bands, die Millionen begeistern und einem live einen herrlichen Schauer über den Rücken jagen. Da trifft es sich gut, dass das Quintett gerne Metal spielt, wie mir John Campbell erzählt:

“We’re five dudes, who all met in their early twenties (…) and basically we started the band for the love of making heavy music. Back in the day when Kurt Cobain was king and playing metal was sinful. (…) Just trying to go out, kick ass and playing heavy metal music – never expecting our hobby to become a job or anywhere near this successful.”

Außerdem hat mir John noch verraten, warum sie politische Songs schreiben, weshalb die vier von Metallica so sympathisch sind und wann es die nächste Lamb of God-Platte gibt:

Metal Up Your Ass! [ 5:43 ] Jetzt abspielen | Download

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