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Museum

The New Mainz School … Is a Kindergarden

Neue Reihe bei “SchönerDenken”: “Verlassen Sie sofort meine Sammlung!” Bücher, Filme, Musik, die wir auf keinen Fall behalten wollen. Heute: Ein Buch, das ich gerne besäße, um es mit Entschiedenheit aus der Sammlung zu weisen.

Hendrik möchte einen Katalog loswerden [ 8:27 ] Jetzt abspielen | Download

I.

Wirklich schade, dass ich dieses Buch nicht besitze, denn dann könnte ich es aussortieren, nein, besser noch: achtkantig aus der Sammlung pfeffern, betont achtlos in der prallen Sonne, neben dem Swimming Pool, dem Herd oder in der Nähe von grobmotorischen Kleinkindern liegen lassen, als Unterlegscheibe für Saftgläser verwenden oder dem nächstgelegenen Chinchilla als Knabberei zur Verfügung stellen.

Dabei bin ich gar nicht sicher, ob es das Buch gibt, weil ich es zu eilig hatte, die Ausstellungsstätte zu verlassen, um mich danach umzusehen. Es handelt sich um den Katalog zur Ausstellung „The New Mainz School“, welche bis Anfang August in den Räumen der Kunsthalle Mainz zu besehen war.

Um das Elend kurz zu machen: Wir drei Besucher (eine davon selbst arrivierte Künstlerin) waren weiterlesen

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Das Ozeaneum in Stralsund führt ins Blaue …

… und erzählt dabei von der Schönheit der Meere und der Vielfalt des Lebens im und am Wasser.

Wie eine riesige Muschel zwirbelt sich das Ozeaneum den Kai am nördlichen Hafenbecken entlang, schmiegt sich sanft an die hohen Giebelgebäude aus Backstein. Der Bau eines der modernsten Museen der Republik hat der historischen Kulisse am Strelasund nicht geschadet. Der Kontrast zwischen alt und neu zieht die Besucher der Hansestadt an, viele kommen nach Stralsund allein wegen des Meeresmuseums, das sich rasend schnell zu einem Besuchermagneten gemausert hat.

Ozeaneum Stralsund (Foto: Nicole Asmuth)

Mit der Rolltreppe nach oben unter Wasser

Letztes Jahr gelang den Machern der im Juli 2008 eröffneten Ausstellung mit über 1,2 Millionen verkauften Eintrittskarten der Sprung auf den dritten Platz der besucherstärksten Museen in Deutschland. Im Mai dieses Jahres wurde das Ozeaneum ausgezeichnet als Europas Museum des Jahres.

Die Menschen stehen in langen Schlangen vor den Kassen. Sie alle wollen eintauchen in das große, weite Blau. Dafür allerdings müssen sie erst einmal schwindelfrei Europas längste, freitragende Rolltreppe mit einer Länge von über 30 Metern emporschweben, denn der Ritt über die Meere beginnt im obersten Stock.

Ozeaneum Stralsund (Foto: Nicole Asmuth)

Die Ausstellungsmacher starten genau hier, wo das Festland auf Deutschlands größte Insel Rügen trifft, im Stralsunder Hafenbecken. Vitrinen mit bekannten aber auch denkbar fremden und seltsamen Meeresbewohnern laden zum Staunen ein. Eingelegte Kraken, weiterlesen

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April in Paris (3)

Von meiner Wohnung aus gesehen, liegt Paris hinter Japan. Zeitlich zumindest. Nach Abschluss des Themenmonats Big in Japan folgt mit leichter Verspätung ein dreiteiliger Reisebericht: über Ostern eine Woche in Paris. Hier Teil Drei.

VI.
Montag: Na gut, doch ins Museum – bevorzugte ethnologische Pflichtübung (mit leichten erotischen Irritationen)

Eine Bol: französischer Kaffeenapf, ideal auch zum Händewärmen (Bild: Liesel Hahn)Den größten Teil des Ostermontags verbringen mein Schatz und ich im Musée du Quai Branly, einem namhaften Völkerkundemuseum, das in seiner jetzigen Form erst vor wenigen Jahren seine Pforten geöffnet hat. Für mich als Ethnologe ist das quasi eine gern wahrgenommene Pflichtübung.

Normalerweise hat das Museum montags gar nicht geöffnet. Wegen des Feiertages hat man eine Ausnahme gemacht, von dieser Ausnahme jedoch offenbar nicht sehr vielen berichtet, so dass statt der hier sonst üblichen Schlangen und Gruppenführungen sehr wenig los ist. Vom Eintrittspreis sind wir sehr angenehm überrascht, denn inklusive des Zuschlages für drei Sonderausstellungen und abzüglich des kleinen Rabatts, den uns der Besitz des Paris Visite-Tickets einbringt, bezahlen wir pro Person 12 €, und für das, was geboten ist, kann man sich da wirklich nicht beschweren.

Über eine weitgeschwungene Rampe gelangt man aus der Eingangshalle hinauf in die Museumsebene, wo verschiedenen Kulturräumen eigene Abschnitte zugeordnet sind. Den größten Raum nehmen die Ausstellungen zu ozeanischen und afrikanischen Kulturen ein, gefolgt von Exponaten aus den Kulturen beider amerikanischer Kontinente und Asiens. Zunächst wirkt das sehr organisch angelegte Museum auf uns sehr dunkel und etwas unübersichtlich. Letzteres mag aber auch ein wenig daran liegen, dass wir nicht der empfohlenen Route folgen, die mit Afrika beginnt, sondern uns einen eigenen Weg bahnen und zunächst den Ozeanien gewidmeten Teil erkunden, der uns erstens beide mehr interessiert und zweitens jetzt, direkt nach Öffnung des Museums, noch völlig leer ist. Nach einigen Minuten haben wir uns an die sparsame Beleuchtung gewöhnt und empfinden sie als sehr angenehm für die Augen. Die Exponate sind in ihren großen Vitrinen gut ausgeleuchtet und kommen auch farblich zur Geltung, was in allzu greller und klinischer Lichtumgebung nicht der Fall wäre. In den zahlreichen Nischen und Boxen am Rande des langgestreckten Gebäudes finden sich dazu Fotografien, Infostationen und Film- und Soundinstallationen.

Zwei Betrachtungsschwerpunkte treten hier hervor: zum einen das Bemühen, die gezeigten Gegenstände in ihrem Gebrauchskontext zu verorten, zum zweiten auch die Übergänge zwischen Kulturräumen zu betonen – sowohl Kontraste als auch gegenseitige Beeinflussungen zu zeigen. Ebenfalls beeindruckt hat uns der langgestreckte Zentralgang, denn dieser ist zusätzlich für blinde Museumsbesucher ausgelegt und bietet neben Brailletexten und Hörstationen auch Reliefbilder und sogar Tastmodelle von Gebäuden und Skulpturen. Auch dass man hier und da einen Blick auf das Exponatearchiv werfen kann, gefällt uns.

Im zweiten Stockwerk befinden sich zwei der drei aktuellen Sonderausstellungen und ein kleines Medienzentrum, in welchletzterem man in aller Ruhe entweder die Kurzfilme und Bildgalerien der diversen Infostationen noch einmal abrufen oder sich interaktive Aufbereitungen anderer Themen anschauen und -hören kann, z.B. eine vergleichende Darstellung verschiedenster Sprachen und Sprachräume mit Hörbeispielen. Letzteres wird am Ende heruntergebrochen auf Alltagsbeispiele aus dem direkten Umfeld, z.B. auf verschiedenste Begrüßungskonventionen von Bevölkerungsgruppen, die man in Paris häufig trifft, und das bringt sicher nicht nur den hier durchgewunken werdenden Schulklassen etwas bei.

Die erste der drei Sonderausstellungen heißt „Sexe, mort et sacrifice dans la religion Mochica“ und versammelt Bild- und Keramikfunde aus dem heutigen Peru etwa aus dem 1. bis 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Schwerpunkt ist die Veranschaulichung des Zusammenhangs von Sex, Tod und [Menschen]Opfer in der Kosmologie dieser Andenkultur. In punkto Veranschaulichung lassen die Exponate – Musikinstrumente, Waffen, Öl- und Getränkegefäße – denn auch nichts offen: Explizite Darstellungen diverser Sexualakte, nur beginnend bei der Mann-Frau- oder weiterlesen

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“Keär man, wär dat getzt lecka!” Ein Besuch im Berliner Currywurstmuseum

Gleich vorneweg, ich komme aus dem Pott und damit aus der nicht immer unbestrittenen Heimat der Currywurst. Dass das erste und bisher einzige Currywurstmuseum Deutschlands Mitte letzten Jahres in Berlin eröffnet hat, traf mich im ersten Moment wie ein Faustschlag in den Magen. Seit ich aber da war, muss ich gestehen, viel besser hätten wir es auch nicht gekonnt.

Denn was sich da auf überschaubaren 1.000 Quadratmetern in der Nähe des Brandenburger Tores präsentiert, ist für den ambitionierten Currywurst-Laien der unabdingbar zu beschreitende Lehrpfad in Sachen Historie und kultureller Bedeutung des scharfen Würstchens. Und für den Liebhaber liefert der Besuch dieses Ortes die ultimative Rechtfertigung seiner emotionalen Verbundenheit zu jener kulinarisch so häufig verpönten Götterspeise. Ganz nebenbei hat das Berliner Currywurstmuseum auch noch eine eklatante Lücke in der deutschen Museumslandschaft geschlossen.

(c) Nicole Asmuth

Ganz  im Sinne moderner Museumspädagogik darf hier fast alles in die Hand genommen werden.  Wer etwa am Eingang zur Ausstellung die Ketchup-Flaschen vom Stehtischchen nimmt, dem dringen daraus die vertrauten Klänge von Grönemeyers Kö-kö-körriwuuuurst in die Ohren. Ein dezenter Hinweis der Museumsmacher auf das Ruhrgebiet, als die Provenienz des besungenen Objektes? Frohgelaunt geht man weiter um die Ecke.

Hier kann man in der Gewürzkammer an mattsilbern schimmernden Riechkolben den Schnüffeltest machen. Muskat? Nelken? Oder doch Curry? Der so genannte Soßenstrom am Boden führt weiter durch die Ausstellung, vorbei an Weltkarten, auf denen die Orte markiert sind, an denen dem Genuss der gepuderten Wurst gefrönt wird, entlang an Vitrinen, die sich dem Pappteller widmen, auf dem sie gewöhnlich kredenzt wird und schließlich hin zur Wurst im Film. Wieder eine unverkennbare Reminiszenz an den Pott: Schimanski anne Bude.

Die Riechkolben (c) Nicole Asmuth

Trefflich pausieren lässt es sich zwischendurch in der wurstigen Sitzecke, in der ein Monitor über die Wurstherstellung informiert, nichts für Vegetarier. weiterlesen

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