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Die Üblichen Verdächtigen

TV-TIPP: “District 9″ – Kino wie Katzenfutter

Fernsehtipp Morgen, Sonntag  5. Februar 2012 | 22.35 Uhr | ProSieben
Die üblichen Verdächtigen über “District 9″. Sie sind zwar begeistert – aber auch nicht unkritisch:

Realistischer SF-Actioner [ 5:54 ] Jetzt abspielen | Download

Wir alle warten auf große SF-Filmmeilensteine wie “Alien” oder “Blade Runner”. Neil Bomkamps “District 9″ sah nach den Trailern aus, als hätte er das Zeug dazu. Optisch hat er alle Versprechen gehalten – das realistischste Produktionsdesign, die glaubwürdigsten Animatronics und CGIs, die ich jemals gesehen habe. Und er wartet mit einer ambitionierten Geschichte auf:

Außerirdische sind mit ihrem Raumschiff über Johannesburg gestrandet. Unterernährt und antriebslos werden sie in einem Ghetto untergebracht, eingesperrt. Nach zwanzig Jahren sollen sie aus dem District 9 evakuiert und in ein neues Lager umgesiedelt werden. Aber bei der Evakuierung gerät einiges außer Kontrolle …

© 2009 Sony Pictures Releasing GmbH

Blomkamp erzählt seine Geschichte mit Elementen des Dokumentarfilms vor einem sozialkritischen Hintergrund – die politischen Töne um Apartheid, Ausgrenzung, Angst hätten durchaus noch schärfer ausfallen dürfen. Seine Figuren bleiben leider ohne Tiefe und ihr Schicksal kann uns deshalb nie wirklich intensiv berühren. Das ist vielleicht die entscheidende Schwäche des Films.

Auf der Haben-Seite stehen neben der tricktechnischen Perfektion und der wunderbaren Kameraführung vor allem die Liebe zu den unzähligen Details: z.B. die UN-weißen Fahrzeuge des privaten Militärs inklusive weißgestrichener Gewehre.

Dass Jackson und Blomkamp ihren Rundgang durch die SF-Filmgeschichte hinter sich haben, zeigt sich an einer Fülle von Zitaten – das reicht von “Starship Troopers”, “Independence Day”, “Aliens” über “Minority Report” bis zur “Fliege”. Dabei sind die meisten Anspielungen angenehm beiläufig. Blomkamp hat es schon im ersten großen Film nicht nötig, einen auf dicke Hose zu machen.

Pluspunkt auch, dass der Film sehr viele Fragen offen lässt – das ist allemal besser als dämliche Antworten zu geben und unglaubwürdige Auflösungen zu konstruieren. Ich freue mich schon auf die DVD und hoffentlich bergeweise Bonusmaterial. Denn auch wenn er die Kurve zum Meisterwerk nicht bekommen hat, ist er doch gute Unterhaltung mit atemberaubender Optik. Und man muss ihn nicht mit aktuellem Hochglanz-Abfall wie “Transformers 2″ vergleichen, um ihn hoch einzuschätzen. Fazit: sehr sehenswert.

Links

Björn Becher erklärt in seiner sehr informativen Kritik:

“Newcomer Neill Blomkamp gelingt das Kunststück, einen erstklassigen Sci-Fi-Actioner abzuliefern, der als Unterhaltungsfilm genauso funktioniert wie als klares politisches Plädoyer.”

Flo sieht Stärken und Schwächen, urteilt dann aber milde:

“Insofern ist Blomkamp vielleicht nicht unbedingt ein Meisterwerk gelungen, aber den überzeugendsten Actionfilm des Sommers kann man sicherlich ohne größere Probleme in dem Science-Fiction-Actioner ausmachen.”

Thomas Groh weist auf die Schwächen des Films und hat einen Vorschlag, dem wir uns alle nur anschließen können:

“Eine sorgfältige Adaption durch das US-Fernsehen, das den öden Actionballast als solchen über Bord wirft und den kaum ausgeschöpften Stoff vielleicht sogar im Stil von “The Wire” als Möglichkeit zu einer soziologischen SF-Studie zu nutzen versteht, deren Welt eben nicht unter Getöse wieder auseinander fällt, eine solche Serie also wäre zweifellos atemberaubend gut.”

Marcus findet:

“Ganz nebenbei widerlegt Blomkamps intelligenter SciFi-Thriller alle Skeptiker, die glaubten, Actionfilme müssten zwangsläufig hohl und reaktionär sein.”

Und Asokan merkt an:

“Aber, und das ist ein Einwand, der den Fanboys nicht gefallen wird: der durchweg temporeiche, aber seltsam einfallsarme District 9 weiß nicht viel mit der konzeptionell interessanten, visuell atemberaubenden Welt anzufangen, in die er den Zuschauer durchaus gekonnt transportiert.”

Auf die Kritik von Christian Hellwig warten wir noch Christian erklärt Hintergründe zum Film, eine Übersicht gibt es wie immer bei film-zeit und moviepilot.

Der Beitrag erschien zuerst am 14. September 2009.

2 Kommentare




“Verblendung”: “Darf ich ihn töten?”

Die Üblichen Verdächtigen sind sich nicht einig über "Verblendung" [ 8:37 ] Jetzt abspielen | Download

Ist der Film spannend? Nimmt er seine Zuschauer gefangen? Ist Daniel Craig der Richtige für die Rolle? Die Üblichen Verdächtigen sind sich nicht einig. Auf jeden Fall braucht David Finchers Version von “Verblendung” geschätzt eine Dreiviertelstunde, bis er bei sich und den (meisten) Zuschauern angekommen ist. Einem dramaturgischen Korsett unterwirft sich Fincher nicht und das hat auch seine Nachteile: Statt in anderthalb Stunden den Bogen kriegen zu müssen, kann sich diese Verfilmung Zeit für Details nehmen – und manchmal auch verzetteln. Ein düsterer, schwieriger, auf jeden Fall sehr sehenswerter Film – und definitiv eher für Hartgesottene, denn einige Gewaltszenen snd schwer zu ertragen. Thomas, der die europäische Verfilmung noch nicht kennt, freut sich jetzt auf den Vergleich.

Verblendung (The Girl with the Dragon Tattoo)
USA 2011, 158 Min., Regie: David Fincher

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“Drive”: Es gibt keine guten Haie

Dringende Empfehlung: "Drive" [ 7:34 ] Jetzt abspielen | Download

Magisches, elegantes, subtiles Kopfkino – das ist “Drive” – für die Üblichen Verdächtigen der beste Film des Winters. Eine zarte Liebesgeschichte und ein brettharter Krimi – etwa so als hätte Sofia Coppola “Goodfellas” gedreht. Regisseur Nicolas Winding Refn (“Walhalla Rising”) hat die Geschichte um den jungen namenlosen Driver (Ryan Gosling) auf das Wesentliche reduziert. Traumhafte, schwebende Stadtnachtlichterbilder, lange Einstellungen und perfekte Dialoge, zum Beispiel wenn Driver einem windigen Geschäftsmann nicht die Hand geben will:

“Meine Hände sind schmutzig.”
“Meine auch.”

Oder wenn Driver mit dem Sohn seiner Nachbarin über Zeichentrickfilme spricht:

Junge: “Der ist böse.”
Driver: “Woran erkennst Du das?”
Junge: “Das ist ein Hai.”
Driver: “Gibt es keine guten Haie?”
Junge: “Nein.”

Man kann nicht sagen, dass sonst viel geredet wird. Wozu auch. Die Üblichen Verdächtigen geben 9,5 von 10 Punkten. Dringende Kinoempfehlung.
Kinostart: kommenden Donnerstag, 26. Januar 2012.

Drive
USA 2011, 101 Min., Regie: Nicolas Winding Refn

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“In Time”: Zeit ist Geld

Nachtrag aus dem Kinojahr 2011: Tom und Harald haben sich gut unterhalten in dieser Mainstream-Kreuzung aus “Robin Hood” und “Logans Run”. Im Podcast reden Sie über Zeitkapitalismus, wie es ist, wenn alle wie 25 aussehen und über Kleenex-Sex für PG 13:

Standard Podcast [ 3:33 ] Jetzt abspielen | Download

In Time – Deine Zeit läuft ab (In Time)
USA 2011, 109 Min., Regie: Andrew Niccol

Ein Kommentar




“Mission Impossible – Phantom Protokoll”: “Es wird nur ganz bisschen gemetzelt”

Nachtrag aus dem Kinojahr 2011: Tom und Harald hatten Spaß mit den IMF-Agenten. Im Podcast reden Sie über witzige Sidekicks, gute Chemie, die Frau fürs Auge und schwindelerregende Hochhäuser:

Tom und Harald finden: Der witzigste Mission Impossible [ 3:03 ] Jetzt abspielen | Download

Mission Impossible – Phantom Protokoll (Mission Impossible – Phantom Protocol)
USA 2011, 132 Min., Regie: Brad Bird

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“Sherlock Holmes – Spiel im Schatten”: Vor einem dunklen Hintergrund

Die westliche Zivilisation ist in Gefahr, da müssen die Flitterwochen des Dr. Watson leider ausfallen. Düster und actiongeladen ist der zweite Teil, humorvoll und mit gelungenen optischen Mätzchen garniert – tatsächlich besser als sein Vorgänger – finden die Üblichen Verdächtigen. Im Podcast reden sie über ungetrübten Kinospaß, Timing, zickige Dialoge, Schubert, wie man den Fluch der Fortsetzung bannt und über Slow-Motion-Spektakel im Wald:

Die Üblichen Verdächtigen hatten ihren Spaß mit Holmes [ 5:03 ] Jetzt abspielen | Download

Sherlock Holmes – Spiel im Schatten (Sherlock Holmes – A Game of Shadows)
USA/UK 2011, 129 Min., Regie: Guy Ritchie

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“Ides of March – Tage des Verrats”: Verlorene Illusionen

Die Üblichen Verdächtigen sind begeistert von Clooneys Regiearbeit und Goslings Ausstrahlung. Ein Politthriller wie eine Schachpartie, unerwartete Winkelzüge, die Dame in Gefahr und lange ist nicht klar, wann wer (schach-)matt ist. Ein kluger Film, der es sich nicht leicht macht mit seinen Figuren, der zeigt, dass die, die Böses tun, nicht unbedingt “die Bösen” sind. Im Podcast wird über US-Präsidenten, Goslings Gesicht, Männer im Schatten und verlorene Illusionen geredet:

Die Üblichen Verdächtigen loben Clooney und Gosling [ 4:07 ] Jetzt abspielen | Download

Tage des Verrats (Ides of March)
USA 2011, 100 Min., Regie: George Clooney

Andere Meinungen

Thomas Groh und Lukas Förster (Perlentaucher) erklären in ihrer lesenswerten Filmkritik die Bedeutung des Raums in der Filmdramaturgie:

“Die entscheidenden Weichenstellungen werden ohnedies an entlegenen Orten in die Wege geleitet – auf Parkbänken, im Treppenhaus zum Dachboden, in der Küche eines Restaurants nach Feierabend, auf der Rückbank in einer Staatskarosse, oder aber – bildlich einem der stärksten Momente des ganzen Films – hinter einer gigantischen Flagge der USA, vor der Morris gerade eine zentrale Rede hält.”

Und Arne Hübner sagt im bummelkino, wie es ist:

“Das ist einfach nur großes und exzellent gespieltes Charakterkino. Und Clooney zeigt sich hier einmal mehr als versierter Regisseur. Er inszeniert so manche Szene meisterhaft. „The Ides of March“ ist tolles Erwachsenenkino, eine intelligente Gefühlsseifenoper für Männer, die trotz der aufgefahrenen Dramatik glaubwürdig bleibt.”

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“Real Steel”: Blechboxen für die ganze Familie

Tom und Harald haben sich Transformers Rocky Real Steel angeschaut – ein überraschend großer Spaß. Im Podcast reden sie über glaubwürdige Charaktere, dramatische Momente und atemberaubende Roboter, gute Gags und die wunderschöne Evangeline Lilly:

Da fliegt mir gleich das Blech weg! [ 3:19 ] Jetzt abspielen | Download

Real Steel
USA, Indien 2011, 126 Min., Regie: Shawn Levy

Andere Meinungen

Daniel Sander findet: “”Real Steel” ist filmgewordener grober Unfug. Manchmal gibt es nichts Besseres.” Und Ciprian von NEGATIV gehen fast die Gefühle durch :-)

“Und wir sind alle erobert vom Melodram des Films, wir freuen uns alle mit und bangen mit dem Jungen, mit dem Roboter, mit Charlie, und Charlie boxt in Zeitlupe, einzelne Nebenfiguren skandieren stumm in Zeitlupe mit, der Junge weint, Charlies Freundin weint, und wir weinen mit, Tränen der Freude, der Empathie – in Zeitlupe.”

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