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Buch

“Snuff” – Vom Adel im Angesicht des Todes: Sir Samuel Vimes

Das Leben, das Schreiben und der Tod – Hendrik über Terry Pratchett. Heute spricht er über den neuen Roman “Snuff”.

Hendrik über Snuff und Choosing to die [ 13:04 ] Jetzt abspielen | Download

SNUFF (2011)
Wer Terry Pratchett kennt, wird vermutlich auch Samuel kennen, Verzeihung: SIR Samuel, ehemals Commander Samuel Vimes, amtierender Chef der Stadtwache von Ankh-Morpork und durch Heirat mittlerweile einer der reichsten Männer der geruchsintensiven Scheibenweltmetropole. Wer Samuel Vimes nicht kennt, der stellt ihn sich am besten als von Clint Eastwood mit Mitte 50 verkörpert vor – ein beinharter Cop der alten Schule, der immer noch daran gewöhnt ist, Herrenhäuser durch den Kücheneingang zu betreten. Sam Vimes ist eine der beliebtesten Figuren jenes Halbdutzends Scheibenwelt-Romane, in denen die Stadtwache im Mittelpunkt steht, und die eine der gelungensten Verschmelzungen aus Fantasy und Krimi sind.

Sam Vimes macht mit seiner kleinen Familie Ferien auf dem Lande und hat von der einzigen Autorität, die er in solchen Dingen anerkennt (nein, nicht Lord Vetinari, sondern seine Frau Sibyl), absolute Ruhe und Erholung und Spaß mit seinem kleinen Sohn verordnet bekommen.

Aber – so Sams in der Regel zutreffende Philosophie – wo Menschen leben, lebt auch das Verbrechen, und während Young Sam eine kleinkindliche Leidenschaft für Hasenköddel und andere tierische Hinterlassenschaften entwickelt, stößt Sam Vimes sehr bald auf ganz anderen Unrat, und damit sind natürlich nicht die Goblins gemeint, die auf der Scheibenwelt zu den Unteren der Unteren gehören, sondern eher das, was gewisse Leute mit ihnen anstellen. Mehr sei hier dazu nicht verraten.

Da dieser Roman nur mit einem Nebenhandlungsstrang in Ankh-Morpork spielt, tauchen die bei den Stadtromanen Pratchetts erwarteten Figuren – Sergeant Colon, Corporal Nobbs etc. – praktisch nur am Rande auf; Snuff ist zum größten Teil ein Vimes-Soloroman. Zum Trost wird die ein und andere neue Figur eingeführt bzw. ausgebaut, insbesondere Vimes’ Kammerdiener und Teilzeitleibwächter Willikins kommt zu unerwarteten Ehren. Das macht den Roman nicht besser oder schlechter, aber anders; es mag höchstens den etwas enttäuschen, der speziell fasziniert ist vom Schauplatz Ankh-Morpork.

“Snuff” gefällt mir persönlich besser als alles, was jemals das Haus Rowling verlassen hat (ja, so was muss man sagen dürfen), aber es ist ganz klar nicht der beste der über dreißig Scheibenwelt-Romane. Woran liegt das? Vielleicht an der etwas fehlenden Eleganz und Leichtigkeit des Fabulierens und der etwas holprigen Storyentwicklung – oder kommt mir das nur so vor, weil man beim paarunddreißigsten Roman einer Reihe solche Serienschwächen irgendwie ein wenig erwartet? Weil ich die Vorgänger zu gut kenne und daher die gelegentlichen Selbstzitate erkenne? Weil ich bei der Lektüre bereits etwas darüber wusste, wie der Roman entstanden ist?

Keine Bange: Wie fast ziemlich jede andere Veröffentlichung Terry Pratchetts kann man den Roman unbesehen kaufen in der sicheren Gewissheit, ein oder zwei sehr angenehm auf hohem Niveau verkicherte Abende zu verbringen. „Snuff“ ist vor allem ein guter Roman, weil sein Held ein gut entwickelter Charakter ist – und zwar keiner von der langweiligen Sorte, dem Böses nie in den Sinn kommt, sondern einer von der Art, der täglich mit der Dunkelheit in sich ringt und nie sicher ist, ob diese nicht doch eines Tages siegt. Und der Roman ist gut, weil Pratchett so lebendig aus der Sicht seiner Figuren beschreibt, z.B. Vimes’ erste Auseinandersetzung mit dem Landleben:

„The place was officially called Crundells, although it was always referred to as Ramkin Hall. Apparently it had a mile of trout stream and, Vimes seemed to recall from the deeds, a pub. Vimes knew how you could own a pub but he wondered how you could own a trout stream because, if that was your bit, it had already gurgled off downstream while you were watching it, yes? That meant somebody else was now fishing in your water, the bastard! And the bit in front of you had recently belonged to the bloke upstream; that bloated plutocrat of a fat neighbour now probably considered you some kind of poacher, that other bastard! And the fish swam everywhere, didn’t they? How did you know which ones were yours? Perhaps they were branded – that sounded very countryside to Vimes. To be in the countryside you had to be permanently on the defensive; quite the opposite of the city.” “ [p. 16]

Zugleich ist „Snuff“ mit ziemlicher Sicherheit der am härtesten erkämpfte Roman des Briten, und das führt mich zur zweiten, definitiv ziemlich anderen neueren Veröffentlichung Pratchetts namens “Choosing to die”. Aber dazu morgen mehr.

„Snuff“ ist bislang erst im englischsprachigen Original erschienen, und ich wage wieder nicht daran zu denken, was die deutsche Übersetzung daraus machen mag (beginnend beim Titel).

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“Die Herrlichkeit des Lebens”: Kafkas letzte Liebe

Prof. Pu empfiehlt: “Die Herrlichkeit des Lebens” von Michael Kumpfmüller

Prof. Pu liest ein traurig-schönes Buch [ 4:15 ] Jetzt abspielen | Download

Wenn ich für diesen Roman über die letzte Liebe von Franz Kafka ein Bild finden müßte, würde ich ein geöffnetes Fenster an einem Sommertag nehmen, vor dem sich eine ganz dünne Gardine sanft im Wind bauscht. So leicht und zart ist dieses Buch. Oder wie das letzte Passfoto von Kafka, auf dem er so jung, zerbrechlich und durchlässig aussieht.
Während eines Aufenthalts in Müritz im Sommer 1923 lernt Kafka die fünfundzwanzigjährige Köchin Dora Diamant kennen.

Sie hält ihn für Mitte dreißig, was bedeutet, dass er etwa zehn Jahre älter sein müsste als sie. Er ist nicht gesund, hat er gesagt, die Spitzen seiner Lungen haben sich erkältet, deshalb das Meer und das Hotel im Wald; nur weil er seit Jahren nicht gesund ist, hat sie ihn getroffen.
(…)
Bis gestern hat er noch Fräulein zu ihr gesagt, das mochte sie, aber jetzt nennt er sie bloß noch Dora, denn Dora kommt von Geschenk, er müsste es sich nur nehmen, sie wartet darauf.

Auf langen Spaziergängen verlieben sie sich ineinander und bis auf wenige getrennt verbrachte Wochen bleiben sie zusammen, bis er im Juni 1924 stirbt. Mit ihrer Hilfe gelingt es ihm, endlich in dem von ihm immer ersehnten Berlin zu leben, wenn auch unter schwierigsten Umständen. Schwindelerregende Preissteigerungen durch die rasende Inflation bringen sie in Bedrängnis. Mißtrauischen Vermieterinnen ist das unverheiratete  Paar ein Dorn im moralischen Auge. Nicht zu vergessen seine Eltern in Prag, denen er sie lange verheimlicht. Dies alles und dazu sein schlechter Gesundheitszustand durch die immer schneller voranschreitende Tuberkulose können die bisweilen vollkommen selbstlose Liebe von Dora nicht schmälern. Franz kann endlich Nähe zulassen, ist sogar in der Lage, in ihrer Anwesenheit zu schreiben, auch tief zu schlafen, für ihn ein ganz neues Lebensgefühl. Es scheint, als hätten sie sich zu keinem besseren Zeitpunkt treffen können, als sei dies kein Zufall gewesen, damit er, der zeitlebens kaum glücklich war, in seinem letzten Lebensjahr noch einmal ein solches Glück erleben durfte.

Sie sitzen am Strand und erzählen sich Geschichten vom Warten. Auch der Doktor hat sein halbes Leben gewartet, zumindest ist das im Nachhinein sein Gefühl, man wartet und glaubt nicht daran, dass noch jemand kommt, und auf einmal ist genau das geschehen.

Dora hätte er heiraten wollen, doch ihr strenggläubiger Vater verweigert diesen letzten Wunsch und sie, die Ehrbare, wagt es nicht, sich dagegen zu stellen. So stirbt Franz in ihren Armen.

Kumpfmüller ist mit diesem biographischen Roman ein gefühlvolles Glanzstück gelungen. Immer wieder die Perspektive wechselnd, erzählt er aus der Sicht der beiden, schildert ihre Gedanken und Beobachtungen auf eine so wunderbare Art, als ob sie lebendig vor einem stünden. Als ob einem jemand Nahestehendes eine wahre Kennenlern- und Liebesgeschichte erzählt. Nicht einmal kam mir in den Sinn zu fragen,wie bei vielen anderen biographischen Romanen: Woher will er wissen, daß es so war? Kumpfmüller schreibt unaufdringlich, einfühlsam und behutsam. Eben so, wie die beiden miteinander umgegangen sein müssten. Obwohl man spürt, dass er sich mit Kafka genaustens auskennt, geht er damit aber nicht auf den Markt. Sehr sehr viele Stellen hatte ich für Zitate markiert, am liebsten würde ich dieses traurig-schöne Buch ganz vorlesen … es ist in drei Teile eingeteilt:

Kommen. Bleiben. Gehen.

Im Grunde ist damit alles gesagt. Mir bleibt nur hinzuzufügen:
Kaufen. Lesen. Lieben.

Michael Kumpfmüller
Die Herrlichkeit des Lebens
Kiepenheuer & Witsch € 18,99
978-3-462-04326-6

P.S. Im Deutschlandradio ein interessantes Interview mit Michael Kumpfmüller.

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Prof. Pu ist Guido Guerrieri verfallen

Prof. Pu empfiehlt: In ihrer dunkelsten Stunde von Gianrico Carofiglio

Prof. Pu ist Guido Guerrieri verfallen [ 3:52 ] Jetzt abspielen | Download

Zum Glück bin ich nicht die Einzige – ich weiß da noch einige Leserinnen – die Guido Guerrieri, Rechtsanwalt und Privatdetektiv aus Neigung, verfallen ist. Man möchte ihn aus dem Buch herausholen, sich mit ihm bei einem bis vielen caffés unterhalten, so realistisch, intensiv und plastisch beschreibt Carofiglio auch im vierten  Band seiner Kriminalromane den  einsamen Wolf aus Bari. Ich kenne keinen Ermittler, der so intelligent, gebildet und selbstironisch bis zynisch ist wie Guerrieri. Ein melancholischer Buch- und Filmliebhaber, der zum Aggressionsabbau auf „Mr. Sandsack“ eindrischt.
Erst wehrt er sich gegen den neuen Auftrag, den ihm ein Anwaltskollege ans Herz legt.

Fornellis Mandanten waren ein Mann und eine Frau. Ein Ehepaar, beide etwa zehn Jahre älter als ich, schätzte ich, als ich sie sah. Ein paar Tage später, als ich die Akten mit ihren Personalien las, sollte ich feststellen, dass wir beinahe gleich alt waren.
Der Mann rührte mich besonders. Der leere Blick, die gebeugten Schultern, die zu weiten Kleider. Als ich ihm die Hand gab, traf ich auf ein wirbelloses, unglückliches Lebewesen.
Die Frau wirkte normaler, sie war relativ sorgfältig gekleidet, aber auch ihre Augen hatten etwas Krankes, was auf eine seelische Verletzung zurückzuführen war. Ihr Eintreten war wie ein feuchter, kalter Windstoß.

Manuela, ihre Tochter, ist nach einem Wochenende mit Freunden spurlos verschwunden, die Akte soll geschlossen werden, doch die verzweifelten Eltern wollen nicht daran glauben, daß sie nicht mehr lebt und ihr Fall für immer ungeklärt bleibt.

carofiglio

Widerwillig läßt er sich auf den Auftrag ein.

Ich sagte mir, dass ich einen Versuch machen würde. Mehr nicht. Und zuerst mit dem Unteroffizier sprechen, der die Ermittlungen geleitet hatte, Maresciallo Navarra. Ich kannte ihn, wir waren einander wohlgesonnen, und er würde mir sicherlich sagen, welche Meinung er sich über den Fall gebildet hatte, über das Geschriebene hinaus. Danach würde ich entscheiden, ob ich weitermachte und was ich tun wollte.
Als ich auf die Straße trat, zog ich mit einer einstudierten Geste den Kragen meines Trenchcoats hoch, auch wenn dazu kein Anlass war.
Wer zu viele Bücher liest, tut Dinge, für die es keinen Anlass gibt.

Guerrieri beginnt, die Freundinnen der verschwundenen Studentin zu befragen. Wider besseres Wissen, trotz innerer Zwiespälte, läßt er sich mit einer von ihnen auf ein Techtelmechtel ein.
Seine Ermittlungen führen ins Drogenmilieu, zu Kokainhändlern, doch nichts läßt sich an irgendetwas festmachen. Er spürt das Fehlen eines entscheidenden Fakts, erst die Erinnerung an ein Zitat aus einem Conan Doyle-Roman löst den Knoten:„Der Hund hat nicht gebellt.“

Der Schlüssel zu diesem Rätsel bestand darin, dass etwas nicht passiert war. Etwas, was hätte passieren müssen und nicht passiert war.

Am Ende hat er den Alptraum aufgelöst und findet sich doch in ihm wieder …
Carofiglios Kriminalromane enthalten neben einer spannenden Handlung immer auch Liebeserklärungen an Leser, Bewegtbildschauer, Philosophen und nostalgische Rückblicke – sie sind viel viel mehr als einfach nur Krimis.

Gianrico Carofiglio
Viktoria von Schirach (Übers.)
In ihrer dunkelsten Stunde
Goldmann € 17,99
978-3-442-31229-0

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Wenn Gott einen doppelten Ramazotti braucht …

Prof. Pu empfiehlt: “Faust – Der Tragödie erster Teil” von Flix

Panel für Panel des Pudels Kern [ 3:49 ] Jetzt abspielen | Download

Für H.

Faust ist im 21. Jahrhundert angekommen. Als Graphic Novel. Wow. Würde der Faust von Flix dazu sagen. Sage ich auch. Ich habe schon lange nicht mehr beim Lesen so laut gelacht. Allein schon der Umschlag: Die Tragödie kommt in Gelb daher, wie ein zu groß geratenes Reclam-Heft. Das Vorspiel, die Rahmenhandlung, findet im Himmel statt: Gott sitzt am Computer und bekommt Besuch vom Teufel. Der zieht ihm kurzerhand den PC-Stecker und Gottes neues Schöpfungsprogramm geht den Weg alles EDV-Irdischen – es ist gelöscht.

Teufel: Wie lautet das oberste Gebot? Du sollst regelmäßig Backups machen. Und nur, weil man hier der Chef ist, heisst das nicht, dass man sich nicht dran halten muss. Mannmannmann … immer ‘ne Extrawurst, der feine Herr.

Darauf braucht Gott erst einmal einen doppelten Ramazotti, ohne Zitrone mit Eis und Schirmchen, serviert vom Engel Sekretär. Denn Gott hat Kreislauf. Und reagiert etwas cholerisch, als sich „Meph“, voller Name „Mephistopheles Beelzebub Tunichgut“, über die magere Datei namens „Alle meine Schäfchen“ lustig macht.

Schon mal über eine neue Inquisition nachgedacht? Ich meine, die hat dir doch damals scharenweise Fans eingebracht. Let’s do it again. Ich könnte dir helfen. Ich hab da Kontakte. Oder eine Pestepidemie via Klingeltondownload. Pest 2.0. Das rockt.

Auf diese Weise quält er den armen Gott so lange, bis sie eine Wette eingehen: Sie wählen aus der Datei der Gläubigen einen Zufallskandidaten, diesen muss der Teufel binnen eines Jahres vom Wege abbringen – der Kandidat heißt Heinrich Faust, lebt in Berlin und ist studierter Taxifahrer (Philosophie, Medizin, Jura und leider auch Theologie …). Sein Freund Wagner, Rollstuhlfahrer mit Migrationshintergrund, ist sehr sauer auf Faust, weil er denkt, er habe seinen Pudel (!) Charlotte von Stein überfahren. Gretchen ist eine Muslima und heißt Margarete, weil ihr Vater für Schreinemakers schwärmte – sehr zum Missfallen der Mutter, die sie lieber Özlem nennt und mit Kopftuch sehen würde. Und auch sonst geht die Geschichte ein ganz bisschen anders aus …

Respektlos und gleichzeitig respektvoll, dieser Flix. Das hat mich beeindruckt, dieses Feuerwerk an Ideen, Spitzfindigkeiten, Zitaten und Anspielungen. Da findet man das Dschungelbuch, Loriot, Dale Carnegies „Sorge Dich nicht – lebe“, Goethe selbstverständlich, und der Sekretär-Engel erinnert an Peter Pans Tinkerbell. Es kommt auch schon mal vor, dass er die Texte tauscht, so wie zum Beispiel der betrunkene Faust von sich plötzlich meint, er sei der Geist, die stets verneint … Auch ein schöner Einfall: Mephisto sitzt bei Faust im Wohnzimmer und liest Faust von Goethe. Intertextualität heißt das, habe ich aus dem Vorwort gelernt. Da sage noch mal einer, Comics würden nicht bilden …

Ach ja, endlich weiß ich jetzt auch, wer die Spam-Mails verschickt – kleine nichtsnutzige Looser-Teufel in der untersten Etage der Hölle. Und hier noch eine Empfehlung von Meph für die Tage nach Weihnachten: Die Paradiesdiät – morgens einen Apfel und sich den Rest des Tages schuldig fühlen!

Faust von Flix
Der Tragödie erster Teil

Carlsen Comics  14,90
ISBN 978-3-551-78977-8

Zur Homepage von Flix

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Die ertränkte Braut

Prof. Pu empfiehlt: Sieh mir beim Sterben zu von P. J. Tracy

Computerfreaks gegen Serienkiller [ 4:40 ] Jetzt abspielen | Download

Sie sind mir wirklich ans Herz gewachsen, die schrillen Typen von Monkeewrench, der Software-Firma, die der Mordkommission von Minneapolis schon so oft, wenn auch meist mit unlauteren Mitteln, geholfen haben. Auch in diesem Fall werden sie von den Detectives Leo Magozzi und Gino Rolseth um Hilfe gebeten, selbst das FBI muß sich den hervorragenden Kenntnissen der schlauen Hacker beugen.

Im Internet ist ein Film aufgetaucht, in dem eine Braut ertränkt wird, die Leiche dazu wurde tatsächlich im See gefunden.

“Die meisten von Ihnen haben verständlicherweise eine gewisse Abneigung dagegen, mit dem FBI zusammenzuarbeiten”, begann John Smith und bedachte seine Zuhörer mit einem angedeuteten Lächeln. “Das liegt vermutlich daran, daß die meisten von Ihnen regelmäßig gegen etliche Bundesgesetze verstoßen.” Nervöses Lachen im Publikum. “Kurioserweise ist genau das der Grund, warum wir Sie heute hergebeten haben.”

Und dann will dieser FBI-Smith auch noch für die Dauer der Ermittlungen bei Monkeewrench einziehen, Harley dreht am Rad, Grace bleibt gefasst:

“Das geht Dir ganz schön an die Nieren, was?”
“Das kannst Du laut sagen, dass mir das an die Nieren geht. Wir werden für Gott weiß wie lange einen FBI-Fuzzi im Haus haben,der uns über die Schulter glotzt und jeden Schritt beobachtet, den wir machen.”
“Na und?”
“Na und? Na und?! Bist Du noch zu retten? Wir brechen bei der Arbeit täglich hundert Bundesgesetze. Wir knacken geschützte Websites – verdammt, wir haben uns doch schon beim FBI eingehackt, als wär’s unser eigenes E-Mail-Konto. Die warten, bis sie die Software haben, die sie von uns brauchen, und dann wandern wir für die nächsten hundert Jahre in den Knast. Mein Gott, wir schlagen diese Typen doch seit zehn Jahren grün und blau. Die hassen uns. Und was machen sie? Fragen lieb an, ob wir ihr beschissenes trojanisches Pferd nicht in unser Büro lassen wollen. Und wir öffnen ihnen Tür und Tor.”

Doch sie lassen es zu, denn die Polizei ist völlig verwirrt, immer mehr Filme von kaltblütigen Morden erscheinen, dazu diese rätselhafte Ankündigungen:

“StAdT dEr enGel. Kein Zuhause. Nicht weit vom Pier.”

Sind es Trittbrettfahrer, eine Gruppe von Killern, die sich in einem Internetforum gefunden haben, ist es nur einer? Zwei der Opfer, Serviererinnen von Fast Food-Restaurants, überleben ihre Mordanschläge nur knapp. Dann ist da noch der alkoholabhängige ehemalige Richter Jim, der sich ständig in die Ermittlungen einmischt.
Zu allem Überfluß tauchen in der ganzen Stadt auf öffentlichen Plätzen Gläser mit einer unbekannten Flüssigkeit auf, panikartig verlassen die Bewohner Minneapolis. Zur Verwirrung der Kommissare kommt Überforderung hinzu. Doch die gewieften Hacker finden immer wieder eine Lücke im Netz hier, eine Überwachungskamera da, eine IP-Adresse dort und zeigen den Profis von der Polizei, wo es langgeht …

Hinter dem Pseudonym P.J. Tracy steckt ein Autorenteam von Mutter und Tochter, denen nicht nur enorm spannende Handlungen gelingen, sondern auch wunderbar präzise Charakterbeschreibungen ihrer Protagonisten. Kommissar Gino, immer ans Essen denkend, Magozzi und seine unerfüllte Liebe zu Grace “mit ihrem Domina-Charme”, eine begnadete Hackerin und Köchin, die sich nach mehreren Anschlägen auf ihr Leben zu einem Kontrollfreak entwickelt hat. Von ihr habe ich übrigens meinen Bildschirmschoner-Satz übernommen:

“Du kannst nicht alles kontrollieren.”

Harley, Motorradfahrer und Genießer der teuersten Rotweine und Zigarren oder Annie, die Frau mit den schrillsten
Pailletten-Kleidern, und natürlich Roadrunner, spargeldünn und immer in Lycra-Anzügen mit dem Rennrad nterwegs.

Ich empfehle, die Krimis der Mutter-Tochter-Crew in der Reihenfolge ihres Erscheinens zu lesen, man hat dann noch mehr Spaß an den Personen: “Spiel unter Freunden”, “Der Köder”, “Mortifier” und “Memento”, alle als Rowohlt-Taschenbuch erschienen. Und im September 2012 kommt “Todesnähe” heraus – ich bin schon sehr gespannt!

P.J. Tracy
Tanja Handels (Übers.)
Sieh mir beim Sterben zu
Wunderlich-Verlag 2010 € 19,95
978-3-8052-0859-8

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“Pippilothek???”: Bücher braucht’s

Prof. Pu empfiehlt: Pippilothek??? Von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer

Eine Bibliothek wirkt Wunder [ 2:53 ] Jetzt abspielen | Download

Voilà – hier ist ein neues Schätzchen aus meinem Sondersammelgebiet „Bücher über Bücher“: Der Fuchs jagt die Maus, nicht ahnend, dass es sich hier nicht um eine gewöhnliche, sondern um eine belesene und somit schlaue Maus handelt. Sie führt ihn an einen besonderen Ort:

„Hier soll man niemanden stören. Und du störst ganz gewaltig!“
„Gleich schnapp ich dich, gleich gehörst du mir!, knurrt der Fuchs.
„Dir gehört hier gar nichts“, kichert die Maus.
„Hier kann man nur alles ausleihen. Und ICH gehöre dir ganz sicher nicht. Das ist kein Jagdgebiet, sondern eine Bibliothek.“
„Eine Pippi … was?, fragt der Fuchs.
„Eine Bibliothek“, sagt die Maus.
Der Fuchs schaut sich um:
„Was ist eine Pippilothek?“
„Ein Ort mit vielen Büchern, mit Büchern zum Ausleihen. Und Bücher braucht’s, um etwas zu erleben. Um etwas zu lernen. Und um auf andere Ideen zu kommen.“

Und sie schafft es, den Fuchs auf andere Ideen zu bringen. Sie zeigt ihm ein Bilderbuch mit einem Mann und einer Katze, denen der Fuchs die Hühner stiehlt. Prima Ablenkungsmanöver:

„Hüüüühner!“, seufzt er. „Das wäre ja auch mal was!“

Er macht sich aus dem Staub. Zum Glück für die Maus. So kann sie sich wieder ihrer Lektüre widmen. Leider kehrt der Fuchs in der nächsten Nacht zurück, er will das Hühnerbuch und die Maus, zum Vorlesen. Sie dreht ihm ein Hörbuch an, damit sie ihre Ruhe hat. Doch die währt nicht lange, der Fuchs kommt mit einem Huhn im Maul zurück. Kurz bevor er es fressen wollte, kamen ihm Bedenken, ob Hühnerknochen nicht doch ungesund für seinen Magen seien. Die Maus zeigt ihm ein Lexikon, das arme Huhn liest ihm daraus vor, dann noch aus einem Haustier-Ratgeber, einem Kochbuch und einem Geschichtenbuch. Bis am Morgen der Bauer in der Bibliothek auftaucht, vor dem sich Huhn und Fuchs gleichermaßen fürchten, mit dem Ausleihwunsch „1 Huhn und 100 Rezepte“.

Prof. Pu liest Pippilothek

Huhn und Fuchs schließen einen Pakt: Der Fuchs gräbt den Hühnern einen Fluchtweg aus dem Hühnerhof und das Huhn bringt ihm das Lesen bei. Sie fliehen, nicht ohne einen Stapel Bücher, die Maus kann wieder in Ruhe lesen, und wenn sie nicht gestorben sind, dann lesen sie noch heute.

Diese gar köstliche Geschichte über Bibliotheken, Bücher und die Lust am Lesen, liebevoll illustriert, ist das perfekte Geschenk für Leselustige im Alter von 4-100 zum Vorlesetag am 18.11.2011!

Lorenz Pauli und Kathrin Schärer
Pippilothek???
Atlantis-Verlag € 14,90
978-3-7152-0620-2

Ein Kommentar




“Western Lexikon” von Joe Hembus: unintellektuell, uneitel, geistreich

Wir lieben Filme, wir lieben Bücher – kein Wunder, dass wir Filmbücher lieben. Götz stellt uns eines seiner liebsten Filmbücher vor:

Da ich als Kind Western liebte, das Genre zunächst über Serien wie „Bronco“, „Der Texaner“ oder natürlich „Bonanza“ entdeckte, bald aber auch Klassiker wie „Winchester 73“, „Stagecoach“, „Der gebrochene Pfeil“ oder „Der weite Himmel“ im Fernsehen sah und schließlich von meinen Eltern auch in gerade aktuell im Kino laufende Filme wie „The Alamo“, „Für eine Handvoll Dollar“ oder „The Wild Bunch“ mitgenommen wurde, die damals „ab 18“ waren, weil in ihnen „das Blut spritzte“, so dass mein Vater jedes Mal in den Clinch mit der Kinokassiererin gehen musste, um mich einzuschleusen, war es nur folgerichtig, dass meine erste filmliterarische Anschaffung später das „Western Lexikon“ von Joe Hembus war. „1324 Filme von 1894-1978“, so der Untertitel der Ausgabe, als Taschenbuch im Heyne-Verlag erschienen. Die aktuellste, von seinem Sohn nach Hembus’ Tod überarbeitete Auflage aus dem Jahr 1997 listet 1567 Werke auf. Die Neuausgabe fügt noch weitere, nach 1978 entstandene Western hinzu – es waren ja nicht mehr so viele – herausragend natürlich die Monumente „Heaven`s Gate“ und „Dances With Wolves“ und „Unforgiven“, die ausführlich gewürdigt werden.

In einer Vorbemerkung der ersten Auflage heißt es: „Dieses Lexikon beschreibt die Spitze eines Eisberges“. Denn aus der unermesslichen Western-Produktion Hollywoods kam ja nur ein Teil über den Atlantik in die Kinos. Alphabetisch nach deutschen Titeln geordnet, stellt das Standardwerk zu dem Kinogenre schlechthin vom Edel- bis zum Trashwestern alle „Cowboy- und Indianer“-Filme vor, die je in Deutschland in den Verleih kamen. Verleih- und Originaltitel, Regie, Drehbuch, Kamera, Musik und die wichtigsten Darsteller nebst ihren Rollennamen, gefolgt von einer Inhaltsangabe und einer Kritik – so ist jeweils der Aufbau der einzelnen Artikel. Zudem hat Hembus die Filme bewertet, mit keinem, einem, zwei, maximal drei Sternen.

Illustriert ist das Ganze mit einigen schönen Standfotos. Obwohl das Lexikon also 1997 noch einmal aufgelegt und aktualisiert wurde, habe ich noch immer mein erstes Exemplar, dem schon das Deckblatt fehlt und das angegilbt ist. Ich hänge so an ihm, weil ich es unzählige Male in die Hand genommen habe, meist unmittelbar nachdem ich einen Western gesehen hatte. Manche Artikel habe ich gewiss ein dutzend Mal oder häufiger gelesen. Was zunächst auffällt, ist, dass der Großteil der Filme keinen oder höchstens einen Stern führt. Man kann daraus zu recht schließen, dass Western Fließbandproduktionen waren, überwiegend B-oder gar C-Movies, und nur wenige Regisseure an den Western einen höheren Anspruch knüpften. Die wenigen Gipfel der Westerngeschichte aber ragen dafür um so strahlender in den Kinohimmel. Es macht einfach Spaß, zu blättern und zum Beispiel die deutschen Verleih- und Fernsehtitel mit den Originaltiteln zu vergleichen. Aus „The San Francisco Story“ wurde zwar „Menschenjagd in San Francisco“ und aus „Shotgun“ wurde „Ritt in die Hölle“, aber meist sind die deutschen Titel gar nicht so fern vom Original und oft sogar prägnanter.

Es ist sehr unterhaltsam, die Kommentare zu Filmen zu lesen, die man nicht kennt und wahrscheinlich niemals zu Gesicht bekommen wird, etwa diesen zu „Bankraub in Mexiko“ aus dem Jahr 1956:

„Das einzige Verdienst solcher letztrangigen Filme ist es, dass durch sie Schurken-Chargen wie Neville Brand, die sich in Dutzenden von großen Western bewährt haben, auch einmal zur Ehre einer Hauptrolle kommen“.

Oder hier bei „Terror am Rio Grande“ von 1952:

„Für die Liebhaber von frontalen Zugkollisionen. Die alte Zasu Pitts sieht noch genau so aus wie in Stroheims „Greed“, der ihren Ruhm begründete, genau so schön, genau so gefährlich.“

Einen Kommentar gibt es natürlich nicht zu jedem Film. Und die Inhaltsangaben fallen oft auch sehr minimalistisch aus:

„Drei Brüder rächen den Mord an ihrem Vater.“

Mehr nicht. Und manchmal ist auch noch eine kleine Kritik angefügt, etwa zu dem Film „Der Bandit von Sacramento“ von 1946:

„Bandit ruiniert sich aus Liebe und Freundschaft und stirbt in den Armen seiner Geliebten. Purer Humbug.“

Mehr Worte muss man über diese Filme dann wohl auch nicht verlieren. Da kann man Hembus, der der beste deutsche Kenner der Westerngeschichte war, vertrauen. Seine Kommentare zu den Meisterwerken des Genres sind angenehm unintellektuell, uneitel, geistreich und bieten oft höchsten, unterhaltsamen Lesegenuss. Wunderbar treffend etwa, was er über George Roy Hills „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ schreibt, das sei weiterlesen

Ein Kommentar




“Goethe ruft an”: Die Angst vor dem leeren Blatt

Prof. Pu empfiehlt: Goethe ruft an von John von Düffel

Prof. Pu schaut John von Düffel über die Schulter [ 4:13 ] Jetzt abspielen | Download

Wer unter den Schreibenden kennt sie nicht, die Angst vor dem leeren Blatt, den Kampf um den ersten Satz? Wer hat noch nicht solche ungeliebten Arbeiten wie Fenster- oder Schuheputzen begonnen, obwohl man doch eigentlich am Schreibtisch sitzen sollte … Mir scheint, John von Düffel hat alle, aber auch wirklich alle Zweifel, Gedanken und Probleme zum Thema Schreiben und dem Kampf um Erfolg in diesem köstlich-amüsanten Roman zusammengefaßt.

Der Erzähler, ein namen- und erfolgloser Autor, erhält einen Anruf von Goethe, dem Erfolgreichen.

Goethe ruft an. Er heißt nicht Goethe, aber ich nenne ihn Goethe, weil er so sehr Goethe ist, wie man heute nur sein kann. Ein Klassiker gleichsam zu Lebzeiten. Alles von ihm, nicht nur seine Romane, Dramen und Gedichte, auch die aus dem Ärmel geschüttelten Zeitungsartikel, Interviews, Kommentare, sogar die Servietten, auf die er etwas kritzelt – alles, was er von sich gibt, ist klassisch. (…)
Wir haben zusammen angefangen zu schreiben, Goethe und ich, über zwanzig Jahre ist das her. Inzwischen füllen seine Veröffentlichungen eine Gesamtausgabe in zwölf Bänden, ich fülle nicht mal einen.

Goethe hätte da einen Auftrag für seinen Schriftstellerkollegen, vorausgesetzt, er sitze nicht an etwas Größerem.

Ich sitze an etwas Größerem, aber nicht gerade, sondern seit Ewigkeiten, daher sage ich erst einmal nichts.

Der Erfolgreiche bittet ihn, den

als Schriftsteller getarnten Arbeitslosen,

ihn bei einem Schreibseminar in der Lausitz zu vertreten. Problem: gleich morgen früh sei Abreise. Kein Problem: Er gäbe ihm sein Manuskript vom ersten Seminar, das Original! Gleich würde es ihm seine Assistentin vorbeibringen. Goethe textet ihn so dermaßen zu, daß er nicht in der Lage ist, abzulehnen. Obwohl er sich hundertprozentig sicher ist, der Allerletzte zu sein, der jemandem das Schreiben beibringen könnte. Fräulein Eckermann, die natürlich auch nicht so heißt, bringt ihm das hochheilige Original-Manuskript zum Thema „Leichtschreiben“. Die ganze Nacht über hindert ihn dieser Mechanismus, nicht das zu tun, was gerade am wichtigsten ist, daran, hineinzuschauen.

Als er am frühen Morgen im Wellness-Hotel ankommt, ist er alles andere als vorbereitet. Lediglich die Spitznamen der Seminarteilnehmer sind in seinem verkaterten Kopf hängengeblieben: Fräulein Rottenmeier samt Gatte, der Schwamm und Hedwig Courths-Mahler. Dann beginnt ein Reigen von kleinen und größeren Katastrophen, Diskussionen und Streitereien, Anziehungen und Ablehnungen, Verliebungen und Entliebungen, verzweifelten Monologen und vor allem Drückebergereien vor ersten Sätzen. Dramatische Abgänge werden inszeniert, Konkurrenzkämpfe ausgefochten, Schreibblockaden im Hotelpool weggeschwommen, Lebenslügen auf den Tisch gelegt und stapelweise Papier aus dem Fenster geworfen. Und dann ist auch noch das Goethesche Leichtschreiben-Original-Manuskript verschwunden …

John von Düffel spielt ganz köstlich mit sämtlichen Klischees des schriftstellerischen Daseins. Es scheint, als habe er keinen einzigen Aspekt des Zweifelns und Verzweifelns an der einsamen Tätigkeit des Schreibens vergessen, als wäre er selbst jeder seiner Seminarteilnehmer. Sein Roman unterhält auf hohem Niveau, stimmt aber auch nachdenklich, denn er beleuchtet auf satirische Weise die Nöte derer, die täglich versuchen, „den Roman“ zu schreiben. „Goethe ruft an“ ist im Grunde die literarische Fortsetzung des Dokumentarfilms über von Düffel, in dem er sich beim Schreiben seines Romans „Houwelandt“ beobachten ließ.
Nicht nur dafür zolle ich ihm meine Bewunderung.

John von Düffel
Goethe ruft an
Dumont € 19,99
978-38321-9649-3

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