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Astronomie

Leicht erkältet zu den Sternen

Hendrik schnieft sich durch das Sonnensystem – mit Dava Sobels Die Planeten

Einmal schnell durchs Sonnensystem [ 7:34 ] Jetzt abspielen | Download

Das einzig Schöne an Erkältungen ist ja, dass man in ihren besseren Momenten ein bißchen verreisen kann. Lesend zwar nur, aber immerhin – einige Schmökerreisen hätte ich (schon aus Zeitgründen) wohl nie unternommen, wenn ich nicht eine Neigung zu Infektionen hätte. Und da ich bekanntermaßen ebenfalls zu chronischer Rezensitis neige, nutze ich die Gelegenheit, Christophers schönen Astronomiebeiträgen eine kleine Buchanempfehlung hinzuzufügen. Denn während meines aktuellen (leider immer noch währenden) grippalen Infektes habe ich gerade mal kurz das Sonnensystem durchquert, und zwar mit Hilfe des Buches Die Planeten der u.s.-amerikanischen Wissenschaftsjournalistin Dava Sobel.

Sobel leitet ihr Buch mit einem Zitat Carl Sagans ein, der uns als die beneidenswerten Angehörigen der einzigen Generation der Menschheit bezeichnet, die erstmals das Sonnensystem erforschen wird. Das darauffolgende Buch allerdings beweist zunächst einmal, dass diese Erforschung keineswegs die Arbeit nur einer Generation ist, sondern lediglich einen von vielen seit Jahrtausenden und wohl auch noch in Jahrtausenden ständig erweiterten Wissenshorizonten des Menschen bildet. In einer anschaulichen und unterhaltsamen Weise, die dennoch wissenschaftliche Korrektheit nicht allzusehr zugunsten reinen Vorabendinfotainments (à la “Wenn jetzt die Sonne eine Wassermelone in Frankfurt ist, dann ist die Erde ein Pinienkern in Bad Salzuflen”) hintanstellt, nimmt uns Sobel mit auf eine Themenreise, weiterlesen

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Was die Welt zusammenhält

Die Welt ist erklärbar – bis zum nächsten Fragezeichen. Woher wir kommen, wohin wir gehen – Harald Lesch machte sich vergangenen Sonntag auf den Weg und schritt die Grenzen unseres Weltbildes ab. Im neuen Hörsaalzentrum der Frankfurter Goethe-Universität sollte das “Geheimnis des Urknalls” gelüftet werden.

Harald Lesch (Foto: Christopher Henkel)Auf dem Programm standen 13 Milliarden Jahre in 90 Minuten und die Frage “Können wir wissen, was wir wissen?”. Eine leistbare Aufgabe für den Medienprofessor aus München. Leschs Einstieg in das Thema rührte an das Kernproblem des Themas. Kann die Astronomie als die Wissenschaft vom universalen Gestern wirklich den Ursprung der Welt erklären? Der Urknall als Initialzündung von Zeit und Raum fordert nicht nur die Vorstellungskraft heraus, er wirft auch methodische Fragen auf. Baryionen, Leptonen, Higgs-Teilchen und vieles mehr scheinen Beschwörungsformeln einer Geheimwissenschaft zu sein. Einer “arcana imperii”, zu der nur der Eingeweihte Zutritt hat. Leschs Antwort darauf lautete: Physik und damit auch die Astronomie, ist eine rationale Wissenschaft. Ihre Modelle sind logisch und damit für jedermann nachvollziehbar.

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Harald Lesch in Frankfurt a.M. [ 0:29 ] Jetzt abspielen | Download

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“Die Sonne im Zentrum”: Der Aristarch von Samos

Im Jahr der Astronomie nimmt sich Christopher zwölf große Astronomen vor. Nach Regiomontanus folgt der Aristarch von Samos. Er ist der Held eines Romanes von Thomas Bührke über die Anfänge des heliozentrischen Weltbildes: Dass die Sonne im Zentrum steht ist nicht neu. In der Antike war es das schon.

„Und sie bewegt sich doch“. Brecht, der Galilei diese trotzigen Worte in den Mund legte, formulierte eine zeitlose Wahrheit. Der Glaube meinte es nicht immer gut mit der Wissenschaft. Insbesondere die Astronomie kann ein Lied davon singen. Der Blick gen Himmel war immer schon eine Annäherung an das Göttliche. Astronomen lasen in dem Buch der Götter, erstellten Horoskope und prophezeiten ihren Auftraggebern Glück oder Unglück. Die Stellung der Planeten zu einander, deren Zuordnung zu Sternbildern und nicht zuletzt ihr Charakter gaben ihnen Hinweise auf das Kommende. weiterlesen

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Regiomontanus: Wegbereiter eines neuen Weltbildes

Im Jahr der Astronomie nimmt sich Christopher zwölf große Astronomen vor und beginnt mit Regiomontanus. Er gehört zu den Mitbegründern der modernen Astronomie. Seine Arbeiten waren wegweisend für die Seefahrt und die Begründung des heliozentrischen Weltbildes.

Johannes Müller aus Königsberg führte ein bewegtes Leben. 1431 in der fränkischen Kleinstadt geboren, gehörte der Mathematiker, Astronom und Bibliothekar zu den Mitbegründern der modernen Astronomie. Bereits früh zeigte sich bei dem später als Regiomontanus bekannt gewordenen Gelehrten ein ausgeprägtes mathematisches Talent. Nach einem ersten Studienaufenthalt in Leipzig, wechselte Regiomontanus bereits 1450 an die Wiener Universität.

Wien und der Almagest

Älter und vor allem bekannter als Leipzig war Wien, unter anderem wegen der von Heinrich von Langenstein und Peuerbach angestellten astronomisch-mathematischen Studien. Zusammen mit Peuerbach berechnete er Planetenbewegungen, verfasste trigonometrische Tabellen und erstellte Horoskope. Ein weiteres wichtiges Arbeitsgebiet war die Überarbeitung und Kommentierung des Almagest. Ursprünglich von Claudius Ptolemäus als „Syntaxis“ verfasst und von den Arabern als „Almagest“ bezeichnet, vermittelte dieses Werk die kosmische Weltsicht der Spätantike. Demnach war die Erde der Mittelpunkt des Universums. Planeten, Sonne und Mond umkreisten sie. Wie viele andere studierte auch Regiomontanus dieses Werk und entdeckte Widersprüchlichkeiten zu den von ihm angestellten Beobachtungen und Berechnungen. Die himmlische Ordnung des Almagest warf Fragen auf. weiterlesen

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