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Avatar, die Zweite: 2D
Ein Beitrag von Thomas, abgelegt unter Die Üblichen Verdächtigen, Kino, Podcast am 29.Dezember 2009
Die üblichen Verdächtigen sind noch einmal in Avatar gegangen und plaudern ausführlichst über Indianer, die austeilen können, über flache Leinwände und fluoriszierende Farben, über den Traum von Sigourney Weaver in einem fünften Alien-Film und zwar in 3D zu sehen, über aufgeblasenen Ethnokitsch, Roger Dean, Yes, Joss Whedon und Skalps. Und es wird von Anfang an heftig gespoilert:
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Und das war unsere Meinung nach dem ersten Besuch (3D).
Herr Sennhauser mit ein paar klugen Gedanken zu Avatar und zum Big Business in Hollywood.
Schlagwörter: Fantasy, James Cameron, Science-Fiction, Thomas







Echt interessant, hab den Film nur 3D gesehen
Gruss
R.Deville
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Mittlerweile hatte ich ja auch die Ehre, und ich möchte sagen: 2D hat mir völlig gereicht (mit spitzen Ohren nahm ich wahr, dass das auch einigen anderen im Kino so ging). Das hat womöglich damit zu tun, dass ich eh seit meiner Geburt kein dreidimensionales Sehen habe und es insofern nicht anders kenne. Aber vor allem hat es mir gereicht, weil der Film mit seiner absolut grandiosen Tricktechnik alle anderen Aspekte eines Films völlig unterbuttert, insbesondere natürlich die Handlung. Wenn ich gemeiner sein wollte, als mir nach diesen doch recht unterhaltsamen drei Stunden zumute ist, würde ich bzgl. des abgegriffenen Plots und der Nichtcharaktere ganz tief aus der Mottenkiste zusammenfassend hierzu sagen: Hänschen klein bleibt Hänschen klein, selbst wenn ich es mit einem 300-Mann-Orchester spiele. James Cameron setzt zu 90% auf die reine Wucht der Bilder, und in dieser Kategorie bildet er – da hat Thomas völlig Recht – an der Spitze des derzeit Möglichen. Schade, dass sich alle anderen Aspekte auf 10% zusammengedrängelt finden und dem Vollbad für die Augen leider nur sehr wenig Gehirn- und Ohrenfutter beigesellt ist. Inmitten der Phantasiegemälde von Roger Dean, Rodney Matthews und Patrick Woodroffe handelt/hangelt sich eine spannend und kurzweilig erzählte schlichttreffende Ökobotschaft von leuchtender Liane zu leuchtender Liane und zieht eine Fahne aus Quellenassoziationen hinter sich her: Pocahontas, Der letzte Mohikaner, Tarzan usw. usw. Wenn ich mir vorstelle (und in einigen Monaten wird man es der formatgeschrumpften DVD-Variante ein wenig anspüren), dieses Drehbuch sei mit “normalem” Budget umgesetzt worden, bliebe leider nicht viel. Aber was soll das Gemecker? Sind es nicht ohnehin die immer gleichen Geschichten und Motive, die wir uns im Kino erzählen lassen? Sicherlich, und das macht diese Geschichten nicht schlechter. Aber gerade bei einer Produktion, die so viele Möglichkeiten hat und so vieles richtig macht, fallen mir die Schwachpunkte eben besonders auf. +++ Alles in allem: meine Augen sind absolut glücklich und farbenbesoffen, meine Ohren sind (dank des völlig unoriginellen Beitrags von James Horner und der anscheinend ebenfalls computergenerierten Standarddialoge der Rollenspielfiguren) eher unbeeindruckt. Und mein Hirn? Das hat die leichte Befürchtung, dass wir mit der Inflation der Computermachbarkeit im Kino irgendwann jegliches Originalitätsbestreben gleich ganz von der Handlung auf die Bildebene verlegt vorfinden werden. Den Bildern von Avatar gebe ich 12 von 10 möglichen Punkten, dem Rest leider nur 6. Ich träume von einer Extended DVD-Version, bei der man die Handlung ausblenden kann, um statt dessen eine gut recherchierte Zwei-Stunden-Doku über das Ökosystem dieses Planeten zu genießen …
Meinem Schatz fiel zu Avatar noch ein interessanter Aspekt auf: die Na’vi verstöpseln sich aufgrund ihrer Verbundenheit mit ihrer Umgebung mit ihren Reittieren, mit ihrem Heimatbaum, mit ihren spirituellen Oasen… – aber ausgerechnet als die beiden Hauptfiguren Sex miteinander haben, geschieht das nicht. Steckt da eine traurig emotionsarme Einstellung zu Sex dahinter? Allgemeine Verklemmtheit angesichts auch jüngeren Zielpublikums kann’s ja eigentlich nicht sein, denn gerade diese Verstöpselung der Zöpfe wäre ja die perfekte Umgehung der (ohnehin nicht sehr expliziten) Darstellung auch des Sex der Beiden gewesen. Ich weiß es nicht, aber interessant ist die Frage schon …
@ Hendrik: Auf Na’vi-Sex können wir uns wohl auf der DVD freuen: http://www.moviereporter.net/news/5249-avatar-wie-sieht-navi-sex-aus