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	<title>Kommentare zu: TV-Tipp: &#8220;Eastern Promises&#8221; &#8211; Auf der Haut &#8211; unter die Haut</title>
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	<description>Filme, Bücher, Leben. Aktuelle Filme werden hier ebenso besprochen wie fast vergessene Literaturklassiker.</description>
	<lastBuildDate>Tue, 24 Jan 2012 13:15:22 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Von: Martina</title>
		<link>http://schoener-denken.de/blog/index.php/auf-der-haut-unter-die-haut/comment-page-1/#comment-12110</link>
		<dc:creator>Martina</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Dec 2010 15:18:55 +0000</pubDate>
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		<description>Gut, man kann mir vorhalten, daß ich &quot;Eastern Promises&quot; deshalb in den Himmel hebe, weil ich a) seit Jahr und Tag eine David Cronenberg-Anhängerin bin, b) seit &quot;Indian Runner&quot; Viggo Mortensens physische und zwingend psychische Existenz sehr schätze, c) den Vorgängerfilm &quot;A History of Violence&quot; zu den  besten Filmen zähle, die ich JE sah und d) Testosteron für meinen Stoff, aus dem die Träume sind, halte. 
Von mir aus. In keinem Fall ist &quot;Eastern Promises&quot; gewöhnlich, gar schwach! Für mich bildet Cronenberg einen sehr realen und nackten Teil der menschlichen Existenz ab: Melancholie, Gefühlstiefe und familliäres Kuscheln gleichberechtigt neben Lieblosigkeit, Brutalität und inszenierter Aggression. Er lebe hoch!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Gut, man kann mir vorhalten, daß ich &#8220;Eastern Promises&#8221; deshalb in den Himmel hebe, weil ich a) seit Jahr und Tag eine David Cronenberg-Anhängerin bin, b) seit &#8220;Indian Runner&#8221; Viggo Mortensens physische und zwingend psychische Existenz sehr schätze, c) den Vorgängerfilm &#8220;A History of Violence&#8221; zu den  besten Filmen zähle, die ich JE sah und d) Testosteron für meinen Stoff, aus dem die Träume sind, halte.<br />
Von mir aus. In keinem Fall ist &#8220;Eastern Promises&#8221; gewöhnlich, gar schwach! Für mich bildet Cronenberg einen sehr realen und nackten Teil der menschlichen Existenz ab: Melancholie, Gefühlstiefe und familliäres Kuscheln gleichberechtigt neben Lieblosigkeit, Brutalität und inszenierter Aggression. Er lebe hoch!</p>
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		<title>Von: Sigmar</title>
		<link>http://schoener-denken.de/blog/index.php/auf-der-haut-unter-die-haut/comment-page-1/#comment-5980</link>
		<dc:creator>Sigmar</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Feb 2008 13:03:29 +0000</pubDate>
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		<description>&quot;Tödliche Versprechen&quot; ist zwar kein schlechter Film, doch auch nicht das Meisterwerk, das viele Kritiken vermuten lassen. Er bietet ebenso wie fast alle anderen Filme David Cronenbergs zahlreiche Aspekte, über die Cineasten intensiv diskutieren können - und das ist als ein positives Qualitätsmerkmal anzusehen. Dennoch ist es ein Film der verpassten Chancen, in einem &#039;alten&#039; Genre (Mafiafilme) mit einem relativ &#039;jungen&#039; Thema (Russenmafia) neue Wege zu beschreiten.

Mr. Cronenberg behält hingegen die mit &quot;A History of Violence&quot; (der jedoch aufgrund des Drehbuchs und der stärker konturierten Charaktere eine Klasse besser ist) eingeschlagene Richtung bei, er möchte nach vielen Jahren ambitionierter (allerdings nicht immer gelungener) Werke für einen kleinen Kreis nun Filme für die breite Masse drehen, dafür macht er leider viele Zugeständnisse: eindimensionaler und an etlichen Stellen wenig glaubhafter Erzählstrang, klar kategorisierbare und kaum differenzierte Charaktere, simple und kurze Dialoge (selbst die in russischer Sprache), etwas Sex und ein wenig Gewalt - und das bei dieser Thematik! Diese hatte schon James Bruce mit seinem Film &quot;Den of Lions - Auf Messers Schneide&quot; (2003, in den Hauptrollen sind Stephen Dorff, Laura Fraser und Bob Hoskins zu sehen) aufgegriffen - und Cronenbergs Streifen erinnert in manchen Passagen daran -, sein Film ist zwar auch kein Meisterwerk, doch viel glaubwürdiger und ergreifender, was vor allem an den Charakterzeichnungen liegt.

Damit wären wir bei dem größten Manko von &quot;Tödliche Versprechen&quot;, die meisten Charaktere wirken leblos; auch wenn es an mehreren Stellen im Film explizit erwähnt wird, dass viele aus Russland stammenden Personen schon vor langer Zeit &#039;gestorben&#039; seien, kann es wohl kaum Cronenbergs Absicht gewesen sein, nahezu alle Menschen wie gefühlslose Marionetten agieren zu lassen. Da ist zum Beispiel die Szene, in der Anna (Naomi Watts) erfährt, dass sie wegen des Tagebuchs in Lebensgefahr schwebt. Jetzt würde man eigentlich Nervosität und Verängstigung erwarten, doch Anna geht wenig aufgeregt mit ihrer Mutter und ihrem Onkel als Leibwache zum Treffpunkt für die Übergabe des Tagebuchs. In der Realität dürften wohl weder Anna noch ihre &#039;Beschützer&#039; mit dem Leben davonkommen, doch die Geschichte muss weitergehen ...

Oder wo bleiben die Zwiespalte Nikolais (Viggo Mortensen)? Als professioneller Undercover-Agent verrichtet er seine Aufgaben ohne große Gefühlsregungen, doch was ist dieser Mensch wert, wenn er ebenso mechanisch eine Minderjährige missbraucht oder einen anderen Menschen tötet? Daran müsste dieser zu Grunde gehen, sofern er nicht total abgestumpft oder für seinen Auftrag alles zu tun bereit ist, womit er ebenfalls nur ein Handlanger wäre. Selbst die denkbare Motivation, dies zu erledigen, um schlimmere Taten zu vermeiden, kann ein solches Verhalten nicht hinreichend erklären. Leider erfährt der Zuschauer kaum etwas über Nikolais Vergangenheit: Sind die Geschichten, die die Tattoos erzählen, echt oder nur Tarnung? Wie wurde er Undercoveragent, ist er ein überführter Straftäter? So bleibt Nikolai ein Mann zwischen Gut und Böse, ein Mensch ohne Vergangenheit - und ohne Zukunft.

Die einzige Hauptperson, die ansatzweise glaubwürdig und &#039;menschlich&#039; erscheint, ist Kirill (Vincent Cassel), der &#039;missratene&#039; Sohn Semyons (Armin Mueller-Stahl). Er zerbricht daran, die traditionellen Strukturen aufrecht erhalten zu müssen, den Erwartungen seines Vaters aber nicht gerecht werden zu können. Er versucht zwar als harter und skrupelloser Mensch zu erscheinen, doch fast alle anderen Personen erkennen schnell, dass dies nur eine Fassade ist. Seine &#039;Menschlichkeit&#039; gipfelt in der Szene, in der er das Baby Anna und Nikolai übergibt, obwohl er damit seinen Vater der Strafverfolgung ausliefert.

Auch wenn es viele weitere Aspekte des Films zu bemängeln gäbe, möchte ich abschließend nur noch auf die vieldiskutierte Szene im Badehaus und andere Gewalt- bzw. Sexszenen eingehen. FSK 16 ist für diesen Film vollkommen ausreichend, angeritzte Kehlen, in Augen gestochene Messer oder abgeschnittene Finger gibt es heutzutage teils schon im Vorabendprogramm zu sehen; zumal Cronenberg die Kamera gerade nicht darauf belässt, sondern rechtzeitig abwendet, weder gibt es das verletzte Auge noch das Innenleben eines Halses zu sehen, dafür fließt etwas Blut (aber auch nicht zu viel). Selbst der alles andere als wirklichkeitsnah wirkende Kampf im Badehaus besitzt keine Schockmomente. Und nackte Körper gibt es den ganzen Tag im Free-TV zu sehen, selbst die Szene, in der Nikolai auf Kirills Befehl mit der jungen Prostituierten koitiert, ist so gefilmt, dass sie problemlos zu jeder Sendezeit ausgestrahlt werden könnte.

Dass &quot;Tödliche Versprechen&quot; trotz des schwachen, oftmals wenig logischen Drehbuchs von Steven Knight ein sehenswerter Film ist, liegt vor allem an der wieder einmal gelungenen Kameraführung von Peter Suschitzky (er erzeugt eine faszinierende Kälte) und den soliden schauspielerischen Leistungen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Tödliche Versprechen&#8221; ist zwar kein schlechter Film, doch auch nicht das Meisterwerk, das viele Kritiken vermuten lassen. Er bietet ebenso wie fast alle anderen Filme David Cronenbergs zahlreiche Aspekte, über die Cineasten intensiv diskutieren können &#8211; und das ist als ein positives Qualitätsmerkmal anzusehen. Dennoch ist es ein Film der verpassten Chancen, in einem &#8216;alten&#8217; Genre (Mafiafilme) mit einem relativ &#8216;jungen&#8217; Thema (Russenmafia) neue Wege zu beschreiten.</p>
<p>Mr. Cronenberg behält hingegen die mit &#8220;A History of Violence&#8221; (der jedoch aufgrund des Drehbuchs und der stärker konturierten Charaktere eine Klasse besser ist) eingeschlagene Richtung bei, er möchte nach vielen Jahren ambitionierter (allerdings nicht immer gelungener) Werke für einen kleinen Kreis nun Filme für die breite Masse drehen, dafür macht er leider viele Zugeständnisse: eindimensionaler und an etlichen Stellen wenig glaubhafter Erzählstrang, klar kategorisierbare und kaum differenzierte Charaktere, simple und kurze Dialoge (selbst die in russischer Sprache), etwas Sex und ein wenig Gewalt &#8211; und das bei dieser Thematik! Diese hatte schon James Bruce mit seinem Film &#8220;Den of Lions &#8211; Auf Messers Schneide&#8221; (2003, in den Hauptrollen sind Stephen Dorff, Laura Fraser und Bob Hoskins zu sehen) aufgegriffen &#8211; und Cronenbergs Streifen erinnert in manchen Passagen daran -, sein Film ist zwar auch kein Meisterwerk, doch viel glaubwürdiger und ergreifender, was vor allem an den Charakterzeichnungen liegt.</p>
<p>Damit wären wir bei dem größten Manko von &#8220;Tödliche Versprechen&#8221;, die meisten Charaktere wirken leblos; auch wenn es an mehreren Stellen im Film explizit erwähnt wird, dass viele aus Russland stammenden Personen schon vor langer Zeit &#8216;gestorben&#8217; seien, kann es wohl kaum Cronenbergs Absicht gewesen sein, nahezu alle Menschen wie gefühlslose Marionetten agieren zu lassen. Da ist zum Beispiel die Szene, in der Anna (Naomi Watts) erfährt, dass sie wegen des Tagebuchs in Lebensgefahr schwebt. Jetzt würde man eigentlich Nervosität und Verängstigung erwarten, doch Anna geht wenig aufgeregt mit ihrer Mutter und ihrem Onkel als Leibwache zum Treffpunkt für die Übergabe des Tagebuchs. In der Realität dürften wohl weder Anna noch ihre &#8216;Beschützer&#8217; mit dem Leben davonkommen, doch die Geschichte muss weitergehen &#8230;</p>
<p>Oder wo bleiben die Zwiespalte Nikolais (Viggo Mortensen)? Als professioneller Undercover-Agent verrichtet er seine Aufgaben ohne große Gefühlsregungen, doch was ist dieser Mensch wert, wenn er ebenso mechanisch eine Minderjährige missbraucht oder einen anderen Menschen tötet? Daran müsste dieser zu Grunde gehen, sofern er nicht total abgestumpft oder für seinen Auftrag alles zu tun bereit ist, womit er ebenfalls nur ein Handlanger wäre. Selbst die denkbare Motivation, dies zu erledigen, um schlimmere Taten zu vermeiden, kann ein solches Verhalten nicht hinreichend erklären. Leider erfährt der Zuschauer kaum etwas über Nikolais Vergangenheit: Sind die Geschichten, die die Tattoos erzählen, echt oder nur Tarnung? Wie wurde er Undercoveragent, ist er ein überführter Straftäter? So bleibt Nikolai ein Mann zwischen Gut und Böse, ein Mensch ohne Vergangenheit &#8211; und ohne Zukunft.</p>
<p>Die einzige Hauptperson, die ansatzweise glaubwürdig und &#8216;menschlich&#8217; erscheint, ist Kirill (Vincent Cassel), der &#8216;missratene&#8217; Sohn Semyons (Armin Mueller-Stahl). Er zerbricht daran, die traditionellen Strukturen aufrecht erhalten zu müssen, den Erwartungen seines Vaters aber nicht gerecht werden zu können. Er versucht zwar als harter und skrupelloser Mensch zu erscheinen, doch fast alle anderen Personen erkennen schnell, dass dies nur eine Fassade ist. Seine &#8216;Menschlichkeit&#8217; gipfelt in der Szene, in der er das Baby Anna und Nikolai übergibt, obwohl er damit seinen Vater der Strafverfolgung ausliefert.</p>
<p>Auch wenn es viele weitere Aspekte des Films zu bemängeln gäbe, möchte ich abschließend nur noch auf die vieldiskutierte Szene im Badehaus und andere Gewalt- bzw. Sexszenen eingehen. FSK 16 ist für diesen Film vollkommen ausreichend, angeritzte Kehlen, in Augen gestochene Messer oder abgeschnittene Finger gibt es heutzutage teils schon im Vorabendprogramm zu sehen; zumal Cronenberg die Kamera gerade nicht darauf belässt, sondern rechtzeitig abwendet, weder gibt es das verletzte Auge noch das Innenleben eines Halses zu sehen, dafür fließt etwas Blut (aber auch nicht zu viel). Selbst der alles andere als wirklichkeitsnah wirkende Kampf im Badehaus besitzt keine Schockmomente. Und nackte Körper gibt es den ganzen Tag im Free-TV zu sehen, selbst die Szene, in der Nikolai auf Kirills Befehl mit der jungen Prostituierten koitiert, ist so gefilmt, dass sie problemlos zu jeder Sendezeit ausgestrahlt werden könnte.</p>
<p>Dass &#8220;Tödliche Versprechen&#8221; trotz des schwachen, oftmals wenig logischen Drehbuchs von Steven Knight ein sehenswerter Film ist, liegt vor allem an der wieder einmal gelungenen Kameraführung von Peter Suschitzky (er erzeugt eine faszinierende Kälte) und den soliden schauspielerischen Leistungen.</p>
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		<title>Von: Alfred</title>
		<link>http://schoener-denken.de/blog/index.php/auf-der-haut-unter-die-haut/comment-page-1/#comment-5343</link>
		<dc:creator>Alfred</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Dec 2007 17:06:00 +0000</pubDate>
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		<description>Der Drehbuchautor Steven Knight hat schon das Skript zum sehr guten &quot;Dirty Pretty Things&quot; (2002) von Stephen Frears geliefert!</description>
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